Spaghetti aus unserem Mehl

08. September 2017 Valérie

In diesen Tagen gibt es in den Hofläden Spaghetti aus unserem eigenen Ruchmehl! Und produziert werden die nur einen Steinwurf vom Juckerhof entfernt, nämlich in der Mensa der Steinerschule Wetzikon.

Ivan Keller ist Co-Leiter der MenSAH. Kein Schreibfehler. Das muss so heissen. Die Mensa gehört nämlich zum Schweizerischen Arbeiter-Hilfswerk (Link). Darum das Wortspiel. Hier erhalten Stellensuchende die Möglichkeit, sich für den ersten Arbeitsmarkt aufzurüsten, Praxis zu sammeln und allfällige Defizite (oft auch sprachliche) auszubessern.

Küsche Ivan und sein Team von MenSAH.
Spaghetti aus unserem Ruchmehl

UND WARUM MACHEN DIE UNSERE SPAGHETTI?

Ivan und sein Team machen unsere Spaghetti weil...

  1. ...wir am liebsten unser gesamtes Hofladensortiment nur aus Selfmade-Produkten hätten.
  2. ...sie so schön nah sind. Ein naher Lieferant ist uns immer sympathischer, weil die Ware nicht durch die Gegend gekarrt werden muss. Das erste Pack Spaghetti ist denn auch CO2-neutral per Velo nach Seegräben gekommen.
  3. SIE machen wiederum Nudeln und Spaghetti (übrigens nicht nur für uns), weil die Leute an der Steinerschule so viel Ferien haben :-). Ihre Leute vom MenSAH-Projekt müssen sie aber ganzjährig beschäftigen. Aber wenn niemand essen kommt, was soll man denn kochen? Nudeln! Das machen sie vor allem für den Eigenbedarf, als Vorrat. Und weil sie trotzdem noch Zeit hatten und fanden, dass wir noch ein toller Kandidat für einen Kunden für sie wären, hat uns Ivan halt mal gefragt. Et voilà!
In unsere Ruchmehlspaghetti kommen Eier...
...Mehl und Wasser.

WARUM SIND DIE NUDELN NICHT MEHR VON LA MARTINA IN WETZIKON?

An dieser Stelle muss man vielleicht mal anmerken, dass wir mit La Martina als Lieferant keineswegs unzufrieden waren. Nur leider zieht La Martina nach einem Besitzerwechsel weg von hier und zeitgleich haben wir das Angebot von Ivan Keller bekommen, eigene Nudeln zu machen. Da hat es besser gepasst, zu wechseln.

Und selbstverständlich durften wir unsere neugierige Nase bei der Produktion reinstecken und einen Haufen gescheite und weniger gescheite Fragen stellen. Geplant sind Ruchmehl-Spaghetti aus unserem eigenen Mehl und pünktlich zur Saison Kürbis-Nudeln.

Die Spaghetti werden von Hand abgeschnitten...
...und zum Trocknen über Holzsstäbe gehängt.

SO WIRD PRODUZIERT

Die Ruchmehl-Spaghetti werden an einem Morgen im Juni produziert. Eigentlich ist das Rezept sehr simpel. Ruchmehl, Weissmehl, Eier und Wasser ist da drin. Und das Coole ist: Es kann alles in einer Maschine gemacht werden. Sind erst mal alle Zutaten abgewogen, werden sie nacheinander in die Nudelmaschine gefüllt. Für 4-6 Minuten wird alles schön vermischt, bis eine einheitliche Masse entsteht.

Für mich als Laie überraschend: Der «Teig» ist eher eine krümelige Masse.

Ich hatte mir eher einen zusammenklebenden Teigklumpen vorgestellt. Das müsse so sein, erklärt mir Gabi, zuständige Nudel-Chefin, denn der Teig wird unter hohem Druck durch die Matrize gepresst und pappt so genügend zusammen. Wäre er feuchter, bräuchte er nur mehr Zeit zum Trocknen.

Ist der Teig bereit, wird die Maschine in den «Nudelproduktionsmodus» umgeschaltet. Der Teig wird durch eine Matrize gedrückt und läuft in langen Fäden herunter. Sind die Fäden ca. 30 cm lang, werden sie mit einem scharfen Spachtel abgeschnitten. Die noch feuchten Spaghetti werden nun über eine Holzstange zum Trocknen aufgehängt.

Das Trocknen dauert ca. 2 Tage.
Ebenfalls im Sortiment: feine Nudeln aus unserem Kuerbis

Man muss schnell sein, denn schon haben die nächsten Spaghetti ihre Länge erreicht und müssen abgeschnitten werden. Für die Produktion – wenn man nur kleine Mengen macht wie heute – braucht es zwei Leute. Einer sitzt an der Maschine, der zweite «büschelet» die aufgehängten Spaghetti und stutzt sie auf eine ähnliche Länge.

Eine Maschinenfüllung ergibt ca. 10 Säcke getrocknete Spaghetti à 500 gr.

 

1 Tag dauert es, bis die Spaghetti soweit getrocknet sind, dass sie in Gitterkörbe gelegt werden und im Trockenraum weitere 2 Tage trocknen können. Am dritten Tag werden sie verpackt.

It’s all handmade, Baby! Umso mehr freuen wir uns, wenn wir die Spaghetti endlich probieren können. Sollen super schmecken zu allen Arten von Pesto.

Video: So werden unsere Spaghetti gemacht

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