Integration hat einen Namen: Rafal

21. Dezember 2015 Valérie

Die Integration hat einen Namen: Rafal Jemielnik. Vor fast 8 Jahren kam der gelernte Zimmermann aus Polen über seinen Cousin auf den Spargelhof in Rafz. Angefangen hat er als Erntehelfer. In seiner ersten Saison hat er 5 Monate lang Spargeln gestochen und Kürbisse geerntet. Ein Knochenjob. Dann kam er jährlich zur Saison auf den Spargelhof. Und nach drei Jahren hat er Karolina kennen gelernt. Sie hatte ebenfalls als Erntehelferin auf dem Spargelhof angefangen. Aus ihnen wurde ein Paar, und 2014 trug die Verbindung Früchte: An Halloween wurde der kleine Igor geboren.

Allerdings blieb Rafal nicht Erntehelfer, sondern legte eine steile Karriere innerhalb der Firma hin. Und das hat seinen Grund: Rafal ist immer gut drauf, denkt mit und hat innert kürzester Zeit Deutsch gelernt. 2013 wollte Rafal fix in die Schweiz ziehen, und seine Arbeit war absolut erwünscht. Er kam auf den Juckerhof zum Events einrichten und für diverse Arbeiten auf dem Hofplatz. Rasch erkannte man sein handwerkliches Talent, und weil zeitgleich die Strohfiguren erfunden wurden, blieb er nicht lange bei der Event-Einrichtung, sondern wurde in den Aufbau der Strohwelten und der Kürbisausstellungen integriert. Er machte seinen Job so gut, dass er heute den Bau der Figuren und den Aufbau der Ausstellungen komplett unter sich hat.

Was ist dein Job? Beschreibe einen Arbeitstag …

Oh das ist schwierig! Je nach Saison sind es ganz unterschiedliche Aufgaben. Ich bin vor allem für die Konstruktion der Figuren verantwortlich. Jeroen (künstlerischer Leiter der Ausstellungen) hat meistens eine Idee im Kopf, bringt diese zu Papier. Zusammen bestimmen wir dann die genauen Dimensionen und schauen, wie man es technisch lösen kann.

Kurz vor den Ausstellungen im August und Januar bin ich dann live vor Ort beim Aufbau und schaue, dass alles richtig aufgestellt wird. Ich schaue, dass die Idee, wie sie ursprünglich gedacht war, auch so umgesetzt wird. Das ist nicht immer einfach ;-).

Wie bist du bei Jucker Farm gelandet? Warum arbeitest du hier?

Meine Eltern hatten zuhause in Polen auch einen Bauernhof. Daher hatte ich den Zugang. Gelernt hatte ich eigentlich Zimmermann und habe für einige Jahre auf Baustellen gearbeitet. Über einen Cousin, der auf dem Spargelhof Erntehelfer war, habe ich von dem Job in der Schweiz erfahren. Er ist jetzt wieder in Polen und arbeitet beim Militär. Scheint ihm da auch ganz gut zu gehen.

Was magst du an deiner Arbeit am liebsten?

Hier kann ich zeigen, was ich kann, und ich schätze das kollegiale Arbeitsklima.

Was würdest du anders machen? Was nervt dich hier?

Etwas mehr Struktur wäre gut. Manchmal ist es sehr chaotisch. Es kommen ganz kurzfristige Aufträge oder Änderungen, und der Informationsfluss ist nicht immer gleich gut. Es kommt vor, dass man wichtige Infos nicht oder zu spät kriegt.

Was machst du ausserhalb der Arbeit?

Ich verbringe viel Zeit mit meiner Familie. Das ist mir sehr wichtig. Zudem bin ich in der Feuerwehr. Ich bin froh, wenn ich helfen kann.

Hast du Zukunftsträume, die du uns verraten magst?

Nächstes Jahr möchte ich Karolina heiraten. Mein Traum ist es, Igor gute Voraussetzungen für sein Leben zu geben, eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Deshalb soll er nächstes Jahr auch in die Kita, um vor dem Kindergarten schon richtig Deutsch zu lernen. Zuhause sprechen wir ja nur Polnisch.

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