Alex - Selfmademan

06. August 2017 Valérie

Alexandru Gheorghe ist der geborene Verkäufer. Bei uns ist er allerdings Koch. Genauer gesagt ist er der Küchenchef auf dem Bächlihof. Und seine Reise dahin ist unglaublich. Der Mann hat unheimlich viel gesehen.

Wenn Selvete unser heimlicher Rockstar ist, Alex ist es nicht heimlich. Er ist der Ober-Zampano. Mit 19 kam er aus Rumänien als gelernter Koch in die Schweiz. Nur wurde seine Ausbildung hier nicht anerkannt*. Nachdem er realisierte, dass die angefangene Anlehre ihm in seinem Lebenslauf mehr schadet als hilft, hat er kurzerhand entschlossen, sich bei den ganz grossen Häusern zu bewerben. Und hatte Erfolg damit. Ohne gültigen Abschluss hat er es geschafft, an diversen noblen Adressen Anstellung zu finden. Das muss man erst mal können.

Gekocht hat er schon in Zermatt, im Savoy in Zürich, im Belvoir Park, im Zunfthaus zur Haue, im Panoramahotel Feusisberg. Er war aber auch schon in einem Altersheim und in einer Produktionsüche, wo er auch mal eine Tonne Bolognese zubereitet hat. Er hat viel gelernt, aber gefallen hat es ihm nicht sonderlich. Und er war schon im Romantikhotel Säntis und in einer Auberge im Welschen, wo er auch seine Frau kennen gelernt hat.

Ins Züri Oberland gekommen ist er mehr durch einen Zufall, als er notfallmässig im Altersheim Waldfrieden in Pfäffikon ZH ausgeholfen hat.

Aber wenn er auch im Berufsleben Gas gibt: Alex ist durch und durch ein Familienmensch. Mit seiner Frau und seinen beiden Mädels, die er vergöttert und auf die er zwei Tage die Woche aufpasst, lebt er in Wila, im dunklen Tösstal, «am Arsch der Welt», wie er selber sagt. Scheint ihm aber nicht viel auszumachen.

Seit wann arbeitest du hier?

Seit September 2015.

Was ist dein Job?

Hier auf dem Bächlihof bin ich der Küchenchef. Ich bin gerne Chef. Aber ich bin ein Chef der mit anpackt. Ein Chef muss meiner Meinung nach mit anpacken. Dann geben die Mitarbeiter gerne Gas. Ich schaue, dass wir ständig besser werden.

Wie bist du bei Jucker Farm gelandet?
Ganz ehrlich: Ich hatte keine Ahnung, was hier abgeht. Ich habe einfach auf Teufel komm raus Bewerbungen geschrieben. Irgendwann hat Beni Maurer angerufen und ich musste erst mal nachfragen, von welchem Unternehmen er ist und wo das eigentlich genau ist.

Als ich dann beim Vorstellungsgespräch gesehen habe, was es für einen Koch bei Jucker Farm alles zu tun gibt, hat es mich erst mal vom Hocker gehauen. WOW!! Ich hatte wirklich keine Ahnung. Wir machen hier alles! Selbstbedienung, à la Carte, Bankette, Seminare! Der Hammer! Da hat es mich gepackt. Und das Team war grossartig. Mein erster Arbeitstag mit Ivo am Grill war superlustig.

Was magst du an deiner Arbeit am liebsten?

Den Kontakt mit den Leuten. Das ist hier besonders cool, wir haben hier uaf dem Bächlihof Frontcooking. Man sieht was wir machen. Wenn ein Gast eine Allergie hat, kann ich einfach kurz nachfragen. Wir haben hier persönlichen Kontakt mit den Gästen. Das hat man sonst nicht so. Und auch mit dem Service- und Hofladenteam haben wir eine tolle Zusammenarbeit. Das ist cool, wie in einer WG. Diese Art des Zusammenarbeitens mag ich.

Hast du eine lustige Geschichte aus dem Arbeitsalltag für uns?

Boah, da gibt’s viele.

Jeder Tag bringt Neues…

Was machst du weniger gern, was stört?

Organisatorische Missverständnisse. Das hier ist ein grosser Betrieb und wir sind organisatorisch sehr abhängig von Seegräben. Das ist manchmal mühsam.

Was machst du am liebsten ausserhalb der Arbeit?

Zeit mit meinen 2 hübschen Mädels verbringen. Mit denen wird’s nie langweilig.

Hast du Zukunftsträume, die du uns verraten magst?

Ich möchte zusammen mit Tonja (sie ist überigens eine super Chefin! :-)) eine Weiterbildung Richtung Veganes und Vegetarisches Kochen machen. Und das Vegi-Angebot hier im Hofladenrestaurant weiterentwickeln.

Und wenn wir schon dabei sind, dann will ich mal Bundesrat werden. Ich würde eine verrückte Kombination zwischen SVP und Ausländerpartei machen. Und dann hätte ich eine vom Bund finanzierte Kochshow und ein kleines Restaurant dazu! So wie Jamie Oliver. Oder Masterchef. Mit Kameras überall!

*Alex hat im Mai 2017 berufsbegleitend das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis als Koch nachgeholt.

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