Getreideernte Rafz

Hol die gold’nen Garben

24. Juli 2017 Nadine

«Hejo, spann den Wagen an. Denn der Wind treibt Regen übers Land. Hol die gold'nen Garben, hol die gold'nen Garben!» Die Sonne und die Hitze hat das Korn auf den Feldern zum Vergolden gebracht. Es ist Erntezeit!

Auf unseren Feldern auf dem Spargelhof in Rafz bauen wir Weizen und Gerste an. Das Getreide wurde im letzten Herbst ausgesät. Kurz vor der Aussaat wird der Boden umgepflügt und gelockert. Der offene Boden ist anfälliger für Verschlammung und Erosion. Von Ende Juni bis Anfang August kann das «Wintergetreide» geerntet werden. Der Gerste ist zuerst reif.

Letzte Woche wurde bei uns geerntet. Der Zeitpunkt der Ernte ist kritisch. Denn der Weizen muss genügend reif sein. Auch muss es mindestens 2-3 Tage trocken sein, bevor geerntet werden kann. Gersten ist da besonders heikel, Weizen kann auch im Lager nachgetrocknet werden.

So geht die Getreideernte

Früher wurde das Getreide von Hand mit einer Sichel oder Sense gemäht. Die Getreidehalme wurden zu sogenannten Garben zusammengebunden, welche auf dem Feld zum Trocknen aufgestellt wurden. Typischerweise war das Mähen Männer- und das Garben Frauenarbeit. Anschliessend wurden die Garben in der Scheune gelagert und von Hand gedroschen. Beim Dreschen werden die Körner aus dem Getreide herausgelöst. Durch ein Sieb wird zuerst das Stroh abgetrennt, danach Spreu (Hülsen, Stängel, Samenhüllen usw.) und Körner sortiert.

Heute erledigt der Mähdrescher alle Arbeiten auf einmal. Er mäht, drescht, sortiert grob das Getreide und legt das Stroh auf dem Feld ab. Kaum ein landwirtschaftlicher Betrieb hat einen eigenen Mähdrescher, denn so eine Maschine ist enorm gross und teuer. Lohnunternehmen, welche Mähdrescher besitzen, bieten dies als Dienstleistung für andere Bauernhöfe an. Dies kann zu Koordinationsproblemen führen, da das Zeitfenster für die Ernte häufig sehr klein ist und so alle zum gleichen Zeitpunkt den Mähdrescher wollen. In der Schweiz sind jedoch normalerweise genügend Mähdrescher vorhanden, so dass es praktisch nie zu Überschneidungen kommt.

Letzte Woche wurde geerntet.
Der Mähdrescher war bei uns in Rafz zu Besuch.

Was passiert nach der Ernte

Nach der Ernte geht es für den Weizen von der Getreidesammelstelle, wo das Getreide nochmals sortiert, gereinigt und gelagert wird. Von unserem Silo aus geht es portionenweise direkt an die Hofbäckerei nach Seegräben (mehr zum Thema Brot). Dort mahlen unsere Bäcker das Korn in der Steinmühle und verarbeiten das daraus entstandene Mehl zu verschiedenen Broten, Wähen usw. Je nach Bedarf der Bäckerei kann die Grösse der Getreideanbaufläche erweitert werden. Aktuell bauen wir Weizen auf 7.5ha und Gersten auf 2.5ha an. In Zukunft soll Hafer für eigenes Müesli, Guetzli usw. dazu kommen.

Der Gersten wird für Bier und Gänsefutter verwendet. Unser Bier (Sorten Hell, Amber und Pale Ale) wird von der Brauerei Euelbräu in Winterthur hergestellt. Wie das genau funktioniert, erklärt Valérie in einem älteren FarmTicker Artikel: «Eigenes Hofbier».

Aus dem Weizen entsteht unser Hofbrot...
...und aus dem Gersten wird Bier.

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