Gemüse Beutel aus Käsetuch

Gemüse-Säckli aus Käse-Tuch

10. Mai 2016 Valérie

Was für eine Kombination!? Doch beginnen wir bei unserer Motivation, diesen unsäglichen Plastiksäckchen, die man – bis zum Abwinken – wahlweise mit 2 Äpfeln füllt und das einsame Rüebli in ein separates Säckchen packt - den Garaus zu machen. Der Gemüse- äääh, Müllstrudel im Pazifik wird immer grösser, aus Erdöl Hergestelltes baut sich erst in Jahrzehnten oder Jahrhunderten ab. Wir fanden: Es muss eine Alternative her. Und endlich können wir in unseren Hofläden in Seegräben, Jona und Rafz Säckli anbieten, die Sinn machen, hübsch aussehen und extra für uns konzipiert wurden, nach unseren Bedürfnissen.

Das Heimatwerk Zürcher Oberland hat die Heimarbeit wieder belebt. Geschäftsführer Markus Dobrew im Gespräch mit Sarah Müller vom Juckerhof.
Zuerst experimentierte das Heimatwerk mit anderen Naturgeweben.

Erste Idee: Kompostierbare Säckli

Relativ rasch mussten wir feststellen, dass das nicht wirklich eine Option sein kann. Diese Säcke werden aus Maisstärke und abbaubarem Polyester hergestellt, wofür – wie bei den ursprünglichen Plastikbeuteln - Erdöl eingesetzt wird. Für die Produktion der Wachsmaisstärke wird ein Nahrungsmittel angebaut, welches nicht zur Ernährung, sondern für Wegwerf-Beutel eingesetzt wird. Die Produktion dieser nachwachsenden Rohstoffe erfolgt durch intensive Landwirtschaft und in Monokulturen, was nicht besonders ökologisch ist. Die Zersetzung dieser biogenen Beutel im Kompost hängt von der Wärme und Verweildauer ab und ist eher schlecht. In Gewässern würden sich auch diese nur sehr langsam zersetzen.

Zweite Idee: Wiederverwendbare Gemüse-Säckli aus Übersee

Jaaaaa....Nein! Aus komischen Materialien, und womöglich in China von Kindern hergestellt? Nein, Danke. Deshalb haben wir uns für eine dritte Lösung entschieden. Die kann preislich zwar nicht ganz mit den anderen Optionen mithalten, aber da waren uns unsere Werte um einiges wichtiger.

Das Käsetuch stammt aus einer ehemaligen Leinenweberei im Emmental.
Sandra Früh (links) und ihre Kollegin am Nähen unserer Gemüsesäckli.

Dritte Idee: Von hier!

Warum nicht wieder das Heimatwerk Zürcher Oberland kontaktieren? Jenes hat schon unsere tollen Brotsäcke angefertigt, und die Zusammenarbeit mit dem Heimatwerk war äusserst interessant und erfolgreich. Hier kriegen wir 100% regionale Produktion. Das Gemües-Säckli ist eine Extraanfertigung für unser Bedürfnis, wie es der Brotsack auch war. Der Stoff wie auch die Arbeit wird zu 100% hier erledigt. Und das Coole: Die Säckchen sind nicht nur wiederverwendbar, ihr Ursprungsmaterial sind ungebrauchte Käsetücher aus einer ehemaligen Leinenweberei im Emmental. Der Stoff ist aus naturbelassener Baumwolle und somit lebensmittelverträglich. Die Gemüse-Säckli können im Kühlschrank aufbewahrt und bei 40°C gewaschen werden.

Kosten wird das Gemüse-Säckli in unseren Hofläden 10.90. Die Geschichte dahinter, die intelligente Lösung machen diesen Preis attraktiv. Und mit ihm lassen sich zukünftig die einsamen Rüebli und Äpfel zusammen in einen Sack tun. Und: auf dem Gemüse-Säckli können ganz einfach mehrere Barcode-Kleberli angebracht werden. Nimmt man das Säckli immer wieder zum Einkauf mit, braucht es nicht mehr 5 Plastik-Knittersäckli, sondern nur das eine oder evtl. 2 Stoffsäckli. Und es ist zudem so hübsch, dass auch eine andere Verwendung dafür naheliegend ist: es sieht aus wie ein kleiner Reisebeutel :-).

Nebst den wiederverwendbaren Gemüse-Säckli wollen wir in Zukunft anstelle der Plastik-Rollen vermehrt recyklierbare Papier-Säcke anbieten und die Plastiksäckli so weit wie möglich aus dem Hofladen verbannen. Ganz verschwinden werden sie leider nicht: Für feuchte Produkte wie Salat nehmen die meisten Leute dann eben doch lieber einen Plastiksack.

Die 1. Teil-Lieferung dürfte Ende Mai, Anfang Juni in unseren Hofläden in Jona, Seegräben und Rafz eintreffen. Wir freuen uns sehr darauf!

 

 

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