Frostgefahr! Obstbauern zittern um Ernte 2016

22. April 2016 Martin Jucker

Jetzt ist es klar. Der Winter kommt zurück! Mit Kälte, Schnee und Regen. Im April ist das ja nicht sehr ungewöhnlich, die Aktuell vorhergesagten Werte sind aber für Ende April sehr kalt.

Obstbäume blühen bereits

Weit fortgeschritten für die Jahreszeit ist auch die Obstblüte. Das bis anhin milde Wetter im April hat der Natur gefallen und der Frühling hielt Einzug. Steinobst wie Kirschen und Zwetschgen steht in Seegräben in Vollblüte. Birnen ebenfalls und viele Apfelsorten blühen gerade auf. 

MeteoNews ist unser Wetterpartner. "Die kommende Woche wird extrem. Das Ereignis beginnt am Samstag Abend und endet ca. Ende nächste Woche", erklärt Wetterexperte Peter Wick. "Höhepunkte der Kaltluftwelle gibt es in der Nacht auf Montag, Mittwoch und ggf. auch noch Donnerstag. Dabei ist wohl oder übel mit Frost und ggf. auch mit Schnee zu rechnen. Wenn wir da ohne Schaden durchkommen, dann haben wir extrem Schwein gehabt", warnt uns Wick weiter.

Blühender Frühling in Seegräben
Blüte in Gefahr

Blüten vertragen keinen Frost

Die Blüte ist so zusagen die Schwachstelle der Frucht im Frühling. Sie verträgt Frost bis -1°C. Wird es kälter ist die Ernte vorbei. Heute werden für die Zeit vom 24.4. bis 27.4. Tiefsttemperaturen von 0°bis 2°C vorhergesagt. Damit sind wir genau an der kritischen Grenze angelangt. Diese Temperatur gilt für zwei Meter über Boden. Sollte das Timing dummerweise so sein, dass das Wetter am Abend um 19.00 aufklart, bei einer Temperatur um die 5°C sind auch Tiefstwerte von gegen -5°möglich. Insbesondre wenn noch eine kleine Schneeschicht liegt, was in Seegräben auch noch möglich ist.

Was können wir tun?

Im Obstbau sind die Möglichkeiten für Frostbekämpfung klein. Eine Variante die wir auf dem Juckerhof anwenden können ist die Frostberegnung. Mit der Bewässerung wird während der ganzen Nacht Wasser über die Bäume gespritzt. Dieses gefriert zwar, weil aber der Gefriervorgang Energie freisetzt, wird es unter dem Eis, bei der Blüte nie unter -1°C und somit ist die Blüte geschützt. Die Beste Hilfe ist der Pfäffikersee für den Juckerhof und er Zürichsee für den Bächlihof. Das Wasser hat bereits rund 10°C und in einer kalten Nacht wirkt das wie eine Riesen-Heizung.

Bild nach einer Frostberegnung
Früchtepracht trotz Frost

Und die Spargeln?

Die grünen Spargeln erfrieren bei Frost. Das heisst der Teil der Pflanze der nicht mehr im Boden ist, geht kaputt. Das bedeutet ein paar Tage Ernteunterbruch. Die weissen sind im Boden vor Frost geschützt. Wenn die Temperatur sinkt, geht dort einfach die Ernte vorübergehend zurück. Dies ist zwar für alle Spargelliebhaber enttäuschend, aber nur vorübergehend, sobald es wärmer wird, geht’s wieder voll los.

Es wird in den kommenden Tagen sehr spannend und die Wetterlage bleibt aussergewöhnlich. MeteoNews (www.meteonews.ch und www.meteonews.tv) wird Sie auf dem Laufenden halten.

Kategorien:

Diese Seite Teilen: