Juckerhof Alte Pappel
Hofleben von Sabrina

Die gute alte Pappel

Wann kann ein Baum zur Gefahr für Gebäude, Tiere, Menschen werden? Diese Frage stellt sich, wenn ältere Bäume der Zivilisation zu nahe stehen. Bäume, welche direkt neben einem Haus Überhand nehmen, können mit ihrem Laub ganz anständig Abläufe von Dächern verstopfen. Kommt dazu, dass sie mit zunehmender Grösse auch mehr Windangriffsfläche bieten, was eine hohe Stabilität und Flexibilität von ihnen fordert. Mit zunehmendem Alter wird ihr Holz brüchiger, vielleicht auch morsch. Dann ist eben diese Stabilität nicht mehr gewährleistet. Und sie können zur Gefahr werden.

DIE GUTE ALTE PAPPEL

So hier bei uns auf dem Juckerhof. Die in den 60er Jahren, in eigentlich guter Absicht gepflanzte Pappel, ist in die Jahre gekommen. Damals hagelte es rege Kritik, die Pappel sei kein Standort gerechter Baum und passe nicht ins Ortsbild. Sie war eine von acht Ihresgleichen und diente zur Beschattung des damaligen Wohnhauses, weil zu dieser Zeit eine ausreichende Isolation der Fassade fehlte. Heute misst sie über 30 Meter und hat ihren Zweck der Beschattung mehr als erfüllt über all die verstrichenen Jahrzehnte. Nun ist sie alt und brüchig und zudem dem Westwind ziemlich schutzlos ausgesetzt. Das ehemalige Wohnhaus und andere Gebäude stehen quasi direkt hinter ihr. Das Risiko, dass sie mit ihren Tausenden von Kilos auf die Gebäude stürzt, ist einfach zu gross – ja, sie muss nun weg. Auch das könnte wiederum für Kontroversen sorgen. Doch macht sie Platz für Neues. Anstelle der Pappel wächst bereits, in gebührendem Abstand zu den Gebäuden, eine hübsche junge Linde heran - ein historisch und Standort gerechter Baum. Und auch diese ist nicht allein. Dazu haben wir einige junge Hochstamm-Obstbäume gepflanzt. So wird das bäuerliche Hofbild, westseitig, noch authentischer. Und es entstehen wieder mehr Aufenthaltsräume für Vögel und Insekten.

ABSCHIED MIT DANK

Über all die langen Jahre hat sie uns Schatten gespendet, die gute alte Pappel, unzähligen Vögeln Zwischenhalt geboten. Ja, wir werden sie schon vermissen …. Doch auch bei Bäumen macht das Leben irgendwann einen Stopp. Wir haben uns mit Dank von ihr verabschiedet und freuen uns auf die junge Linde, die in ein paar Jahren schon ein stattlicher Baum sein wird – mit genügend Abstand zu den Häusern.

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