Robert Götze Koch
Hofleben von Valérie

Go hard or go home

Wenn der Spruch zu jemandem passt, dann zu Robert. Robert ging durch die härteste Koch-Schule, die man sich vorstellen kann. Natürlich - wie könnte es anders sein - in Österreich, in der Nähe von Innsbruck. Da wurden auch einzelne abstehende Barthaare beanstandet.

Die Schule war so hart, dass Robert erst mal keinen Bock mehr hatte und für ein Jahr in der Gerüstbau-Firma seines Vaters in Deutschland gearbeitet hat.

Und seither hat der Kollege aus Halle an der Saale bereits einiges gesehen. Also eigentlich hat er sich durch ganz Zürich gekocht und in allen möglichen Betrieben gearbeitet. Als Ergänzung zu seinem Projekt Dr. Food, mit dem er sich selbständig gemacht hatte.

Robert arbeitet nicht nur hart, sondern er unterrichtet auch noch Kung-Fu für Kids. Nach Jona kam er durch Zufall. Einfach weil die Wohnung dort so toll und günstig war.

SEIT WANN ARBEITEST DU HIER?

Ich bin seit 2009 in der Schweiz. Bei Jucker gestartet bin ich erst temporär im September, seit Oktober 2018 bin ich fest angestellt.

WAS IST DEIN JOB HEUTE?

Ich bin Sous-Chef, dh. stellvertretender Küchenchef von Sam. Meine Aufgaben sind die Bestellungen, das Küchenteam koordinieren, Probleme lösen, dafür sorgen, dass die Hygiene-Standards eingehalten und das Jucker-Farm-Konzept täglich gelebt wird. Und natürlich Kochen ;-).

WIE BIST DU BEI JUCKER FARM GELANDET?

Ich war erst temporär als saisonale Unterstützung hier. Dann war grad eine Feststelle ausgeschrieben, auf die ich mich beworben hatte.

Davor selbständig. Das hat aber nicht so eingeschenkt, dass ich mich damit selber ernähren konnte. Deshalb habe ich die Lücken dazwischen immer mit Temporär-Jobs gefüllt. Ich glaube ich habe schon in jeder grösseren Adresse in Zürich gearbeitet (Four Points im Sihl City, Kameha, im Clouds…)

Ich bin aber froh, habe ich jetzt eine Festanstellung. Das andere war sehr unausgeglichen in Verdienst wie auch Arbeitsbelastung. Da gab es Monate, in denen habe ich doppelt verdient, aber halt auch doppelt gearbeitet. Und dann gab es Monate, da gab es nichts.

WAS GEFÄLLT DIR HIER?

Dass es kein typischer Gastronomiebetrieb ist.

Und man ist als Angestellter keine beliebig austauschbare Nummer. Es ist ein Miteinander, man unterstützt sich gegenseitig. Manchmal ist hier fast etwas zu viel Kuschel-Atmosphäre ;-).

Und das ganze Konzept gefällt mir. Hier wird produziert, verarbeitet und frisch verkauft in einem. Das find ich super, das passt auch zu dem Gedanken von meinem Dr. Food.

WAS MAGST DU WENIGER GERN AN DEINER ARBEIT?

Fällt mir spontan nichts ein.

Was ist dein Lieblingsgemüse oder -obst?

Erdbeeren find ich auf jeden Fall cool. Und Äpfel. Und alles grüne Gemüse, weil’s halt gesund ist ;-).

WAS MACHST DU AM LIEBSTEN AUSSERHALB DER ARBEIT?

Immer freitags unterrichte ich Kung-Fu für Kids und selber geh ich auch ins Training. Ich bin angehender Instruktor. Ich muss immer was Produktives machen und kann nicht stillsitzen. Darum habe ich auch keinen Fernseher zuhause.

Letztens habe ich am Fisherman Strongman Run teilgenommen. Das sind 18 Kilometer Rennen und Hindernislauf. Das war schon hart.

Ansonsten habe ich immer wieder so Mini-Projekte. Vor ein paar Wochen habe ich ein luftdicht verschlossenes Mini-Biotop gebastelt. Eine abgeschlossene Biosphäre, die in sich funktioniert.

Und sonst widme ich mich immer wieder meiner Weiterentwicklung als Koch. Kochen ist für mich wirklich auch mein Hobby. Als nächstes mache ich noch den Diätkoch fertig.

HAST DU ZUKUNFTSTRÄUME, DIE DU UNS VERRATEN MAGST?

Irgendwann eröffne ich meine eigene Restaurantkette mit Dr. Food. Da arbeite ich seit mehreren Jahren darauf hin. Die Erfahrung, die ich hier sammeln kann, ist perfekt. Simple is the best.

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie liebt schöne Texte und hat vor der Geburt ihres zweiten Kindes das Kommunikationsteam von Jucker Farm geleitet (Zum Portrait).

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