Zu Jucker Farm
laflor Schokolade zum Degustieren
von Leslie

Montagmorgen in der Schokoladenmanufaktur von laflor

«Was gibt es Schöneres, als den Montagmorgen mit Schokolade zu beginnen?» Das haben sich unsere Hofgrafikerin und Fotografin Julia und ich gedacht und uns kurzerhand auf die Socken zu laflor gemacht. Die Zürcher Schokoladenmanufaktur befindet sich seit Anfang 2025 in den ehemaligen SBB-Werkstätten im Kreis 9.

Tritt man durch die Tür des Chocolate Shop im alten Ziegelgebäude mit den Torbögen und den hohen Decken, weht einem ein fein herzhaftes Aroma entgegen. Denn hier wird Schokolade von der Röstung übers Mahlen und Conchieren bis zur fertig verpackten Tafel selbst hergestellt. Vom Shop aus können alle Besucher*innen einen Blick durch die Glasscheibe in die Manufaktur werfen und den Schokoladenmacher*innen bei der Arbeit zusehen.

Die Schokoladentafeln von laflor

Im Chocolate Shop kann man von jeder Tafel probieren.

Nur wenige Meter weiter wird die Schokolade hergestellt.

Wer nicht selbst im Shop vorbei will (aber es lohnt sich also wirklich), kann die feine Schoggi von laflor auch online bestellen. Seit Ende 2025 gibt's auch einige ausgewählte laflor Produkte in unserem Juckershop.

«Bei uns ist der Fokus voll auf dem Geschmack»

Laura Schälchli, CEO & Mitgründerin laflor

«Die Schweiz ist ein Schokoladen-Land, aber alles ist so süss, enthält viel Milch und Zucker und wird industriell produziert», sagt CEO und Mitgründerin von laflor, Laura Schälchli. Sie versteht Schokolade als landwirtschaftliches Produkt, hinter dem sehr viel Handwerk steht. Entsprechend sind die Schokoladentafeln aus der Züricher Manufaktur vollmundig, würzig und voller Aromen, die sonst häufig von zuckriger Süsse überdeckt werden. «Bei uns ist der Fokus voll auf dem Geschmack», erklärt Laura.

laflor CEO Laura Schälchli

Laura Schälchli vor dem Eingang des laflor Chocolate Shop.

Im Shop gibt's die köstlichen Produkte von laflor frisch ab Manufaktur und heisse Schokolade zum Mitnehmen.

Reinschauen erlaubt! Hier dürfen alle einen Blick in die Schokoladenmanufaktur werfen.

Schokolade entsteht bei laflor nach dem «Bean to Bar»-Prinzip. Das Unternehmen führt also alle wichtigen Schritte in der Produktion selbst aus – angefangen mit der Beschaffung des Kakaos. Dessen Herkunft und der regelmässige Austausch mit den Kakaoproduzenten ist für Laura und ihr Team enorm wichtig. Immer wieder reisen sie nach Lateinamerika. Begeistert zeigt die Geschäftsführerin Fotos von den verschiedenen Herkunftsorten. Diese reichen vom Naturschutzgebiet in Ecuador, über die Kleinbauern-Kooperative in Kolumbien, bis zum Familienunternehmen in Venezuela. Auch auf der Website erhält man einen guten Einblick in die Herkunft des Kakaos.

Genauso wichtig wie Transparenz ist bei laflor Nachhaltigkeit. Kakao, Vollmilchpulver, Zucker – wo es geht, kommen Bio-Produkte zum Einsatz. Transportiert wird der Kakao auf dem Seeweg statt mit dem Flugzeug. Auf einigen Routen kommt er sogar per Segelschiff in die Schweiz. Ausserdem ist die schlicht-elegante Verpackung der Schokolade komplett frei von Plastik und kompostierbar.

So entsteht die laflor Schokolade

  • Ernten

    Kakaofrucht am Baum
    Bildquelle: laflor

    Schokolade kommt tatsächlich aus einer Frucht, nämlich der Kakaofrucht. Sie wächst im Unterholz der lateinamerikanischen Regenwälder am Kakaobaum. In einer Frucht stecken etwa 30 bis 40 Kakobohnen. Die Kakaofrucht wird reif geerntet und aufgebrochen, um die Bohnen herauszuholen.

  • Fermentieren

    Bildquelle: OriginalBeans

    Frisch aus der Kakaofrucht sind die Bohnen weiss und enthalten viel Feuchtigkeit. Sie werden entweder auf Bananenblätter oder in Holzkisten gelegt und fermentiert. Das Fermentieren ist für den Kakaogeschmack und das feine Aroma der Schokolade enorm wichtig. Je nach Bohnensorte dauert dieser Prozess 2 bis 8 Tage.

  • Trocknen

    Bildquelle: laflor

    Die fertig fermentierten Bohnen werden dann für mehrere Tage an der Sonne getrocknet. Dabei werden sie immer wieder umgedreht und es wird darauf geachtet, dass sie keinen Regen abbekommen. Nach dem Trocknen kommt der Kakao in Jutesäcke und wird per Schiff in die Schweiz geschickt.

  • Brechen

    Beim Brechen werden die Kakobohnen aufgebrochen und die Schale entfernt. Es ist der einzige Arbeitsschritt, der nicht in der Manufaktur in Zürich passiert, da laflor keinen Kakaobohnenbrecher besitzt. Stattdessen übernimmt das Schokoladenunternehmen Felchlin diesen Prozess.

  • Rösten

    Schokoladen Nibs

    Jetzt wird geröstet. Wie warm und wie lange hängt von der Rezeptur der Schokolade ab. Die gerösteten aufgebrochenen Bohnen bezeichnet man als Nibs. Diese Nibs kann man auch pur knabbern. Sie sind sehr gesund und haben viel Aroma.

  • Mahlen & Conchieren

    Stein Melangeur

    Damit aus den knusprigen Nibs eine zartschmelzende Schokoladenmasse wird, müssen sie erst gemahlen und dann conchiert werden. Beides passiert im Stein Melangeur. Bis zu 3-4 Tage dauert dieser Prozess (je nach Maschine), während dem auch weitere Zutaten wie Kakaobutter und Zucker beigemischt werden.

  • Temperieren

    Bildquelle: Lukas Lienhard

    Beim Temperieren wird die Schokolade verfeinert. Sie wir erst erwärmt, dann leicht abgekühlt und schliesslich nochmals erwärmt. Dadurch bekommt die Schokolade die perfekte Konsistenz, einen schönen Glanz und ihr typisches Knacken beim Abbrechen.

  • In Form giessen

    Bildquelle: Lukas Lienhard

    Jetzt muss die Schokolade nur noch in Form gebracht werden. 70g und 30g Tafeln produziert laflor mit dem unverkennbaren Linienmuster. Ausserdem werden in der Manufaktur auch Dragées und Schokoladentaler hergestellt.

Die Idee von laflor

Das Thema Food zieht sich durch Lauras Lebenslauf. Bei einem gemeinsamen Projekt lernten sich Grafikerin Zelia Zadra und die heutige CEO kennen und kurze Zeit später war die Idee für eine transparente Schokoladenmanufaktur in der Stadt geboren. Heini Schwarzenbach, Geschäftsführer des Genusswarengeschäfts H. Schwarzenbach AG und Koch und Unternehmer Ivo Müller waren ebenfalls vom Konzept überzeigt und das Gründer*innen-Quartett war somit komplett.

Die erste laflor Schokolade entstand aus dem Kakao von Ivos Vater. Roland Müller und seiner Partnerin Jennifer Tibbaut gehören mit ihrer Fazenda Vera Cruz in Brasilien auch heute noch zu den Kakaoproduzenten von laflor.

«Wir wussten immer, wir möchten eigentlich genau das hier»

Laura Schälchli, & Mitgründerin laflor

«Wir wussten immer, wir möchten eigentlich genau das hier», sagt Laura. Das erste zu Hause von laflor war aber um einiges kleiner, im Coworking Space DasProvisorium. «Wir hatten fast keinen Platz. Jetzt sind wir hier und haben die Kapazität, um mehr zu machen», so die Geschäftsführerin. Sie hat auch schon ein paar Ideen für neue Produkte im Sinn, aber zu viel dürfen wir noch nicht verraten 😉

heisse Schokolade

Die Lieblingsmischung von Laura mit ein bisschen Chilipulver.

Heisse Schokolade to go gibt's im Chocolate Shop von Mittwoch bis Samstag.

Schokolade zum Frühstück

Mit heisser Schokolade statt mit Kaffee in den Tag zu starten, ist bei laflor ganz normal. Laura serviert uns ihre Lieblingsmischung mit dem 100% Kakao Tesoro Escondido und ein bisschen Chilipulver. Sie rührt ihre heisse Schokolade am Morgen meist mit Wasser an - damit sie nicht schwer im Magen liegt. Wer Lauras Spezialmischung auch einmal probieren will oder einfach generell Lust auf heisse Schokolade hat, kann sich im Chocolate Shop eine köstlich duftende Tasse zum Mitnehmen holen.

Und zum Schluss möchten wir von Laura natürlich noch wissen, welches denn ihre Lieblingsschokolade ist. «Am Morgen die Hacienda Limon 74% - die ist mega mild und vollmundig. Aber am Abend ist sie mir fast zu mild. Dann habe ich gerne die Venezuela 73%, weil sie intensiver ist.»

Leslie haut gerne in die Tasten. Seit Juli 2024 macht sie das auch für den FarmTicker. Bevor sie den Weg auf den Bauernhof fand, berichtete sie über IT-Themen und Gadgets.

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