Es wird eisig kalt

23. Februar 2018 Valérie

Einen baldigen Frühling können wir uns erst mal abschminken. Es wird kalt. So richtig. Ab Sonntag sollen die Temperaturen gemäss Wetterprognose erst mal nicht mehr über 0 Grad steigen, sondern sinken in den Keller. Bis zu -12 C° könnte es gemäss Wetterprognosen gegen Mitte nächster Woche werden.

Meteonews spricht von der «russischen Kältepeitsche»: Da sich ein Hoch über Skandinavien ausbreite, fliesse entlang seines Südrandes russische Polarluft zu uns. Wie lange sich die Frostluft festsetzen wird, sei noch nicht klar. Wie es aussieht, dürften die Temperaturen gegen Ende der Woche langsam wieder milder werden.

Ist eine Seegfrörni in Sicht?

«Ziemlich sicher nicht», meint Martin Jucker. Für eine Seegföri brauche es 120 Kältegrade (=Summe der negativen durchschnittlichen Tagestemperaturen). Wir sind jetzt bei ca. 25 Kältegraden. Das heisst es bräuchte noch mindestens 7-8 Tage mit durchschnittlich -10°C. Bereits am Freitag sieht es so aus, als würden die Temperaturen sich wieder auf den Nullpunkt zubewegen. Und es ist sehr unwahrscheinlich, dass es danach nochmal so kalt wird.

Was bedeutet das für unsere Kulturen?

Eigentlich ist es normal, dass es im Winter auch mal einige Tage lang unter Null grad ist. Und wie wir bereits in einem Artikel im Februar 2015 erklärt haben, ist es gerade beim Kernobst wichtig, dass sie eine Winterruhe haben, damit der Stoffwechsel der Bäume «herunterfahren» kann. Ausserdem hat eine «anständige» Kälte den Nebeneffekt, dass Pilzsporen und Gelege von Schädlingen (z.B. die der Kirschessigfliege Drosophila Suzukii) kaputtgehen.

Weiterer toller Nebeneffekt: Der intensiv bewirtschaftete Boden, der durch Traktorfahrten verdichtet ist, kann sich durch den Frost wieder lockern. Durch das Gefrieren und Wiederauftauen wird er wieder schön krümelig.

Kann es auch ZU kalt werden?

Grundsätzlich: Ja. Für einige Dammkulturen (z.B. Erdbeeren) können die kommenden Temperaturen bereits kritisch werden, wenn sie bis in die Wurzeln gefrieren. Deshalb decken wir diese mit Vlies ab. Dies schützt besonders bei Biswind zuverlässig und ausreichend. Allerdings würde eine durchgehende Schneedecke noch besser isolieren.

In Seegräben haben wir unsere Heidelbeeren-Jungpflanzen vorsorglich gedeckt. Für junge Bäume wird es ab -15° bis -17°C kritisch. Davon sind wir momentan aber noch weit genug entfernt.

Die einzige Sorge gilt im Moment den vom Hagel beschädigten Kulturheidelbeeren. Ihre natürliche Hülle ist beschädigt durch die grosse Kälte könnten dünne Triebe abfrieren. Für unversehrte Pflanzen wäre dies kein Problem.

Wenn der Frost im Frühling kommt... (Bild April 2017)

So richtig nervös würde Produktionsleiter Raphael Peterhans wenn es -20°C und kälter würde. Solche Temperaturen kennt er allerdings nur vom Hörensagen. In den 1960er und 1980er Jahren soll es Winter mit Temperaturen bis zu -30°C gegeben haben, die sogar grosse Obstbäume zum Erfrieren gebracht haben.

 

FAZIT

Vorläufig sind die kalten Temperaturen kein Anlass zur Sorge. Im Winter liegt so eine Kälteperiode schon mal drin. Richtig tragisch wird es, wenn es schon längere Zeit warm war und die Bäume ausgetrieben haben, oder gar bereits blühen. So geschehen im April 2016 und April 2017. Aus erfrorenen Blüten können keine Äpfel mehr entstehen. 

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