Warum Kürbisausstellung gratis

26. September 2017 Valérie

Manch einer hat sich schon gefragt, wie das überhaupt aufgehen kann: So eine grosse Ausstellung, so viel Aufwand jedes Jahr zu betreiben – ohne Eintritt zu verlangen?

Wie ist das überhaupt möglich? Und warum ist das so?

Wir haben Martin Jucker gefragt.

Warum ist die Kürbisausstellung eigentlich gratis und kostet keinen Eintritt?

Die Kürbisausstellung ist ein Teil des Juckerhofs und des Bächlihofs. Wir haben viele Stammkunden die uns während des ganzen Jahres besuchen. Die wollen wir nicht vergraulen, indem wir den Zutritt zum Hof kostenpflichtig machen.

Eintritt zu verlangen würde auch bedeuten, dass wir einen Teil dieser Höfe absperren müssten. Das ist nicht wirklich eine Option. Gerade in Seegräben ist das Areal durch öffentliche Flurwege durchkreuzt, da ist das gar nicht möglich.

Für unsere Besucher ist das natürlich ein Vorteil, dass es gratis ist. Für uns ist es jedes Jahr eine Herausforderung, das Ganze nur über den Kürbisverkauf zu finanzieren.

Hat man sich schon überlegt, Eintritt zu verlangen?

In Seegräben war es bei der Erstellung des Kantonalen Gestaltungsplans ein Thema. Gemeinsam mit Kanton und Schutzverbänden haben wir entschieden, dass das Areal öffentlich zugänglich bleiben soll. Das soll und kann jetzt auch nicht mehr geändert werden.

Und wenn ja, wie viel stand zur Diskussion?

Die Höhe eines möglichen Eintritts wurde nie besprochen. An unserer Kürbisausstellung in Ludwigsburg zahlen die Gäste 9 Euro Eintritt. Auch in Berlin, Erfurt und Kaiserslautern sind die Ausstellungen nicht gratis. Wir haben hier in Seegräben also eine privilegierte Situation.

Was stecken hinter der Kürbisausstellung alles für Aufwände?

Die Entwicklung und der Aufbau der Themen sind sehr aufwändig. Dahinter steckt monatelange Arbeit von Chefkünstler Pit Ruge und seinem Team. Die Figuren müssen entwickelt und gebaut werden. Das ist aber erst ein Teil.

Dann müssen die ganzen Beschriftungen und Erläuterungstafeln ausgearbeitet und gedruckt werden.

Tausende von Kürbissen müssen nicht nur angebaut und geerntet, sondern auch noch an den Rohfiguren der Künstler angebracht werden. Hier werden unheimlich viele Arbeitsstunden aufgewendet. Das ist alles Handarbeit.

Wie lohnt sich das finanziell, dass man das jedes Jahr gratis aufstellt?

Nur für Seegräben oder Jona könnten wir niemals diesen Aufwand betreiben. Finanziell geht es nur auf, weil diese Figuren mindestens weitere 6 Jahre für andere Ausstellungen unterwegs sind und in ganz Europa mehrere Millionen Menschen begeistern.

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