
Woher das Saatgut für unsere Lebensmittel kommt
Ohne Samen, keine Pflanzen. In der Schweiz gibt es rund 1350 Produzenten, die Saatgut vermehren, respektive für den Verkauf herstellen. Das geht aber nicht einfach so. Um Saatgutproduzent zu werden, ist eine Zulassung vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) nötig. Ob die Anbaubedingungen für das Saatgut stimmen, wird von sogenannten «Vermehrungsorganisationen» geprüft.
Vom im Jahr 2025 geernteten Saatgetreide – dazu gehören Weizen, Dinkel, Gerste, Hafer und Co. – wurden bisher 24'567 Tonnen verkauft (Quelle: swisssem). Das Bio-Saatgetreide machte dabei einen Anteil von 13.8% aus. Denn Bio-Saatguthersteller müssen zusätzlich zu den Bedingungen des BWL auch die Richtlinien von Bio Suisse einhalten. Wie sieht es aber in der regenerativen Landwirtschaft aus?
Explizit regenerative Saatguthersteller, deren Ware in der Schweiz verkauft werden darf, gibt es aktuell keine. Lediglich für Untersaaten und Gründüngungen existieren spezialisierte Hersteller, wie unser Jucker Farm interner Experte für regenerative Landwirtschaft, Sven Studer, weiss. Im Ausland, wo die Vorschriften weniger streng sind, ziehen regenerative Betriebe teils ihr eigenes Saatgut nach.
Ungebeiztes Saatgut für gesunde Böden
Auf die Bodengesundheit, auf der der Fokus der regenerativen Landwirtschaft liegt, hat Saatgut einen untergeordneten Einfluss. Allerdings können Pflanzenschutzmittel an Samen die Mikrobiologie im Boden stören. Eine Lösung dafür ist ungebeiztes Saatgut zu verwenden. Also Saatgut, das nicht mit Pestiziden behandelt wurde. Das kommt auch auf den Feldern von Jucker Farm zum Einsatz.
Mittlerweile gibt es zudem eine Saatgut-Beizung, die den Wiederaufbau des Bodens fördern soll. Die Samen sind dabei mit einer speziellen Mikrobiologie behandelt. Sven probiert das aktuell bei einigen Kulturen auf seinem eigenen Hof aus.
«Wo das Saatgut wächst, hat einen riesigen Einfluss darauf, wie gut die Pflanze später gedeiht.»
Sven Studer, Experte für regenerative Landwirtschaft
Er war fast 20 Jahre in der Saatgutherstellung tätig und weiss darum: «Wo das Saatgut wächst, hat einen riesigen Einfluss darauf, wie gut die Pflanze später gedeiht.» Die gleiche Maissorte kann auf einem Hof krank werden, während sie beim Nachbarn/der Nachbarin problemlos wächst. Der Grund dafür: Das Saatgut des einen Betriebs kam aus einem Gebiet, in dem Pilzkrankheiten vorkommen, das des anderen aus einer Region, die weniger mit solchen Krankheiten zu kämpfen hat.
Woher hiesige Landwirt*innen ihr Saatgut beziehen, unterscheidet sich je nach Kultur stark. Die Samen fürs Brotgetreide kommen grösstenteils aus dem Inland. Auch ein Grossteil vom Maissaatgut wird in der Schweiz produziert. Samen für Zuckerrüben stammen aus Norditalien und Südfrankreich, während die Niederlande, Belgien, Frankreich und England die Nase beim Gemüse vorne haben.
Saatgut vs. Setzlinge
Aber nicht alles wird gesät. Landwirtschaftsbetriebe kaufen nebst Saatgut auch Jungpflanzen ein. Gerade wenn man möglichst früh ernten will/weniger Zeit für eine Kultur hat, macht das Sinn. Die Anbieter von Jungpflanzen produzieren aber nicht selbst Saatgut, sondern kaufen es ebenfalls ein. Sie sind quasi eine Zwischenstation, die den Landwirt*innen einen Arbeitsschritt abnimmt.
Wir arbeiten mit einem Mix aus Saatgut und Jungpflanzen. Rund 90% unserer Kürbisse werden gesät. Hafer, Mais und Nüsslisalat werden ebenfalls gesät. Die frühen Sommerkürbisse produzieren wir hingegen aus Jungpflanzen. Genau wie alle Beerensorten, Melonen und Rosenkohl. Beim Spargel – wo die meisten Produzenten Wurzeln einkaufen und setzen – haben wir einen Partner, der für uns aus gekauftem Saatgut Jungpflanzen heranzieht.
Was wo Sinn macht, ist laut Sven eine Kombination aus Anbaustrategie, Budget und technischer Einrichtung.
Saatgut - insbesondere dessen Vielfalt - hat auch einen Einfluss auf die Gesundheit des Menschen. Warum vielfältige Kost für das Darmmikrobiom besser ist als Einheitsbrei, liest du im Beitrag unseres Content-Partners Soil to Soul:
Jucker Farm und Soil to Soul
Bei Jucker Farm betreiben wir Landwirtschaft, die dem Boden und damit auch den Menschen gut tut. Immer wieder experimentieren wir darum mit neuen Anbauweisen. Unser so angesammeltes Wissen teilen wir gerne. Deshalb freuen wir uns sehr über die Content-Partnerschaft mit Soil to Soul. Gemeinsam setzen wir uns für eine Landwirtschaft ein, die nicht nur den Boden respektiert, sondern auch die Menschen, die von ihm leben.
Als Wissensplattform stellt Soil to Soul wertvolle Informationen für Konsument*innen, Produzent*innen und die Gastronomie rund um Bodengesundheit und Ernährung zur Verfügung, organisiert Events, vernetzt relevante Akteure und motiviert zum nachhaltigen Handeln.
Jucker Farm und Soil to Soul verbindet die gemeinsame Vision: Ernährung beginnt im Boden – und gesunde Böden sind die Grundlage für gesunde Menschen.






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