
Vorsicht beim Kürbisse selberzüchten
Wer selbst Kürbisse züchten will, sollte seine Samen irgendwann zwischen Mai und Juni in den Boden bringen. Denn so ein Kürbis braucht rund 100 Tage zum Wachsen.
Im Herbst bekommen wir dann hin und wieder Fotos zugeschickt von der Ernte im Garten mit der Frage «Kann man diesen Kürbis essen?» Absolut berechtigt, denn es gibt auch giftige Kürbisse. Zierkürbisse und der Kalebasse Kürbis z.B. eignen sich nur als Dekoration. Sie enthalten giftige Cucurbitacine.
Der Geschmackstest
Weil auch gewisse Speisekürbisse extravagante Formen, Muster und Farben ähnlich wie Zierkürbisse haben können, reicht ein Blick manchmal nicht, um ganz sicher zu sein. Am besten machst du den Geschmackstest. Dafür ein Stückchen vom rohen Kürbis an die Zunge halten. Schmeckt es bitter, solltest du den Kürbis auf keinen Fall essen. Die meisten Speisekürbisse schmecken roh leicht süsslich, nussig, nach Marroni, Kartoffeln oder Kokosnuss. Alles, nur nicht bitter.
Wenn aus Speisekürbissen giftige Kürbisse wachsen
Wer selbst Kürbisse im Garten züchtet und seine Kürbissamen im Gartencenter oder bei einem seriösen Züchter/einer seriösen Züchterin holt, muss sich in der Regel keine Gedanken machen. Die daraus wachsenden Kürbisse kannst du essen. Immer unter der Voraussetzung, dass du Samen für Speisekürbisse gekauft hast.
Knifflig wird es, wenn du selber Samen aus Kürbissen entnimmst. Es ist nämlich möglich, dass aus dem Samen eines einwandfreien Butternuss ein giftiger Kürbis wächst. Gedeihen irgendwo in der Nähe Zierkürbisse – die können auch beim Nachbarn 3 Gärten weiter stehen – kann es passieren, dass Insekten den Pollen dieser Zierkürbisse auf deinen Speisekürbis übertragen. Den im gleichen Jahr wachsenden Butternuss kannst du dann zwar immer noch essen, aber den Kürbis-Hybrid, der aus seinen Samen im nächsten Jahr wächst, nicht. Oder zumindest nicht ohne Magen-Darm-Beschwerden.
Das Fiese daran: Die zufällige Kreuzung muss sich optisch nicht von einem normalen Butternuss unterscheiden, kann aber trotzdem Cucurbitacine vom Zierkürbis enthalten. Auch hier gibt der Geschmackstest Aufschluss.
Was ist denn dieses Cucurbitacin?
Dass Cucurbitacine giftig sind, weisst du ja jetzt. Sie können nicht nur in Kürbissen vorkommen. Auch Gurken, Melonen und Zucchetti (alles Kürbisgewächse) können die für uns schädlichen Bitterstoffe enthalten. Entweder auch durch Kreuzung mit anderen Gewächsen oder indem die Pflanze Stress ausgesetzt wurde. Also schnell weg damit, wenn euer Gurkensalat komisch bitter schmeckt.
Cucurbitacine kommen - respektive kamen - in geringer Konzentration in allen Kürbisgewächsen vor. Die Pflanzen produzieren sie als Schutz vor Insekten, Schnecken und anderen Tieren. Aus den bei uns im Handel erhältlichen Kürbissen und Co. wurden die Bitterstoffe aber so gut wie komplett weggezüchtet. Sie enthalten höchstens noch ganz kleine Mengen.
Die schädlichen Bitterstoffe sind hitzebeständig, verschwinden also nicht beim Kochen. Auch abwaschen lassen sie sich nicht. Darum einfach weg damit, wenn’s bitter schmeckt.
Falls du deine Kürbisse lieber im Laden kaufst, hier ein paar Tipps, worauf du achten kannst:






Noch keine Kommentare zu “Vorsicht beim Kürbisse selberzüchten”