Der Mann von der Scholle

02. Juni 2016 Valérie

Patric Schöller (links im Bild) ist ein Jungbauer wie er im Buche steht. Vor nicht ganz zwei Jahren kam er auf den Spargelhof in Rafz um Walter Pfister bei der Produktion unter die Arme zu greifen und ist jetzt stellvertretender Produktionsleiter. Seinem Nachname macht er alle Ehre: Patric ist ein Mann der Scholle. Bodenständiger kann man glaub ich nicht mehr sein. Viel Reden ist nicht sein Ding – lieber machen. 

Er ist Bauer aus Berufung. Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Bauern kommt er nicht aus einer Bauernfamilie. Auf den Geschmack gekommen sei er durch einen Bauernbetrieb in der Nachbarschaft, mit dessen Sohn er noch heute befreundet ist.

Es ist spannend, mehr über den jungen Mann zu erfahren, der Landwirt als Traumberuf gelernt hat, ohne familiäre Prägung oder Verpflichtung.

Seit wann arbeitest du hier?

Seit 15. August 2014

Wie bist du auf dem Spargelhof gelandet?

Ich war fertig mit der Ausbildung zum Landwirt und auf der Suche nach einer Stelle. Das erste was ich angeklickt hatte, war das Jobinserat für einen Stv. Betriebsleiter / Vorarbeiter auf dem Spargelhof. Ich hab mich gleich beworben und sass 3 Tage später beim Vorstellungsgespräch.

Was ist dein Job? Beschreibe einen Arbeitstag…

Heute bin ich Stv. Produktionsleiter des Spargelhofs Rafz und bezüglich Produktion die Rechte Hand von Walter Pfister. Der Tag beginnt früh. Im Winter um 6.30 Uhr, im Sommer um 5.30 Uhr. Eine halbe Stunde, bevor die anderen Arbeiter anfangen, ist Besprechung im Büro. Zusammen mit Wälle und Raphi (der heute den Job des Stv. Betriebsleiter macht, Anm. der Redaktion) besprechen wir den Tag und nehmen die Einteilung der Arbeiter vor. Mich eingenommen. Ich helfe immer auch auf dem Feld mit – vor allem wenn Not am Mann ist. Sonst habe ich viele Sonderaufgaben wie z.B. der Pflanzenschutz – und ich bin Ansprechperson für die Leute auf dem Feld. Zu Ende ist der Tag irgendwann zwischen 19 Uhr und 20 Uhr – im Winter auch mal früher.

Stören dich die langen Arbeitstage nicht?

Nein. Sonst wäre ich nicht Landwirt geworden. Für mich gehört das bei dem Job dazu. Und ich mach die Arbeit ja gern. Wir haben dafür im Winter einfach mal einen zusätzlichen Nachmittag frei.

Was magst du an deiner Arbeit am liebsten?

Ich mach’s nur wegen dem Geld :-) (lacht)

Nein, Quatsch! Die Kürbiszeit, das ist voll mein Ding. Für die Kürbisse bin ich komplett verantwortlich und betreue sie von A bis Z, vom Aussetzen über die Pflege bis hin zur Ernte. Die Kürbisse sind ein Bisschen mein Baby.

Gibt es auch etwas, was dich stört?

Dass die Technik im Feld veraltet ist. Die Traktoren und andere Maschinen haben teilweise ihre Tücken und es wäre schön, mal etwas Neues, Funktionierendes zum Arbeiten zu haben.

Wie entspannst du dich wenn du mal nicht arbeitest?

Ich verbringe möglichst viel Zeit mit meiner Mutter. Auch sonst ist es mir wichtig, meine Kontakte zu meinen Freunden in Deutschland zu pflegen.

Hast du Zukunftsträume, die du uns verraten magst?

Weiter zu kommen im Beruf. Z.B. das Diplom zum Agrotechniker oder die Meisterprüfung zu machen. Cool wäre halt, mal einen eigenen Betrieb zu haben. Aber das ist heute gar nicht so einfach. Aber für den Moment bin ich hier definitiv am richtigen Ort. 

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