Die Jucker-Saga Teil 4

19. Juni 2018 Valérie

Walter Jucker, der Grossvater von Beat und Martin Jucker war inzwischen ein junger Mann mit vielen Engagements. Wie er seine künftige Frau kennen lernte und wie die junge Familie trotz – oder gerade wegen des Kriegs – prosperierte.

Teil 1 – frühes Familiendrama
Teil 2 – Hilfe von aussen zu einem hohen Preis
Teil 3 – das schwierige Leben zwischen den Weltkriegen

Elsa

«Der Konsumverein Aathal war zu jener Zeit ein guter Mostkunde von uns. So ca. alle 2 Wochen konnten wir ca. 150 Liter Obstsaft liefern. Mit Hilfe eines langen Seiles und zwei starken Armen liessen wir die Fässer die grosse steile Treppe ins Aathal hinunter. Am liebsten war mir, wenn die fleissige, anstellige Verkäuferin helfen durfte», beschreibt Walter Jucker seinen ersten Kontakt mit Elsa in der Familienchronik.

Obwohl Walter Jucker kein guter Sänger war, war er Mitglied im Männerchor und wurde sogar zum Fähnrich gewählt. Zur Einweihung der neuen Fahne wurde er von einigen Ehrendamen begleitet und die liebe Elsa war ebenfalls dabei. Elsa wohnte bei der Familie Leimbacher im Sack (auf der anderen Seite von Aathal). «Von einem Sängerfest auf der Altrüti Gossau war der Heimweg zu Fuss natürlich soo schön», schreibt Walter Jucker. An Ostern 1938 feierten die beiden Verlobung, ein Jahr später wurde geheiratet. An der Kalten Sophie.

Familienzuwachs im Krieg

Leider wurde die junge Ehe von der drohenden Kriegsgefahr überschattet. Ende August desselben Jahres war General-Mobilmachung. Alle vier Männer, die zu dieser Zeit auf dem Juckerhof arbeiteten, mussten einrücken. Mit Hilfe von alten Nachbarn und zeitweise vom Militär konnten Elsa und Mutter Jucker das nötigste mit dem Vieh besorgen. Zudem durfte man als Bauer immer mal wieder um Urlaub vom Aktivdienst bitten. Von den vier Männern durfte abwechslungsweise immer einer nach Hause.

Im Oktober 1939 war Walter Jucker kurz zuhause. Eine Anzahl Schüler half bei der Rübenernte. Gerade wegen des Krieges wurde die Nahrungsmittelversorgung immer wichtiger. Das Jahr 1939 war ein sehr regenreiches Jahr, beim Säen sanken die Pferde stellenweise bis zu den Knien ein. Die Obsternte war in diesem Jahr nur klein. Der darauffolgende Winter war hart und kalt. Anfang Februar durfte Walter Jucker zwei Wochen nach Hause und konnte bei der Geburt seiner ersten Tochter dabei sein. Und weitere Kinder folgten Schlag auf Schlag.

«Die Kriegsjahre waren bei uns überaus fruchtbare Zeiten. Auch unsere Familie wuchs trotz oder wegen des Aktivdiensts fröhlich weiter», schreibt Walter Jucker. 1941 folgte Ueli Jucker (der Vater von Beat und Martin), anderthalb Jahre später bereits der zweite Sohn, und zwei Jahre darauf gleich noch ein Sohn.

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Das sind bis jetzt vier Kinder. Es folgten sehr lebhafte, aber auch turbulente Jahre. Wie gross die Kinderschar noch wurde und wie das Familienleben weiterging, erfahrt ihr im nächsten Teil…

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