Wissenschaftliche Zeichnung Motte
Hofleben von Valérie

Motten-Ärgernis

Man kennt es auch von Zuhause. Plötzlich findet man komische «Fädeli-Gespinnste» im Mehl, wenn man ein bisschen tiefer gräbt, haut es einen aus den Socken, wenn die kleinen weissen Räupli mit den braunen Köpfchen fröhlich darin rumzappeln.

Eigentlich sind sie nicht giftig, aber trotzdem: «Ääki-Wääki-Pfui!». Aus lauter Ekel schmeisst man eben dann den ganzen Sack weg. Leider sind die nervigen Viecher nun auch auf unseren Höfen in Jona und Seegräben aufgetaucht*. Ein bekanntes Problem in diversen Gastronomiebetrieben. Trotzdem: Das können wir nicht auf uns sitzen lassen.

Und sie sind perfide, die kleinen Dinger, die fressen sich locker auch durch Plastik(-säckli) durch. Was hilft also?

ÖKOLOGISCHE VARIANTE

Wir haben eine vielversprechende Lösung gefunden, die auch noch ökologisch unbedenklich ist: Schlupfwespen! Scheinbar werden Schlupfwespen im Maisanbau sehr erfolgreich benutzt. Schlupfwespen sind sehr klein, etwa 0,3 mm gross und sehen aus wie Mücken. Allerdings sieht man sie kaum.

UND WIE FUNKTIONIERT DAS?

Das Gute an den Schlupfwespen ist: Sie legen ihre Eier IN die Eier der Lebensmittelmotten ab. Aus den Eier schlüpfen dann eben Schlupfwespen anstelle der Motten. Die Mottenlarven sterben ab. Also ist die Schlupfwespe eigentlich ein fieser Parasit. Und ernähren tun sie sich von ihrem Opfer oder von süssen Pflanzensäften. Unser Essen lassen sie in Ruhe.

Noch eine gute Eigenschaft, die Schlupfwespen besitzen: Sie legen ihre Eier AUSSCHLIESSLICH in Motteneiern ab. Das heisst: Sobald keine Motteneier mehr da sind, verschwinden auch die Schlupfwespen.

8 MAL ALLE 2 WOCHEN

Wir haben also Schlupfwespenlarven bestellt. Diese werden alle 2 Wochen, 8 mal hintereinander auf allen Betrieben gleichzeitig verteilt. Dann sollten wir die Viecher los sein. Warum auf allen Betrieben gleichzeitig? Damit es eben nicht passiert, dass ein kontaminierter Mehlsack von einem «unbehandelten» Hof auf einem anderen Hof landet, und wir die Übung von neuem starten können.

WEITERE MASSNAHMEN

Zusätzlich zu unserem offenen Feldzug gegen die lästigen Invasoren wird noch mehr als sonst strikte darauf geachtet, keine Lebensmittelreste mehr offen herumliegen zu lassen. Sogar einzelne Brösmeli bieten Nahrung für die Lebensmittelmotten. Wir sind parat und legen sofort los. Auf dass die Biester auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

Ademässi!

Tschühüüüsss!

Schön-dasser-cho-sind! NOT!

 

*keine Angst, wir haben gut aufgepasst, dass wir unseren Gästen keine Mottenräupli serviert haben!

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenns "brennt". Die Medienwissenschaftlerin hat vor der Geburt ihres zweiten Kindes das Kommunikationsteam von Jucker Farm geleitet.

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