Die Jucker Saga - Teil 5

10. Juli 2018 Valérie

Scheinbar gerade wegen des Krieges wuchs die Jucker’sche Kinderschaar stetig weiter. Und so folgten sehr lebhafte, aber auch turbulente Jahre….

Teil 1 – frühes Familiendrama
Teil 2 – Hilfe von aussen zu einem hohen Preis
Teil 3 – das schwierige Leben zwischen den Weltkriegen
Teil 4 – blühendes Familienleben

Die Familie hält zusammen

«Obwohl wir in unserem Hause immer Jung und Alt zusammenwohnten, hörte oder spürte ich keine Schwiegermutterprobleme. Wir hatten ja einen Stiefvater, der uns genug Sorgen bereitete. Meine Mutter und die Grossmutter, die gemeinsam ihr grosses Leid tragen mussten, schätzten und liebten einander sehr. Auch meine Frau Elsa und meine Mutter hatten glücklicherweise keine Probleme.

Im Jahre 1936, als ich von meinem ersten Dienst-Einsatz nach Hause kam, empfing mich meine Mutter schon im Freien. Im Stall hatte sie eine Kalberkuh und im Hause war soeben unsere liebe Grossmutter im Alter von 83 Jahren gestorben.

Im Herbst 1947, als unsere zweite Tochter «Susi» im Stubenwagen lag, kam eine gute, meist fröhliche Hilfe zu uns. Zum März 1949 kam der Storch schon wieder und brachte uns «Christian».  

Da unser Haus für unsere grosse Familie zu klein wurde, brachen wir auf der Nordseite die alten Schweineställe ab. Mit dem neuen Anbau konnten wir wertvolle Räume gewinnen: Eine grosse Waschküche mit Bad und Dusche. Und im ersten Stock zwei Schlafzimmer», schreibt Walter Jucker.

Ueli Jucker kann sich gut daran erinnern, wie die schlussendlich 8 Kinder in den wenigen Zimmern untergebracht waren. Jeweils 2 Kinder im gleichen Bett und in jedem Zimmer standen 2-3 Betten. Auch dies wäre nach heutigen Massstäben unvorstellbar. Ueli sagt darüber: «Es isch schön warm gsi». Kein Wunder, dass man die körperliche Nähe und Wärme geschätzt hat. Denn damals waren die Schlafzimmer noch unbeheizt, und im Winter war es bitterkalt. Zur Not habe man eine Bettflasche mit ins Bett genommen.

Turbulente Jahre

Im Jahre 1949 meldete sich Walter Jucker zur Meisterprüfung. Das war damals noch neu, und Walter Jucker war einer der ersten Bauern, die eine solche absolvierten.

Anfangs des Jahres 1950, nur knapp 3 Jahre nach der Grossmutter, wurde die Mutter von Walter Jucker krank und musste ins Krankenhaus. Leider war ihre Krankheit unheilbar und führte anfangs März im Alter von 63 Jahren zu ihrem Tode.

Im gleichen Monat am 24. März 1950 erblickte eine weitere Tochter «Luise» das Licht der Welt.

Trotz dieser Turbulenzen absolvierte Walter Jucker die Meisterprüfung: «Im April musste nach diesen struben Wintermonaten zur theoretischen Meisterprüfung. Nach dieser - unter erschwerten Bedingungen - noch einigermassen gut bestandenen Prüfung konnte ich meist rechtschaffene Bauernsöhne als Lehrlinge aufnehmen und weiterbilden.»

Der frühe Tod der Mutter Jucker war keine Erleichterung: «Wir hofften immer, unsere liebe Mutter könne einmal ihren ursprünglichen Ehegatten um einige Jahre überleben. Unser Stiefvater konnte vom Erwachen am frühen Morgen bis zum Einschlafen am Abend die ganze Familie mit allen Angestellten kritisieren, nörgeln und beschimpfen.

Hermann bleibt

Obwohl er weiter bei uns wohnte und etwas mithalf, suchte er sich bald aus seiner Verwandtschaft eine geschiedene Frau. Er wollte im kommenden Alter gut ver- und umsorgt sein». Hermann blieb die kommenden Jahre auf dem Hof und wohnte mit seiner neuen Frau im Haus nebenan (da wo jetzt die SeeStube drin ist, Anm. der Red.).

Im nächsten Teil lautet das Motto «Der Jucker war schon immer verrückt». Wie schon damals innovative Konzepte gelebt und erfunden wurden und mit welchen landwirtschaftlichen Herausforderungen man konfrontiert war, erfahrt ihr im nächsten Teil.

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