Zu Jucker Farm
Nadine Jucker
von Leslie

Nadine – kreative Hand vom Juckerhof

Während man nicht über den Juckerhof gehen kann, ohne Nadines Arbeit zu bemerken, kennen nur wenige Gäste das Gesicht hinter den liebevoll arrangierten und farblich perfekt abgestimmten Dekorationen. Darum wird es höchste Zeit, Nadine hier vorzustellen:

«Ich bin eine absolute Perfektionistin», sagt sie von sich selbst. Kein Wunder also, dass der Hof immer so toll aussieht. Nadine ist gelernte Gärtnerin und Floristin, hat die Lehre in einer Gärtnerei in Glattfelden absolviert. Danach arbeitete sie mehrere Jahre auf dem Beruf. Bei uns auf dem Juckerhof hatte Nadine anfangs ihren eigenen Blumen- und Accessoires-Laden, den Blütenzauber. Zudem baute sie einen Pflanzenmarkt auf, bei dem es von Saisonflor bis Kürbissetzlinge alles zu kaufen gab. Heute leitet sie das HofAtelier.

Nadine ist schon seit mehr als 20 Jahren Teil des Jucker Farm Teams und als Martins Frau auch der Familie Jucker. Da erlebt man natürlich einiges. «Wenn ich an die Anfangszeiten denke, als Elsbeth (Jucker) als Dankeschön für ein verkauftes Kilo Äpfel jeweils einen Kaffee spendierte, ist schon extrem viel passiert», so Nadine. Den alten Zeiten trauert sie aber nicht hinterher, denn mit der immer bekannter werdenden Kürbisausstellung und dem heutigen Stellenwert von Social Media, ist das visuelle Erscheinungsbild des Hofes so wichtig, wie nie zuvor. Da ist Kreativität gefragt und von der hat unsere HofAtelier-Chefin eine ordentliche Portion.

Das zeigen auch die zahlreichen Weiterbildungen, die sie schon gemacht hat – vom Zeichnungskurs bis zum Maskenbau. Auch eine Homestaging-Ausbildung hat sie unter dem Gürtel. Unter Homestaging versteht man das professionelle Inszenieren und Einrichten von Räumen und Immobilien, die zum Verkauf stehen. «Da gibt es wirklich viele Schnittstellen, die man brauchen kann für die Gäste.» Schliesslich soll auch bei uns alles stimmen, wenn Besucher*innen Fotos schiessen und die Fotopoints für sich verwenden, wie Nadine erklärt.

Fotopoint auf dem Juckerhof

Während der Kürbisausstellung findet man besonders viele Fotopoints auf dem Hof.

So wie diese herbstliche Installation mit Mais und Kürbissen - natürlich alles hofeigen.

Und auch unsere vierbeinigen Gäste können sich entsprechend in Szene setzen.

Und jetzt lassen wir Nadine gleich noch ein bisschen weitererzählen:

Wann hast du hier angefangen?

So richtig 2003 oder 2004. Da habe ich an dem Ort, wo heute die HofBäckerei ist, den Blütenzauber eröffnet. Ich habe aber schon davor stundenweise ausgeholfen. Jeweils am Freitagmorgen, als Jucker Farm in Wetzikon noch auf den Markt ging und dort allerlei Produkte vom Hof verkaufte.

Wie bist du bei der Jucker Farm gelandet?

Ich weiss gar nicht, wie weit ich ausholen soll … Eigentlich dadurch, dass mich Wälle (Walter Pfister) 1998 an die Kürbisendparty (die Jucker Farm interne jährliche Feier zum Abschluss der Kürbissaison) mitnahm. Man hätte aber gar keine Begleitperson mitnehmen sollen. Immer wieder wurde ich darum gefragt, was ich denn an der Kürbisausstellung gearbeitet hätte. Im Laufe des Abends lernte ich auch Martin kennen und kurz darauf wurden wir ein Paar.

Was ist dein Job?

Ich leite das HofAtelier. Dazu gehört die nach Jahreszeiten gestaltete Dekoration. Ostern, Kürbiszeit, Weihnachten – da wird der ganze Hof einmal komplett umdekoriert. Wir sind ein kleines Team, aber mit guter Vorbereitung klappt das. Jede Jahreszeit hat auch ihre ganz eigenen Fotopoints, die wir austüfteln und umsetzen. Ausserdem stelle ich die ausdekorierten Geschenksets, die man direkt in den Hofläden kaufen kann und die ausgarnierten Konfitüren, Sirup etc. zusammen. Dann bin ich auch für das Handlettering – also alle von Hand beschrifteten Tafeln - auf dem Juckerhof zuständig. Und seit Kurzem leite ich die HofAtelier Workshops, wo Gäste ihre eigenen Kränze aus hofeigenen Trockenblumen, Kürbisdekorationen etc. kreieren können.

Kranz aus Trockenblumen und Filz

An den HofAtelier Workshops können Teilnehmende selbst tolle Dekorationen kreieren.

Kürbisdekoration

Dabei verwendet Nadine möglichst viele hofeigene Materialien wie Trockenblumen und Kürbisse.

Auch die von Ueli Jucker persönlich eingesammelten Baumnüsse kommen da zum Einsatz.

Welche Dekoration machst du am liebsten?

Ostern finde ich mega schön. Wenn man den Hof nach dem langen Winterschlaf auf Frühling umstellen kann und alles wieder farbenfroh wird. Mit Ostereiern, Strohballen, Ästen, Federn etc. kann man so viel rausholen. Frühling ist meine Lieblingsjahreszeit. Ich liebe die Farbe Gelb und Federn. Ich würde am liebsten das ganze Jahr durch alles mit Federn dekorieren.

Was gefällt dir hier?

Dass ich enorm kreativ sein kann. Ich liebe es, mich richtig in ein Projekt reinzuknien. Dann höre ich auch zuhause nicht auf, an einer Idee herumzudenken. Hofleiter Reto ist sehr offen für Neues. Wenn er etwas gut findet, hat man komplett freie Hand. Das finde ich toll. Da könnte ich mir keinen besseren Vorgesetzten vorstellen.

Die Fotopoints, die wir erst seit wenigen Jahren haben, machen mir auch grosse Freude. Wie man aus dem Nichts eine Welt erschaffen kann, finde ich wahnsinnig spannend. Und wenn die Leute diese Fotopoints dann nutzen und sie auf Instagram wiederauftauchen, ist das ein sehr schönes Zeichen.

Und die HofAtelier Kurse. Das Arbeiten mit den Leuten und wie sie Freude haben, wenn sie etwas geschaffen haben, das ist wirklich schön. Jedes Mal hat man wieder eine ganz andere Konstellation an Leuten dabei. Da braucht es auch ein bisschen Gespür dafür, wie man die Teilnehmenden abholen kann. Es sollen sich ja alle wohlfühlen in der Gruppe. Das heisst, man muss auch ein bisschen Unterhaltung schaffen.

Was gefällt dir nicht so?

Wenn Dinge kaputt gemacht oder mitgenommen werden. Etwa wenn ganze Dekorationen verschwinden, Sachen abgebrochen sind oder dem Gusti (so heissen unsere dekorativen Vogelscheuchen) die Augen abgerissen werden.

Und dass der Hof so weitläufig ist. Wenn ich einmal etwas liegen lasse - z.B. eine Zange - dann muss ich immer eine ordentliche Strecke zurücklaufen, um sie zu holen.

Welches ist dein liebstes Jucker Produkt?

Meine 2 Söhne. Die sind mein absolutes Lieblingsprodukt vom Jucker. Ich bin so wahnsinnig stolz auf die beiden. Jeder hat seine Stärken und seine ganz eigene Art. Es freut mich total, wie sie sich einbringen und – obwohl das nie unsere Erwartung war – sagen, dass sie einmal die Jucker Farm übernehmen möchten.

Und sonst liebe ich unsere Beeren. Ich glaube ich bin der grösste Abnehmer der Beeren. Während der Saison muss ich gleich einmal zusätzlich zur Kartonabfuhr, weil sich zu Hause so viele leergegessene Kartonschälchen stapeln. Die Osterküchlein könnte es für mich auch das ganze Jahr hindurch geben. Die sind so gut mit den Himbeeren drin.

Was machst du in deiner Freizeit?

Bei mir dreht sich auch in der Freizeit vieles um die Arbeit. Als Kopfmensch studiere ich, auch wenn ich zu Hause bin, ständig an neuen Ideen für den Hof herum. Ausserdem dekoriere ich auch unser eigenes Haus – mit dem haben wir uns vor ein paar Jahren einen Traum erfüllt - nach Jahreszeiten. Und wenn jemand Geburtstag hat, gestalte ich sehr gerne ausgefallene Geschenke. Aus einem Wellnessgutschein wird zum Beispiel ein Haus mit Liegestuhl, das man auch noch beleuchten kann. Jedes Geschenk wird bei mir zu einem Projekt. Einerseits kostet mich das enorm viel Energie und Zeit, andererseits liebe ich es. «Und d Lüüt gönd amel fasch abe.»

Weil ich einen hohen Bewegungsdrang habe, gehe ich auch mehrmals die Woche ins Krafttraining, ins Yoga und bin eigentlich permanent mit dem Velo unterwegs – egal ob’s regnet oder schneit. Ich bin allgemein gerne draussen in der Natur und gehe auch gerne wandern. Und ich liebe das Tanzen. Als die Kinder klein waren, habe ich das nicht mehr häufig gemacht, aber jetzt will ich wieder mehr tanzen gehen.

Welche Zukunftsträume und -Pläne hast du?

Ich habe kürzlich einen DOK gesehen über Neuseeland. Das hat mich extrem fasziniert. Ich bin sonst gar kein «Reisefüdli». Aber Neuseeland lässt mich im Moment einfach nicht mehr los. Vielleicht wird es in Zukunft einmal eine längere Reise dorthin geben.

Bei der Arbeit gefällt es mir aktuell sehr – auch mit diesen Fotopoints. Ich möchte weiterhin neue kreative Welten gestalten für unsere Gäste. Beruflich habe ich darum nicht ein absolutes Ziel. Ich hoffe aber, dass die HofAtelier Kurse weiterhin gut ankommen.

Vielen Dank für deine tolle Arbeit, Nadine!

Leslie haut gerne in die Tasten. Seit Juli 2024 macht sie das auch für den FarmTicker. Bevor sie den Weg auf den Bauernhof fand, berichtete sie über IT-Themen und Gadgets.

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