Bluete Apfelbaum Frost
Feldbericht von Sabrina

Frost zu Besuch

Diese Nacht überraschte uns mit Frost. Aber es ist doch schon Ende April! Nicht die „Eisheiligen“ waren es, die da nachts ihren kalten Atem über die Landschaft hauchten. Diese sind erst Mitte Mai gerne unterwegs. Wir hatten Glück. 0.9° C wurden nachts aufgezeichnet auf unserer Wetterstation bei den Heidelbeeren hier auf dem Juckerhof. Gemessen auf einer Höhe von 5 cm ab Boden. Dort befindet sich nämlich ein zweiter Temperaturfühler. Also kein Frost, obwohl es auf den Autoscheiben danach aussah?

GEFAHR FÜR DIE OBST- UND BEERENBLÜTEN?

Wenn doch Frost da war, hat das Auswirkungen auf die jungen Blüten unserer Obst- und Beerenkulturen? Stefan Bächli, unser Produktionsleiter Seegräben und Jona, weiss es genauer: „Da die Obstblüten auf einer Höhe von mindestens 50 cm ab Boden vorkommen, sind sie vor Bodenfrost geschützt. Richtig gefährlich wird es für die Blüten erst, wenn es über mehrere Stunden gefroren ist bei -2°C und weniger. Das kann später zu Ernteausfällen führen.“ Auf unserem Spargelhof in Rafz gab es keinen Frost – wohl auch dank des Nebels, der nachts aufzog. Für Kälteempfindlichkeit sorgen oft auch Wind und „Kälteseen“, die durch topografische Verhältnisse vorkommen, wie zum Beispiel Bodenvertiefungen.

DIE EISHEILIGEN

Soweit sind wir nun gut davon gekommen. Aber: die „Eisheiligen“ stehen noch bevor! An fünf aufeinander folgenden Tagen im Mai (11. – 15.) ist ihre Zeit. Dann strömen kalte Luftmassen aus Skandinavien zu uns, und mit ihnen treten Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und Sophia (15. Mai) in Aktion (Quelle: garteln.com (künftig verlinken, jetzt noch nicht)). Die Heiligen und Märtyrer aus frühchristlicher Zeit (Quelle: wetterdienst.de) sind Namenspaten für diese Tage, an denen zum letzten Mal im Frühling mit einer längeren Kälteperiode und starkem Frost gerechnet werden muss. Sophia – die alt bekannte „Kalte Sophie“ - steht an letzter Stelle und wurde – wohl zur Anbetung für Schutz - als Patronin gegen Spätfröste und für das Wachstum der Feldfrüchte ernannt. „Kalte Sophie wird sie genannt, denn oft kommt sie mit Kälte daher gerannt.“ (Bauernregel)

SCHUTZ VOR FROST

Wer seine Sommerblumen oder empfindlichen Sämereien auspflanzen möchte, sollte deshalb erst nach Mitte Mai damit beginnen. Auch für unsere jungen Kürbispflanzen beim Spargelhof in Rafz kann der späte Frost gefährlich werden. Allerdings besteht keine generelle Gefahr, und der Frost müsste nicht nur die Blätter, sondern auch die „Herzen“ der Pflanzen einfrieren, dass es zu einem späteren Ernteausfall kommen könnte. Früher schützte man die Gärten, Äcker und Weingärten mit zu dieser Zeit entzündeten Feuern. Die Rauchnebel legten sich schützend über Blüten und Triebe, und das Feuer wärmte (Quelle: bauernregeln.net). Sind die „Eisheiligen“ überstanden, droht im Sommer noch Ungemach: „Schafskälte“ (um den 11. Juni), „Siebenschläfer“ (27. Juni) und „Hundstage“ (23. Juli – 24. August) können unangenehm werden. Mögen sie uns gnädig sein ;-).

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