Apfelschwemme

01. Juli 2018 Valérie

Wir wurden verwöhnt. Einen schöneren Frühling hätte man sich beim besten Willen nicht vorstellen können. Das hat auch Auswirkungen auf unsere Produktion. Für einmal sehr Positive!

Wir werden förmlich «überschwemmt» mit Äpfeln. Unsere Bäume sind geragelt voll mit vielversprechenden runden Früchten. Das hat zwei Gründe.

Erstens haben die Bäume von der letzten Saison einiges an Reserven vorrätig. Durch den Frost im April hatte es weniger Äpfel und die frostgeschädigten Bäume haben als Kompensationsversuch mehr Blüten produziert, die – wenn sie bestäubt wurden – nun eben auch Äpfel produzieren.

Zweitens: Trotz der kurzen Blühdauer (grosse Hitze) konnten die Bienen fleissig bestäuben. Ein Baum der voll blüht, benötigt ca. 5% bestäubte Blüten für einen Vollertrag. Idealerweise schön verteilt auf den Baum. So wie es bis jetzt aussieht, erwarten wir dieses Jahr wieder einen Vollertrag.

Das freut uns deshalb besonders, weil wir letztes Jahr in der Obstproduktion durch den Frost im April ziemlich untendurch mussten. Die Bäume, die letztes Jahr deshalb  keinen Ertrag abwarfen, haben dieses Jahr umso mehr. Und bis jetzt stimmen auch die Bedingungen. Genügend Sonne und (bis jetzt noch) genügend Wasser. Perfekte Bedingungen für einen optimalen Apfel-Sommer.

Auspflücken – doch warum?

Doch so toll es aussieht, auch bei optimalen Bedingungen hat man im Obstbau einiges zu tun. Wir sind bereits fleissig am «Auspflücken». Das bedeutet, dass man aus der Vielzahl der heranwachsenden Äpfel ausselektioniert und wegwirft, um den anderen Äpfeln Platz zu verschaffen. Ein Blütenbüschel besteht vielfach aus fünf Blüten. Gibt es aus jeder Blüte einen Apfel, haben nicht alle Platz, zu einem ansehnlichen Apfel heranzuwachsen. Es besteht die Gefahr, dass die Äpfel unförmig sind, oder sauer und klein bleiben, da der Baum nicht genügend Reserven hat, alle Äpfel zu ernähren.

Fleissige Helfer...
...haben den Kniff bald raus.

Wie funktioniert Auspflücken?

Meistens lässt man pro Blütenbüschel einen Apfel, oder man formt eine Faust um den Apfel, um abzuschätzen, ob ein zweiter Apfel noch Platz hat. Alle Äpfel, die die Faust berühren, müssen weg. Also jede Handbreit ein Apfel – lautet die Faustregel. Zudem sollte man darauf achten, dass immer noch genügend Blätter vorhanden sind, um den Apfel «zu vesorgen». Ca. 20 Blätter sollten pro Apfel vorhanden sein.

Was passiert mit den ausgepflückten Äpfeln?

Diese werden vom Baum weg in die Fahrgasse geworfen. Dort werden sie beim nächsten Grasschnitt überfahren evtl. zerkleinert. Den Rest erledigen die Kleinlebewesen. Das gibt guten Dünger für die nächste Generation Äpfel.

Übrigens lässt man die ausgepflückten Äpfel nicht einfach fallen. Falls ein Apfel aus dem oberen Bereich gerade hinunter fällt auf einen anderen Apfel, bekommt dieser eine Delle fast wie nach einem Hagelschlag.

Erste Ernte bereits im Juli

Und schon bald trägt diese Arbeit Früchte. Die erste Ernte kommt heuer bereits ab Juli, da die Vegetation durch die grosse Wärme ca. 10 Tage Vorsprung auf ein normales Jahr hat. Die Sorten, die als erste reif sind, sind Vista Bella, Klarapfel und Julyred.

Kategorien:

Diese Seite Teilen:

Ähnliche Beiträge