Ab auf die Weide

24. Juli 2015 Valérie

Diese Tage kommen unsere jungen Weidegänse das erste Mal ins Freie. Eine aufregende Zeit …

Die grösseren Gänse sind schon bald 3 Monate alt und seit einigen Wochen auf der Weide in Rafz. Ab nächster Woche kommen dann auch unsere jüngsten Gänsli auf die Weide auf dem Römerhof. Zurzeit trainieren wir mit ihnen den Gang ins Freie. Daran müssen sie sich, nach den ersten Wochen Aufzucht im Stall erst gewöhnen. Nach den ersten verhaltenen Schritten werden sie beim Anblick von so viel grünem Futter jeweils ganz aufgeregt.

Viel Bewegung

Ab da haben unsere Gänse täglich viel Auslauf und suchen sich ihr Futter – fast nur noch frisches Gras – mit viel Bewegung zusammen. Sie bewegen sich immer in der Gruppe. Nur wenn der Fuchs kommt ist fertig lustig. Deshalb kommen sie am Abend jeweils wieder in den sicheren Stall. Aber nur, wenn man sie mit einem Läckerli lockt.

Gourmet-Gänse

Unsere Gänse kriegen bis zur 8. Woche ihres Lebens Aufzuchtfutter in Form von Getreide. Von der 5. bis zur 26. Woche sind sie dann jeden Tag auf der Weide, wo sie in den Genuss von frischem, saftigem Gras kommen. Ab und an gibt es auch einen Leckerbissen aus dem Hofladen. Ja, unsere Gänse lieben Reste aus der Produktion und aus dem Hofladen. Im Laufe ihres Lebens werden sie zu echten Gourmets. Von Spargel über allerlei Früchte und Kürbis bis hin zum Nüsslisalat wird alles rübistübis weggefressen.

Gegen Ende ihres Gänselebens im Herbst kriegen sie dann nochmal eine Extra-Ration Getreide, damit ihr Fleisch eine optimale Qualität erreicht. Da wir nur hofeigenes Getreide verwenden, haben wir die Gewissheit, dass im Futter weder Soja aus Übersee, noch irgendwelche andere unerwünschte Stoffe beigemischt sind.

Festtagsbraten

Es sind Weidegänse – zur Fleischproduktion, ganz genau genommen. Das heisst, sie enden als Braten. Ja, so ist das. Aber bis dahin hatten sie ein artgerechtes Leben mit viel Bewegung an der frischen Luft. Pünktlich zu Martini am 11. November werden die ersten von ihnen „gmetzget“ und als Martini-Gans verkauft. Ab dann gibt es sie auch in unserem Hofrestaurant in Seegräben.

Eine Weidegans reicht für ein gemütliches Essen von 4 bis 6 Personen. Frisch im Verkauf in unseren Hofläden sind sie ab Martini bis Ende Jahr – erhältlich auf Vorbestellung. Später dann noch in tiefgekühlter Form.

Gänseessen hat Tradition

Der Martinstag hat seinen kirchlichen Ursprung als Fest des heiligen Martin von Tours. Das traditionelle Martinsgansessen findet seinen Ursprung in einer Legende über Martins Leben: Entgegen seinem eigenen Willen drängte das Volk von Tours darauf, Martin zum Bischof zu weihen. Asketisch und bescheiden, wie er sein Leben führte, hielt er sich unwürdig für ein solch hohes Amt und versteckte sich deshalb in einem Gänsestall. Doch die Gänse schnatterten so aufgeregt, dass Martin gefunden wurde und doch noch geweiht werden konnte (Quelle: wikipedia.org).