20 Rappen für die Umwelt

25. Januar 2017 Valérie

Bis Weihnachten gab es sie noch gratis zum Einkauf dazu: Die kultigen, braunen Jucker Farm-Papiersäcke. Seit Januar verlangen wir dafür in all unseren Hofläden 20 Rappen. Für die grossen Säcke 50 Rappen.

Warum dafür bezahlen?

„Wir möchten unsere Gäste dazu ermuntern, ihre Taschen selber mitzubringen oder die Juckersäcke wiederzuverwenden“, so Sarah Müller aus dem Team Produktinnovationen. Schlussendlich gehe es darum, weniger Abfall zu generieren. Über 100‘000 von den kleinen braunen Papiersäcken haben wir bisher pro Jahr auf all unseren Höfen abgegeben. 2009 produzierte die Schweiz doppelt so viel Kehricht wie 1980. 700 Kilogramm pro Kopf und Jahr (Quelle: wwf)

Zudem belastet die Produktion eines Papiersacks die Umwelt. Und dies gar nicht weniger als der Plastiksack, wie man an diversen Orten lesen kann (ktipp, Tagesanzeiger). Die entsprechende Studie der EMPA ist eine vielzitierte. Gemäss dieser Studie schneidet die Baumwolltasche am schlechtesten ab. Sie muss 84 Mal verwendet werden, um ökologisch mit der PET-Recyclingtasche abzuschneiden. 

Aber ganz egal, welche Tüte man verwendet, wichtig ist, dass sie wieder verwendet werden. Der Weg dies zu fördern, läuft einmal mehr übers Portemonnaie. In Grossverteilern wie Migros oder Coop kosten die Papiertüten seit Jahren ein paar Rappen. Neu ist das Konzept also nicht.

Überwiegend positive Erfahrungen

Es scheint so, als würde diese Taktik aufgehen. Im Hofladen auf dem Bächlihof habe man beobachtet, dass Leute wieder zurück zum Auto gehen, um noch ihre Taschen zu holen. Auf dem Spargelhof in Rafz würden die Stammkunden ohnehin immer ihre eigenen Taschen mitbringen. Negative Reaktionen gab es kaum.

Einzig in Seegräben würden vereinzelte Personen auf die kleinen Knistersäcken ausweichen, seit die Papiersäcke etwas kosten. Diese geben wir momentan noch gratis ab. „Das ist allerdings nicht das Ziel. Wenn das Schule macht, müssen wir uns hier etwas überlegen“, so Sarah Müller. Allerdings sei es eben auch so, dass die meisten Leute nicht zum Einkaufen, sondern wegen dem Erlebnis auf den Juckerhof kämen. Der Kauf im Hofladen sei hier meist eine spontane Entscheidung. Deshalb wahrscheinlich der vermehrte Griff zur Plastiktüte.

Sonst gab es immer wieder auch positive Rückmeldungen. „Finde ich gut“ als Reaktion höre man gemäss Bächlihofladen-Chefin Tonja Steinmann regelmässig.

Eine Kundin ist uns denn auch auf die Schliche gekommen: „Wollen Sie uns erziehen?“, fragte sie. Ja, das wollen wir! Und es scheint zu funktionieren. Toll wäre natürlich, wenn wir irgendwann gar keine Tüten mehr bestellen müssten, weil jeder seinen eigenen Sack mitbringt.

Wiederverwendbare Gemüsesäckli und Jutetaschen

Dies ist nur eine von mehreren Massnahmen, die wir im Hofladenbereich in Richtung Nachhaltigkeit unternommen haben. Bereits im letzten Jahr haben wir wiederverwendbare Gemüsesäckli aus Stoff eingeführt. Diese wurden vom Heimatwerk Züri Oberland aus Resttüchern der Käseproduktion hergestellt. Zwar wohl aus Baumwolle, aber mehrfach verwendet, sieht die Ökobilanz da viel besser aus.

Eine zweite Alternative – insbesondere zur Kürbiszeit im Herbst beliebt – ist die stabile Jutetasche, in die auch schwere Kürbisse passen. Sie wird nicht nur zum Einkaufen gerne wiederbenutzt, sondern manchmal sogar als Geschenk eingekauft.