Agniezka Kotur
Hofleben von Valérie

Agnieszka – immer zack, zack, zack

Agnieszka’s Geschichte ist sehr lebendig. Wie auch sie selbst. Die 27-Jährige macht nicht den Eindruck, auf etwas besonders lange zu warten. Wenn etwas nicht passt, ändert man es eben. Das war vermutlich das effizienteste Mitarbeiter-Interview, das ich je geführt habe. Sie antwortet schnell und fokussiert. Wahrscheinlich arbeitet sie auch so. UND: sie fährt eine schnelle Karre ;-).

Ihre Geschichte bei der Jucker Farm AG beginnt vor 5 Jahren auf dem Spargelhof. Auch sie hat als Erntehelferin gestartet. Heute ist sie in der HofChuchi als Küchenhilfe angestellt. Sie wohnt in einer „Jucker Farm-WG“ in Aathal.

AGNIESZKA, SEIT WANN ARBEITEST DU HIER?

Insgesamt 5 Jahre. In Seegräben bin ich aber erst seit 1,5 Jahren. Davor habe ich in Rafz 3 Saisons lang Erdbeeren und Himbeeren geerntet, Spargeln gestochen und Kürbisse verkaufsbereit gemacht.

WAS IST DEIN JOB? BESCHREIBE EINEN ARBEITSTAG…

Ich bin als Küchenhilfe angestellt und arbeite entweder in Frühschicht oder in Spätschicht. Da ist es mein Job, Salate und Gemüse zu rüsten, und das Essen für die Bankette bereitzustellen. Da kann es sehr hektisch zu und her gehen.

WIE BIST DU BEI JUCKER FARM GELANDET? WARUM ARBEITEST DU HIER?

Das ist eine lustige Geschichte. Ich war schon vorher in der Schweiz und hatte in einem Restaurant gearbeitet. Auf der Suche nach einem neuen Job bin ich mit einer Freundin durch die Schweiz getourt und bin auf den Spargelhof in Rafz gelandet. Da habe ich per Zufall nach über 5 Jahren eine alte Schulfreundin aus Polen getroffen – Carolina (Rafals Frau, Anm. der Redaktion :-))! Ich hatte gar nicht gewusst, dass sie da arbeitet. Also habe ich Walter Pfister meine Nummer hinterlassen. Er meinte, er würde sich melden, wenn er Arbeit habe. Nach 2 Wochen hat er angerufen und ich durfte Probearbeiten kommen. Dann habe ich 3 Jahre lang auf dem Feld gearbeitet. Aber der Job war schon sehr hart und ich bin wieder zurück nach Polen. Da habe ich Arbeit in einem Kleidergeschäft gefunden. Da kam ich aber auf keinen grünen Zweig, finanziell. In Polen verdient man 300 Euro im Monat. Damit kann man sich ein Zimmer in einer WG und Essen leisten. Aber was an die Seite zu legen, geht nicht. Dann hat mich Wälle wieder angerufen und gemeint, in der Küche Seegräben wäre ein Job frei. Also bin ich wieder zurückgekommen.

WAS MAGST DU AN DEINER ARBEIT AM LIEBSTEN?

Ich mags, wenn so richtig die Post abgeht. Bankette bereitmachen kann in der Hochsaison schon sehr hektisch werden. Aber ich mag das, voll im Stress zu sein, dann gehen die Arbeitstage schnell vorbei.

WAS WÜRDEST DU ANDERS MACHEN? WAS NERVT DICH HIER?

Eigentlich finde ich es super. Was aber manchmal mühsam ist: In der Saison wird es teilweise schon chaotisch und ich kriege unterschiedliche Anweisungen. Dann kann ich auch nicht mehr effizient arbeiten.

WIE ENTSPANNST DU DICH IN DER FREIZEIT? WAS MACHST DU AM LIEBSTEN, AUSSERHALB DER ARBEIT?

Ich gehe gern ins Fitnesscenter, zum Abreagieren. Ich putze und koche gerne. Sonst verbringe ich viel Zeit mit meinem Freund. Da er immer montags bis freitags arbeitet, ich aber oft am Wochenende, sehen wir uns nicht so häufig.

HAST DU ZUKUNFTSTRÄUME, DIE DU UNS VERRATEN MAGST?

Ich möchte definitiv noch mehr Erfahrung sammeln im Job. Und besser Deutsch lernen. Und klar: irgendwann wäre es schön, eine Familie zu haben. Aber zuerst ist der Job dran.

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie liebt schöne Texte und hat vor der Geburt ihres zweiten Kindes das Kommunikationsteam von Jucker Farm geleitet (Zum Portrait).

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