Apfelgarten Öpfelgarte

Von Schneewittchen und der alternativen Obstbauanlage

18. Oktober 2016 Nadine

„Man ist nie zu alt, um jung zu sein“, sagte schon Schneewittchen. Das Zitat aus dem Disney-Kinderfilm ist genau passend, wenn vom ÖpfelGarten auf dem Juckerhof gesprochen wird. Kinder können sich auf der Suche nach dem Goldenen Öpfel austoben, für die Erwachsenen sind die zwei Irrgärten und das Labyrinth jedoch ebenfalls erlebenswert. Der ÖpfelGarten ist nämlich nicht nur eine Attraktion, sondern eine echte Obstbauanlage.

Anbau Öpfelgarte
Hier werden sorgfältig die ersten Säulenbäume gepflanzt.
Immer schön in die Höhe wachsen lassen...

Mehr als ein Erlebnis

Wie in allen Bereichen, versuchen wir immer besser effizienter und ökologischer zu werden in dem, was wir tun. So ist auch die Idee für das Apfellabyrinth entstanden. Wir suchten nach einer effizienten und nachhaltigen Methode, Äpfel anzubauen. Die Säulenbäume eignen sich gut, da sie sehr dicht gesetzt werden können. So wurden die Bäume als Irrgarten resp. Labyrinth angelegt und es entstand ein Erlebnis der besonderen Art.

Säulenbäume wachsen, wie der Name schon sagt, säulenförmig in die Höhe. Die Seitenäste sind sehr kurz, was enge Pflanzabstände ermöglicht. Der Ertrag pro Fläche ist darum um ein Vielfaches höher. Die Bäume sind schorfresistent und somit für den biologischen Landbau ideal. Zwei bis drei Jahre nach der Pflanzung werfen die Bäume ihren vollen Ertrag ab. Entdeckt wurde diese Art Baum 1960 durch Zufall vom kanadischen Obstbauer Wijcik. Er bemerkte an einem Apfelbaum der Sorte MC Intosh eine Mutation. Bei einem Zweig wuchsen ungewöhnlich viele Früchte dicht an dicht um den Zweig herum. Er vermehrte diesen Zweig und die ersten Säulenapfelbäume waren geboren. Durch die Kreuzung mit schorfresistenten Sorten wie Topaz oder Goldstar wurden die Säulenbäume ebenfalls resistent.

Im ÖpfelGarten auf dem Juckerhof wachsen drei verschiedene Apfelsorten: Rondo, Goldlane und Red Spring. Sie alle sind nun reif und werden laufend geerntet. Alle Äpfel sind essbar und werden zur Produktion des Jucker Farm Apfelmoschts und des hofeigenen Schorlis verwendet.

ÖpfelGarten von Oben
Findest du den Weg bis zur Mitte?
Apfelgarten von Oben
Zwei Irrgärten und ein Labyrinth - doch was ist der Unterschied?

Labyrinth oder Irrgarten?

Im Unterschied zum Irrgarten hat das Labyrinth keine Verzweigungen. Es gibt nur den einen verschlungenen Weg, der ins Zentrum und wieder hinaus führt. Als Vorlage für das Labyinth auf dem Juckerhof diente jenes der Kathedrale von Chartres, allerdings nur mit 7 statt 11 Umgängen. Der Weg ist 509 Meter lang, die Gänge 2.4 Meter breit. Rund 1500 Bäume sind notwendig dafür.

Der WunderGarte, der grössere der beiden Irrgärten, besteht aus 2900 Bäumen und hat eine Gangbreite von 2.22 Meter. Die totale Weglänge beträgt 1105 Meter, der direkte Weg zum Ziel ist 500 Meter lang. Dieser Garten wurde nach dem Vorbild des bekannten Hatfield-House in Herts, Grossbritannien gestaltet. Der kleinere SaftGarte ist eine geschrumpfte Variante des berühmten Irrgarten Hampton Court in London. Hier wachsen die Äpfel zur Schorli-Produktion. Auf rund 540 Metern kann man sich verirren – der Lösungsweg ist 306 Meter lang. Rund 1550 Bäume wurden hier benötigt. 

Die Äpfel sind jetzt reif und werden geerntet - daraus gibt's Moscht!
Neu dieses Jahr: Das Barfusserlebnis neben dem ÖpfelGarten.

Der ÖpfelGarte ist noch bis Ende Oktober geöffnet. Der Eintritt kostet 5 Franken pro Person, Kinder bis 5 Jahren sind gratis und für Familien oder Schulklassen gibt es einen Spezialpreis. Dafür dürfen die Besucher einen gratis Apfel beziehen – jetzt in der Saison direkt ab dem Baum. Mehr Infos finden Sie auf juckerfarm.ch

Und keine Angst, die Äpfel sind nicht vergiftet, wie bei Schneewittchen ;) Also nicht zögern, sondern vorbei kommen!