Valerie Sauter
Hofleben von Nadine

Energiegeladene Storytellerin

Aufgewachsen ist Valérie Sauter im «Chuehdorf» Dürstelen im Zürcher Oberland. Zwar nicht als Bäuerin, dennoch hatte auch sie schon Kuhfladen in den Haaren. Auch lief sie nach eigenen Aussagen ihre ganze Kindheit mit Gummistiefeln rum. In Dürstelen fuhr kein Bus, man radelte mit dem Velo zur Schule und spielte mit dem ganzen Dorf Räuber und Poli. Die Milch holte man mit dem Chesseli in der Milchhütte.

Trotz offensichtlich tief-ländlichen Wurzeln, hat es Valérie schnell in die Stadt gezogen. Nach Zürich. Während ihrem Studium hat sie vier Jahre dort gewohnt, bis es sie wieder aufs Land, auf den Bauernhof, zu uns gezogen hat.

Seit wann arbeitest du hier?

Genau heute vor 8 Jahren habe ich bei Jucker Farm gestartet. Als Leiterin Marketing & Kommunikation. Es war mein erster «richtiger» Job nach dem Studium.

Was ist dein Job heute?

Heute bin ich Redaktionsleiterin des Online-HofMagazins FarmTicker. Ich arbeite aktuell nur in einem 40% Pensum, da ich vor zwei Jahren zum zweiten Mal Mama wurde und nach 5 Jahren Vollzeit etwas kürzer treten wollte. Nadine Gloor hat 2016 meinen Job übernommen und ist heute meine Chefin, mit der ich sehr zufrieden bin 😉

Meine Hauptaufgabe ist momentan, Artikel zu schreiben. Ich recherchiere und erzähle Geschichten rund um unsere Höfe, aber ich beleuchte auch Themen in einem grösseren Kontext, rund um die moderne Landwirtschaft. Weiter kümmere ich mich um die konzeptionelle Weiterentwicklung des FarmTickers. Mein Ziel ist es, ihn bekannter zu machen und noch mehr Leser dafür zu begeistern. Aber auch die Qualität der Artikel soll wesentlich besser werden. FarmTicker ist ein Verbindungsglied zwischen der urbanen Gesellschaft und der Landwirtschaft.

Daneben kümmere ich mich aber auch um normale Marketing- und Kommunikationsaufgaben (z.B. Füttern unserer Social Media Kanäle). Und ich produziere mit Nadine zusammen die FeldFood-Rezept-Videos. Dabei bin ich eher für die salzigen Gerichte zuständig (z.B. Kabis-Wähe) und Nadine für die Süssen (z.B. Kürbis-Cheesecake). Das hat sich so ergeben.

Wie bist du bei Jucker Farm gelandet?

Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll 😉 Nach dem Gymnasium habe ich ein Jahr lang als Flight-Attendant bei SWISS gearbeitet. Das war grad kurz nach der Gründung und die haben viele günstige Leute wie mich gesucht. Nach einem Jahr haben sie jedoch alle "neuen" wieder entlassen – Restrukturierung. Dann ging ich halt studieren.

Ich habe an der Uni Zürich Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert. Währenddessen habe ich an diversen Orten im Service gearbeitet. Nach dem Studium zog es mich nach Südamerika. Ich war sieben Monate dort, zum Reisen und Arbeiten. Nach der Geburt meines ersten Kindes war es an mir, die Brötli heimzubringen und ich habe das Inserat von Jucker Farm online gefunden, hab mich beworben und innert zwei Wochen begonnen, hier zu arbeiten.

Was gefällt dir hier?

Die Startup-Atmosphäre – auch nach über 20 Jahren Firmengeschichte. Es herrscht eine Lockerheit in der ganzen Firma. Ich weiss noch, als ich zum ersten Mal das Büro gesehen habe mit den Holzbalken, den Apfelharassen als Gestelle – da hatten sie mich 😉

Bei Jucker Farm muss man sich nicht verstellen, man wird einfach als Mensch angenommen, so wie man ist. Die Arbeitsatmosphäre ist unkompliziert der Umgang auch mit der Chefetage kollegial. Und: Man darf Fehler machen.

Und die Aussicht in Seegräben 😉 Das ist ein klarer Pluspunkt.

Es gäbe noch eine ganz lange Liste… Mir gefällt es hier immer noch sehr gut, auch nach acht Jahren.

Was magst du weniger gern an deiner Arbeit?

Etwas, was mich vor allem in der Anfangszeit fast wahnsinnig gemacht hat, war diese absolute Konzeptresistenz der Jucker Brüder. In meiner jetzigen Situation bin ich nicht mehr so stark davon betroffen und es hat sich auch einiges getan in diese Richtung.

Ich kam direkt von der Uni. Dort denkt man nur in Konzepten. Hier auf dem Betrieb war es das komplette Gegenteil. Und im Marketing braucht es halt manchmal einfach Konzepte.

«Trial and Error» kann auch bedeuten, dass die Leute verheizt werden. Aber in den letzten Jahren ist es dem Betrieb gelungen, mehr Struktur reinzubringen und dennoch den schnellen und innovativen Startup Groove beizubehalten…

Was ist dein Lieblingsgemüse oder -obst?

Heidelbeeren! Die finde ich das coolste Jucker Produkt, auch wegen dem Selberpflücken. In den Sommermonaten kaufe ich sicher für 50 Stutz im Monat frische Beeren aus unseren Hofläden. Die sind einfach so fein.

Was machst du am liebsten ausserhalb der Arbeit?

Ausflüge mit der Familie. Wir gehen gerne Wandern, Schwimmen, entdecken neue Orte usw. Mir wird zu Hause schnell langweilig. Ich werde unausstehlich, wenn ich zu lange daheim hocke. Wenn ich es mal ruhig nehme, lese ich dicke Bücher, am liebsten ab 400 Seiten aufwärts, oder «binge-watche» Serien auf dem Sofa. Meistens am Abend so zwischen 20 und 22 Uhr. Wenn die Kids im Bett sind.

Eigentlich habe ich zwei Aggregatszustände. Tagsüber gasförmig, da kann ich mein Füdli nicht stillhalten und am Abend eher zähflüssig und faul 😊

Hast du Zukunftsträume, die du uns verraten magst?

Ich habe wahnsinnig viele Ideen, aber ich weiss, dass ein Grossteil davon nie erfüllt werden wird. Aber das macht nichts. Träume halten einen bei Laune, ob sie nun irgendwann umgesetzt werden oder nicht. Man hat immer das Gefühl, dass es weiter geht.

Unter anderem würde ich gerne nochmal im Ausland arbeiten, an den Südpol reisen und eine Weltumsegelung machen… Lauter solcher Sachen. Und ich habe die etwas schräge Vision, dass ich und mein Partner irgendwann gemeinsam auf einer Hacienda in Argentinien unsere Memoiren schreiben, bei gutem Wein und Käse ;-D.

Ein Plan ist jedoch relativ konkret: Patagonien steht noch auf der Bucket-List. Wenn’s geht in den nächsten 5 Jahren irgendwann…

Nadine kam von der Bank zum Bauernhof. Sie ist seit 2016 Marketing- und Kommunikationschefin bei Jucker Farm. Ihre Spezialität ist die digitale Kommunikation. Neben Ihrem Job reist sie leidenschaftlich gerne (Zum Portrait).

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