Zu Jucker Farm
Andrin Peter, Co-Hofleiter Bächlihof
von Leslie

Andrin – Gelegenheiten beim Schopf packen

Falls du jetzt denkst «Hey, der kommt mir doch bekannt vor», kann das gut sein. Andrin haben wir hier nämlich schon einmal vorgestellt. Seit 2022 ist aber einiges passiert. Darum wird’s Zeit für ein neues Portrait – mit neuem Foto.

Andrin hat bei uns einen ziemlich steilen Aufstieg hingelegt. Nur 3 Monate nachdem er als Eventmanager angefangen hatte, wurde er zum Leiter HofEvents. Heute ist er zusätzlich auch noch Co-Hofleiter vom Bächlihof, zusammen mit Thomas. Die zwei haben nicht nur ihre Funktion als Co-Hofleiter gemeinsam. Sie machten auch beide eine Lehre als Koch.

Nach dem Lehrabschluss bereiste Andrin rund ein Jahr lang die Welt. Südostasien, Australien und Tasmanien standen damals auf seiner Bucket List. Unterwegs hat er die Ausbildung zum Divemaster gemacht und dann auch als solcher gearbeitet.

Nach seiner Rückkehr startete er die Hotelfachschule, hat im 25 Hours Hotel an der Langstrasse als Barkeeper gearbeitet und in der Geschäftsleitung im Hyn&Weg ausgeholfen. Seine letzte Station «vor dem Jucker» war dann die Bikerbase in Pfäffikon, für die er das Barkonzept entworfen hatte. Für das Produkt «Cape Gin» übernahm er kurzerhand Marketing, Sales und Logistik. Auch er ist einer, der einen eigentlich sehr coolen Job für einen noch cooleren Job (bei uns 😉) aufgegeben hat.

Über den und sich selbst erzählt er jetzt gleich selber weiter:

Wann hast du hier angefangen?

Am 1. September 2021. Wie einige bei uns wurde ich mitten in die Kürbissaison «geworfen». Ich habe mich teils selber eingearbeitet, weil sonst niemand Zeit hatte. Ab der zweiten Woche habe ich dann einfach gemacht und es kam ziemlich gut.

Wie kam es, dass du Co-Hofleiter wurdest?

Ich glaube, weil ich ambitioniert bin und mich nie nur um meine eigene Abteilung gekümmert habe. Auch als Eventleiter habe ich meine Inputs für den Juckerhof und Bächlihof gegeben. Und wohl auch, weil ich frech bin und sage, was ich will. Ich habe Beat (Jucker) immer gesagt, dass ich irgendwann einmal Hofleiter sein will. Und so kam es, dass er mich auf einen seiner berühmt berüchtigten Spaziergänge mitgenommen und mir die Co-Hofleitung angeboten hat.

Was ist dein Job als Co-Hofleiter?

Trouble Shooting. Ich glaube ich habe noch nie so oft meinen Namen gehört und so viele Fragen gestellt bekommen, wie in meinen ersten 2 Monaten als Hofleiter. Meine eigentliche und wichtigste Aufgabe ist es, – in Koordination mit den Teamleiter*innen – dafür zu sorgen, dass es den Gästen gut geht. Und die Mitarbeitenden sollen natürlich auch zufrieden sein. Denn mit zufriedenen Mitarbeitenden bekommst du auch zufriedene Gäste.

Und als Leiter HofEvents?

Da haben sich meine Aufgaben nicht gross verändert. Ich bin immer noch für die Durchführung diverser Events wie Hochzeiten, Seminare und Grossanlässe sowie für das Eventteam verantwortlich. Ich habe jetzt aber mit Sara eine super Stellvertretung an meiner Seite, die mir das Leben um einiges einfacher macht.

Wie trennst/vereinst du deine beiden Jobs?

Ich bin eigentlich immer mit beiden Hüten unterwegs, auch weil das Eventgeschäft so viel mit den Höfen und vielen anderen Abteilungen zu tun hat. Meistens nehme ich mir am Morgen als erstes die E-Mails vor, die mit Events zu tun haben. Die sind zeitkritisch. Neu ist für mich jetzt natürlich, dass ich beim Entscheidungen treffen nicht mehr nur die Interessen vom Eventbereich vertrete, sondern für den ganzen Hof entscheiden muss. Vom Workload her habe ich das Glück, dass das Eventgeschäft im Herbst, wenn wir unsere Peaks im Tagesgeschäft haben, etwas ruhiger wird und umgekehrt. Die ersten Monate waren aber schon sehr intensiv. Dafür kommen auch wieder ruhigere Zeiten – das berühmt berüchtigte Winterloch von Januar bis März.

Und wie ist das mit der Zusammenarbeit mit Thomas?

Thomas und ich hatten vorher nicht viele Berührungspunkte, ausser wenn ich mit den Events die HofManufaktur belegte und danach nicht sauber aufgeräumt wurde (lacht). Aber wir kennen die Kompetenzen des jeweils anderen und es ist ein perfekter Match.  Thomas hatte eher schon die strategischere Gesamtsicht auf den Bächlihof und macht vieles im Hintergrund. Ich bin mehr fürs Gastgewerbe zuständig - alles, was an der Front läuft. Gleichzeitig gibt es viele Dinge, die wir gemeinsam übernehmen und entscheiden. Etwa bei der Kürbisausstellung. Da sind wir beide zusammen sehr involviert. Ich habe mir von Anfang an gedacht, dass es gut kommt mit der Zusammenarbeit. Aber ich bin positiv überrascht, wie gut es jetzt effektiv läuft.

Was gefällt dir hier?

Ich glaube immer noch die gleichen Dinge wie vor 4 Jahren: Freiheit in der Umsetzung, die Möglichkeit kreativ zu sein, Chancen mich zu entwickeln und meine Ideen einzubringen. Es ist nicht selbstverständlich, dass man mit knapp 30 schon eine Co-Hofleitung übernehmen kann. Thomas ist auch nur ein paar Jährchen älter als ich und man überlässt uns einfach die Verantwortung für den Hof und die Kürbisausstellung. Klar, all unsere Produkte sind auch cool, aber der Vibe, den die Firma mit sich bringt und auch die Mitarbeitenden sind das Tollste am Ganzen. Das ist es auch, was mich so sehr an die Firma bindet.

Was gefällt dir nicht so?

Wenn man wirklich sucht, könnte ich 100 kleine Dinge aufzählen. Aber ich würde nicht sagen, dass es Sachen sind, die mir nicht gefallen, sondern Stellen, wo ich noch Potenzial sehe. Etwas kann gut sein, aber es kann auch noch besser werden. Das habe ich jetzt schön gesagt, gell?

Apropos Verbesserungen: Wird der Bächlihof jetzt komplett anders?

Es muss sicher niemand Angst haben, dass sie/er den Bächlihof gar nicht mehr wiedererkennt und falls doch, dann nur im Positiven. Unser Ziel ist es, für die Gäste ein besseres Erlebnis zu schaffen. Damit das passiert, müssen wir zuerst intern bei den Mitarbeitenden anfangen und mehr Strukturen und Effizienz hinkriegen.

Welches ist dein liebstes Jucker Produkt? Immer noch der Erdbeerlikör?

Damals habe ich fett gelogen. Ich glaube ich hatte den Erdbeerlikör noch kein einziges Mal. Mein absolutes Lieblingsprodukt ist der Haferdrink. (Wir können bezeugen, dass das nicht gelogen ist und Andrin seinen Kafi tatsächlich immer mit Hafi trinkt.)

Was machst du in deiner Freizeit?

Ja, Freizeit habe ich nicht mehr so viel wie auch schon … Aber ich habe trotzdem noch einen guten Ausgleich. Den finde ich beim Golfen und im Garten. Gartenarbeit tut wirklich gut. Sie gibt einem das Gefühl, etwas gemacht zu haben – selbst wenn man fünfmal das gleiche Gemüsebeet umgräbt.

Welche Zukunftsträume und -Pläne hast du?

Ein Ziel ist sicher, 2027 das BWL-Studium abzuschliessen. Ansonsten erfülle ich mir eigentlich alle Ziele und Träume, die ich gerade habe, in diesem Jahr noch. Ich heirate nämlich bald in Südafrika. Aber eigentlich träume ich gar nicht so viel. Ich nehme einfach immer wieder Möglichkeiten wahr, die mir zugetragen werden und mir passen. Das klingt jetzt ein bisschen Larifari, aber es ist einfach so. Darum träume ich nicht so weit in die Zukunft.

Danke für das spannende Gespräch, Andrin!

Leslie haut gerne in die Tasten. Seit Juli 2024 macht sie das auch für den FarmTicker. Bevor sie den Weg auf den Bauernhof fand, berichtete sie über IT-Themen und Gadgets.

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