Die richtige Erziehung für unsere Reben

08. April 2015 Valérie

Auch unsere Rebpflanzen durchlaufen eine (gute! ;-)) Kinderstube. Damit sie später genügend Ertrag abwerfen, müssen sie schon jetzt in Form gebracht werden. Und zwar GENAU jetzt. Ist es kälter, sind die Zweige zu sperrig. Wartet man zu lange, nimmt der Baum es einem übel. Immer im Winter werden die Reben – wie andere Obstbäume – geschnitten. Dabei schneidet man diejenigen Zweige zurück, die im vergangenen Jahr gewachsen sind (sog. einjährige Zweige). Nach dem Schneiden der Bäume ist es wichtig, diese möglichst rasch an einen Draht herunter zu binden.

Warum?

Wartet man zu lange, kommt mit der Wärme der Stoffwechsel des Baums in Gang und produziert einen klebrigen Saft, der aus der Anschnittstelle heraustropft. Wenn der Ast weiter nach oben wächst, läuft der Saft am Ast herunter und verklebt die darunterliegenden Knospen. Also auch keine Blütenblätter und somit keine Trauben.


Am meisten Trauben produziert der Baum, wenn der Ast waagerecht platziert wird. Deshalb bindet man den Trieb auch hangabwärts. Würde man ihn hangaufwärts oder gerade nach oben wachsen lassen, investiert der Baum ins Wachstum der Triebe. Richten sich die Triebe hangabwärts, wird die Fruchtbildung gefördert.

1) Ungeschnittener, unerzogener Trieb einer Weinrebe
2) Der geschnittene Trieb wird sanft gebogen

Mit dem "Runterbinden" haben die Trauben optimale Bedingungen, sich voll zu entfalten und hängen nicht auf den Boden herunter.

Im nächsten Jahr wird der alte Trieb entfernt und ein neuer Einjähriger an den Draht runtergebunden. Die einjährigen Triebe tragen jeweils am meisten Früchte. Bei optimalen Bedingungen kann es sein, dass unsere Pflanzen, die erst letztes Jahr gesetzt wurden, bereits dieses Jahr erste Trauben produzieren.

3) Mit Gummibändern werden die Triebe am Draht befestigt
4) Ein korrekt beschnittener und herunter gebundener Trieb

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