Bauern-Portraits #1: Familie Glauser Seegräben

31. Juli 2017 Valérie

Wir starten eine neue Serie. Und zwar schauen wir mal rum, wer eigentlich so mit uns zusammenarbeitet. Wir starten mit der Familie Glauser aus Seegräben. Die sind so oft bei uns und so zahlreich vertreten, dass wir schon versucht waren, unseren Hof in «Glauserhof» umzutaufen. Hans Glauser war mit seinen beiden Söhnen und seinem Schwiegersohn bei uns zum Interview.

«Der Glauser» ist quasi mit uns verwandt. Seine Tochter Karin hat bei uns die Lehre als Koch gemacht und letztes Jahr erfolgreich abgeschlossen, seine andere Tochter Monika arbeitet 2 Tage die Woche im Hofrestaurant. Und sie kommen regelmässig zum Kafi zu uns auf dem Juckerhof. Die Zusammenarbeit besteht schon seit Jahrzehnten. Und wird immer intensiver.

Hans und seine Frau Vreni haben ihren Betrieb 1989 von Hans Glausers Vater übernommen. Sie haben 2 Söhne und 3 Töchter. Zusammen mit seinen Söhnen Urs und Martin hat Hans Glauser 2012 eine Generationengemeinschaft gegründet. Sie sind also alle gleichermassen beteiligt. Bernhard, Ehemann seiner Tochter Monika, ist auch mit von der Partie.

Was habt ihr für einen Betrieb?

Wir haben zwischen 35-40 Milchkühe und 60 Rinder und Ochsen in der Mast. Gerade heute Morgen wurden wieder 5 «Feisse» abgeholt. So sagt man, wenn sie genug Gewicht haben zum Schlachten. Sonst machen wir viel Forstarbeit und Ackerbau.

Und dann natürlich immer wieder Lohnarbeiten für Kollegen und Nicht-Kollegen :-): Gartenbäume fällen oder schneiden. Für andere Bauern mähen. Zudem bin ich stellvertretender Gemeindearbeiter und mache den Winterdienst in der Gemeinde Seegräben.

Wie seid ihr mit den Juckers in Kontakt gekommen?

Uh, das ist schon mehr als eine Generation her. Schon mein Vater hat mit Uelis Vater «geschäftet». Allerdings nicht so viel wie wir es heute machen. Irgendwie haben wir immer das angeboten, was der Jucker brauchen konnte. Auch relativ spontan :-). So richtig angefangen hat es, als Ueli mit ungefähr 60 beschloss, den Wald nicht mehr selber zu machen.

Worin besteht die Zusammenarbeit mit der Jucker Farm AG?

Die ist heute sehr vielfältig. Wir übernehmen wie gesagt viele Forstarbeiten, mähen Wiesen oder liefern Holzschnitzel für Events und die Heizung.

Früher haben wir den Juckers sogar Säuli abgekauft. Das ist aber schon lange her.

Was sind für dich die Herausforderungen heutzutage als Landwirt?

Das Hauptproblem ist der Preiszerfall. Für unseren Vater war das noch kein Thema. Und meine Söhne kennen nichts anderes. Aber für mich ist es schon schwierig, dass seit den 90er Jahren einfach alles in sich zusammenfällt. Der Druck wird immer grösser. Die Maschinen und die Rohstoffe wie Saatgut oder Dünger sind nicht billiger geworden.

Die Subventionen sind zwar gestiegen, können aber niemals wett machen, was wir durch tiefere Preise verlieren.

Und wie begegnest du diesen Herausforderungen?

Wo es geht, versucht man sich zu vergrössern. Mehr Fläche zu bewirtschaften oder mehr Tiere zu halten. Oder wir weichen aus auf andere Lohnarbeiten oder erweitern in andere Geschäftsfelder.

Wie nimmst du die Jucker-Brüder war?

Wir haben’s gut. Am meisten kommunizieren wir zwar schon noch mit dem Ueli. Den Trubel hier im Dorf nehme ich nicht zu ernst. Das ist purer Neid, der da aus den Leuten spricht. Dabei hat man früher schon zusammengearbeitet.

Und eben: Jeder Landwirt muss schauen wo er bleibt. Das gilt auch für die Jucker Brüder. Das kann man keinem ankreiden. Mir wurde auch schon gesagt «wottsch eigentlich alles frässe», weil ich auch schaue, dass ich meinen Betrieb vergrössern kann.

Was gefällt dir an der Jucker Farm AG?

Dass wir hier immer unseren Pausen-Kafi nehmen können und immer herzlich willkommen sind.

Und für mich als Vater war es natürlich schön, dass Karin hier in einem solch vielfältigen Betrieb ihre Lehre machen konnte.

Und er zahlt immer pünktlich :-)

…und was vielleicht weniger?

Eigentlich verstehen wir uns gut. Nur einmal hatten wir Zoff. Weil wir auf 4 oder 5 Uhr morgens bestellt wurden, um die Holzschnitzel von einem Event wieder abzuholen. Es kam von uns natürlich nur einer. Da standen aber noch die ganzen Festbänke rum. Da bin ich hässig geworden. Jetzt ist aber wieder alles gut :-)

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