Extrem frühe Blüte

04. April 2017 Valérie

Uns fallen fast die Augen aus dem Kopf! Auf dem Juckerhof sind über die letzten Tage sämtliche Blüten aufgegangen. Ein wahres Blütenmeer verleitet die Besucher zu tollen Schnappschüssen. «Es ist wie Cherry Blossom in Japan», sagt Stefan Bächli, «die ersten Blüten waren die Mandelbäumli in Seegräben, kurz darauf kamen die ersten Chriesi-Sorten, dann die Zwetschgen, die Birnen und in diesen Tagen gehen auch die Äpfel auf». Unser Obstbauchef hat selber selten so eine frühe Blütezeit erlebt. «Es ist der Wahnsinn. Normalerweise haben wir diese Situation erst Mitte/Ende April. Dieses Jahr waren wir bereits Ende März so weit».

Nicht nur alles rosarot

Was auf den ersten Blick für alle toll scheint, hat aber auch problematische Seiten. Stefan Bächli ist nur mässig begeistert: «Wenn die Blüten so früh schon draussen sind, ist das Risiko, dass sie durch einen Kälteeinbruch gefrieren, viel grösser. Blüten die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ausgesetzt sind, produzieren keine Äpfel mehr. Zudem mussten wir die Bewässerung der Heidelbeeren bereits in Betrieb nehmen. Das ist per se nicht schlimm, aber extrem früh», erklärt Stefan Bächli. Er ist froh, dass er vor vier Jahren auf dem Juckerhof einen Bewässerungsteich hat bauen lassen. Dieser fängt das ganze Jahr über das Regenwasser auf, um eben für solche Trockenperioden vorbereitet zu sein. Das und das Schmelzwasser des Winters helfen nun, dass unsere Heidelbeeren jetzt trotzdem wachsen können.

Ob es denn positive Auswirkungen gebe, frage ich ihn. «Also wir können vielleicht früher ernten, aber mehr Äpfel haben wir deswegen nicht. Länger ernten ist nicht möglich. Die Bäume produzieren eben so viele Äpfel, wie sie Blüten haben». Aber insgesamt sei es natürlich angenehm, bei diesen Temperaturen zu arbeiten. «Von uns aus kann der Sommer kommen, wir sind parat. Und die Bienli auch. Sie schwärmen bereits seit Tagen wieder fleissig aus. Zusätzlich kommen heute zur Unterstützung die ersten Wildbienli zur Bestäubung unserer Kirschen», so Stefan Bächli.

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