Von der Bank zum Bauernhof

01. Dezember 2017 Valérie

Sarah Müller hat nach der Matura ein Ausbildungsprogramm auf der Bank gemacht und am Paradeplatz gearbeitet. Das war zwar ein spannendes, internationales Umfeld. Aber sie realisierte schnell, dass sie nicht die Passion für Börsenkurse an den Tag legte, wie sie es selbst von sich erwartet hätte.

Darum hat sie kurzerhand gekündigt, ohne zu wissen, wie es weitergeht. Und ist auf den Bauernhof arbeiten gegangen. Und im Reisebüro. Und in vielen anderen Jobs. Zwischendurch hat sie das gemacht, was sie am liebsten macht: Sie ist viel Reisen gegangen.

Jetzt weiss sie, was sie will. Sie macht gerade den Fachausweis Bäuerin und ist an einer Weiterbildung in Gestaltungspädagogik.

Seit wann arbeitest du hier?

Glaub 2013. Zuerst für die Strohdeko. Damals war das Strohfestival ein grosses Thema. Ich war für die Deko zuständig. Die habe ich in vielen kalten Stunden in der Halle in Rafz gefertigt mit unseren polnischen Leuten, die sonst beim Kürbis ernten helfen.

Ich habe seither viele verschiedene Jobs gemacht, die es eigentlich so noch nicht gegeben hat. Anfangs bin ich von Bereich zu Bereich gewandert. Mal war ich im Hofresti, dann habe ich Kürbisevents organisiert, dann den Hof dekoriert… in der Buchhaltung war ich auch noch, das ist aber nicht so gut gekommen. Ich habe gemerkt, dass ich doch nicht so der strukturierte Typ bin. Dabei dachte ich von mir immer, ich sei pingelig-genau :-).

Was ist dein Job heute?

Heute bin ich die rechte Hand von Andy Good, unserem Leiter aller Hofläden und Gastronomie. Ich bin für Spezialprojekte im Bereich Verkauf zuständig, z.B. für die Lancierung und den Einkauf neuer Produkte, vor allem im Nonfood-Bereich. Ich hole Offerten ein, setze neue Ideen um, plane und organisiere viel. Und die Kürbisevents organisiere ich heute noch.

Wie bist du bei Jucker Farm gelandet?

Ich hatte damals beim Charrewäg in Illnau regelmässig bei Events und später für einen kurzen Einsatz auf dem Familienbetrieb im Alltag geholfen. Gleichzeitig suchte ich einen neuen unbefristeten Job. Ich weiss gar nicht mehr, wie ich auf Jucker gestossen bin. Durchs Internet wahrscheinlich. Und habe mich spontan beworben auf eine Stelle im Eventteam. Da war allerdings nichts frei.

Ich wurde dann aber trotzdem eingeladen und dann war plötzlich die Idee, dass ich ja die Strohdeko machen könnte. Allerdings nur im Januar. Ab dem Sommer konnte ich dann definitiv bei der der Jucker Farm beginnen. In der Zeit dazwischen habe ich aus persönlichem Interesse die Bäuerinnenschule gemacht.

Was magst du an deiner Arbeit am liebsten?

Ich mag neue Projekte, bei denen ich mich kreativ ausleben kann. Mir ist meistens schnell langweilig. Das coole an meinem jetzigen Job ist, dass ich Einblick in verschiedene Bereiche habe und immer am Puls des Unternehmens bin. Monotonere Arbeiten zwischendurch oder auch Arbeiten mit Körpereinsatz wie «wümme» machen Spass.

Was magst du weniger gern?

Ach, vielleicht gewisse Produkt-Kalkulationen. Die Mischung macht’s. Hauptsache Abwechslung. Dann mach ich eigentlich alles gern.

Hast du eine lustige Anekdote vom Schaffe?

Ja! Direkt an meinem ersten Arbeitstag! Da hat mich der Ueli Jucker morgens um 10 Uhr direkt gepackt und gesagt: «Chum mit, jetzt nehmen wir erst mal einen Schnaps!» Und dann haben wir mit einem Himbeerschnaps auf den ersten Arbeitstag angestossen. Das war schon lustig. Wobei, ein bisschen unwohl war mir zuerst schon…

Was machst du am liebsten ausserhalb der Arbeit?

Ich gehe mega gern wandern. Allgemein mach ich gern Sport und kreative handwerkliche Arbeiten mit den Händen. Und Reisen! Wenn’s irgendwie geht, gehe ich oft reisen. Meistens mit dem Rucksack oder mit dem VW Bus.

Hast du Zukunftsträume, die du uns verraten magst?

Ich würde gerne zusammen mit einer Freundin ein Projekt im Bereich Wiedereingliederung aufbauen. Sei es nun mit Migrantenfrauen oder Burnoutpatienten… z.B. ein eigenes Kaffee oder einen eigenen Hof oder so. Ganz konkret ist es noch nicht, aber ich habe endlich etwas gefunden, was ich mit Leidenschaft verfolgen kann.

Und ich würde schon nochmal gerne länger reisen gehen. Den Westen und Norden von Australien habe ich noch nicht gesehen, oder Südamerika, oder nochmal Kanada, oder Alaska… Es gäbe noch so viel zu sehen…!

 

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