Ertragssteigerung bei den Reben

29. Juni 2015 Valérie

Die Zeit ist reif für das Ausbrechen der Triebe. Ben und Erika haben auf unserem neuen Rebberg auf dem Juckerhof einen Tag lang daran gearbeitet. Die Triebe wurden vor einigen Wochen „heruntergebunden“ (wir berichteten). Gestern folgte der nächste Schritt.

Was passiert beim Triebe ausbrechen?

Die Weinrebe hat in der Zwischenzeit zwischen 6 und 8 Seitentriebe gebildet. Davon mussten nun die 3-5 stärksten ausgewählt werden. Meistens sind es die nahe am Stamm. Bei starken Rebenpflanzen lässt man eher 5 gute Triebe stehen, bei schwächeren eher nur 3.

Warum muss man Triebe ausbrechen?

Ziel ist es, den Nährstoff, der durch die Pflanze nach oben gelangt, möglichst auf wenige Triebe zu konzentrieren, damit diese möglichst grosse und süsse Trauben produzieren.

So werden die Reben sorgfältig "ausgebrochen"

Würde man das nicht tun, erhielte man vielleicht ähnlich viele Kilos Ernte. Allerdings hat man dann statt grossen, süssen viele kleine und saure Beeren. Der Anteil an Trester (Schale, Kerne etc.) wäre grösser und es gäbe schlussendlich weniger Wein.

Die ca. 7 Triebe...
...werden auf 3 bis 4 reduziert.

Reben sind Selbstbestäuber

Schon jetzt kann man bei einigen Rebenpflanzen die Ansätze für die späteren Trauben erkennen. Daraus werden in wenigen Wochen feine Blüten entspringen. Diese werden nie so gross wie Apfel- oder Kirschblüten, da sie nicht darauf angewiesen sind, Bienen anzulocken. Reben sind nämlich Selbstbestäuber.

Und noch was zum Fachvokabular:

Die Rebpflanze bildet verschiedene Triebe aus. An einem Trieb können mehrere Trauben gebildet werden. Dabei sind Trauben nicht wie umgangssprachlich verwendet die einzelnen runden Früchte, sondern das ganze Bündel. Eine Traube besteht wiederum aus mehreren einzelnen Beeren. So. Jetzt wisst Ihr Bescheid. :-)