Apfelernte geht in Endspurt

19. Oktober 2015 Valérie

Es ist Herbst – Erntezeit bei uns auf den Bauernhöfen. Doch es werden nicht nur Kürbisse geerntet – auch die Äpfel und Birnen werden fleissig von den Bäumen gepflückt. Noch ca. 2-3 Wochen dauert die Apfelernte. Von Anfang bis Mitte November werden die letzten Äpfel (bei uns die Sorte Braeburn) geerntet.

Handarbeit

Die Apfelernte ist eine Arbeit die viel Fingerspitzengefühl erfordert. Noch heute werden – auch in grossen Betrieben – die Äpfel von Hand geerntet. Warum? Äpfel – vor allem Tafeläpfel - müssen wie rohe Eier behandelt werden. Sie sind sehr druckempfindlich und bilden bei Fall oder lokalem Druck rasch Druckstellen, die braun werden und die Qualität des Apfels und seine Lagerfähigkeit beeinträchtigen.

Unterschiedliche Erntezeiten

Nicht alle Sorten werden zur gleichen Zeit geerntet. Im Obstbau unterscheidet man zwischen Frühsorten oder Sommeräpfeln, Herbstsorten und Lager- oder Spätsorten. Doch auch die Erntezeit von frühen Äpfeln kann sich je nach Wetter nach vorne oder hinten verschieben.

Sommeräpfel/Frühsorten

Sorten wie Klarapfel, Vista Bella, Summerred oder Gravensteiner werden teilweise bereits ab Anfang August geerntet. Sie sind schneller reif, und werden genussreif gepflückt. Dadurch sind sie aber nur begrenzt lagerfähig, ungefähr bis Ende Oktober/Anfang November.

Herbstsorten

Cox Orange, Usterapfel, Spartan, Berner Rosen, Elstar und Rubinette zählen zu dieser Sorte. Sie werden Mitte bis Ende September geerntet und können im einfachen Kühllager bis ca. Januar gelagert werden.

Lager- oder Spätsorten

Gala, Boskoop, Jonagold, Golden Delicious, Braeburn, Idared und Glockenapfel sind Beispiele für diese Sorte. Sie werden bis Anfang November – kurz vor Genussreife - geerntet und können im CA-Lager bis zum nächsten Sommer gelagert werden. So ist es heutzutage möglich, fast das ganze Jahr über Äpfel aus der Region zu geniessen. Höchstens im Juli kann es mal zu Engpässen kommen.

Reife-Test mit Jod

Doch wie findet man heraus, ob ein Apfel wirklich reif ist? Von aussen sehen Äpfel schon viele Wochen vor Erntezeit genussreif aus. Wenn man aber reinbeisst, ist der Geschmack noch oft mehlig. Das liegt daran, dass die im Apfel enthaltene Stärke noch nicht zu Zucker umgewandelt wurde.

Da manche Sorten kurz vor der Reifungsphase geerntet werden müssen, reicht der „Reinbeiss-Test“ nicht. Der Jod-Test macht den Stärke-Anteil im Fruchtfleisch sichtbar. Das Jod färbt die Stärke schwarz, nicht aber den Zucker. Je weniger schwarze Stellen sichtbar werden, desto reifer ist der Apfel.

Wer sich für die genauen chemischen Prozesse interessiert, findet hier die Details: https://de.wikipedia.org/wiki/Iodprobe

Wie „schwarz“ ein Apfel beim Erntepunkt sein sollte, erfahrt Ihr im untenstehenden Video:

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