
Erdbeere – Königin der Beerenfrüchte
Auf Rumantsch heisst die Erdbeere «farbuns». Im Tessin sagt man «fragola», in der Romandie «fraise». Und in der Deutschschweiz? Ja, in der Deutschschweiz hat sie viele Namen. Da wäre etwa das «Erdbeeri», «Epei», «Häpöri» oder auch «Erbeier». Über die Erdbeere gibt es auch abgesehen von ihrer Namensgebung einige spannende Dinge zu erzählen:
Schon in der Steinzeit ...
Aus archäologischen Funden kann man schliessen, dass Erdbeeren schon in der Steinzeit bekannt waren. Damals waren sie aber noch viel kleiner als die Kulturerdbeeren, die wir heut aus dem Hofladen oder Supermarkt kennen.
Auch im alten Rom schienen die roten Früchte beliebt zu sein. Die Dichter der damaligen Zeit nannten sie «frega» oder «fregum». Beide Begriffe leiten sich vom lateinischen «fargare» - duften - ab. Im Mittelalter gab es dann grosse Flächen, auf denen kleine Walderdbeeren kultiviert wurden.
Grosse Erdbeeren gibt's noch nicht so lange
Die grossfruchtige Gartenerdbeere, die wir heute kennen, ist vor mehr als 200 Jahren in Amerika, aus Kreuzungen zwischen der kleinen Scharlacherdbeere und der grossen Chile-Erdbeere hervorgegangen. Heute wird die süsse Beerenfrucht beinahe weltweit angebaut - auch bei uns auf dem Spargelhof in Rafz.
Dort bauen wir viele verschiedene Sorten an. Das ermöglicht uns eine längere Erntezeit. Denn es gibt bei den Erdbeeren wie auch bei den Äpfeln frühe Sorten und späte Sorten. Dazu kommen noch sogenannte «Terminkulturen» und remontierende Sorten. Letztere tragen mehrmals im Jahr Früchte. Nach einem gescheiterten Experiment mit remontierenden Sorten, lassen wir aber vorerst die Finger von ihnen. Mehr dazu.
Gar kein Beeri
Das gibt's doch nicht! Das wohl bekannteste Beeri ist eigentlich gar keines. Streng gesehen ist die aromatische Frucht - botanisch korrekt - nämlich eine Sammelnussfrucht. Denn sie setzt sich aus mehreren Samen zusammen, den kleinen Kernen, die wir aussen auf der Oberfläche der Erdbeeren finden. Was wir für das Fruchtfleisch der Erdbeere halten, ist in Wirklichkeit die fleischig verdickte Blütenachse der Sammelfrucht.
Die Erdbeere ist eine Diva
So schön, wohlriechend und köstlich Erdbeeren auch sind, sie sind ziemlich zimperlich. Zu viel Feuchtigkeit etwa, haben sie gar nicht gern. Damit die edlen Beeren es nicht zu nass haben und faulen, legen viele Landwirtschaftsbetriebe - wir auch - Stroh zwischen den Erdbeerreihen aus. Starker Regen, Hagel und Gewitter können die Früchte beschädigen. So kann auch einmal eine ganze Ernte verlorengehen.
Und dann wäre da noch die Kälte. Weil wir immer schon möglichst früh Erdbeeren haben möchte, kommt uns häufig der Spätfrost in die Quere. Dafür gibt es aber eine Lösung: Die Erdbeeren zum richtigen Zeitpunkt mit Vlies abdecken.









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