Himbeeren Jucker Farm
Farmticker Icon Saison Lexikon Saison Lexikon von Valérie

Himbeere: nordische Diva

Neben der Heidelbeere geht die Himbeere im Sommer bei uns manchmal beinah vergessen. Dabei produzieren wir ganz ordentlich davon, wenn auch nicht so viel wie von anderen Kulturen. Und sie haben länger Saison als man denkt – nämlich von Juni bis Oktober.

Auf unserem Spargelhof in Rafz produzieren wir nicht nur den Gesamtbedarf für unsere drei Hofläden, sondern auch weitere Läden in der Region und in Zürich. Auf insgesamt 0.8 Hektaren passiert das.

ANSPRUCHSVOLL IM ANBAU

Die Himbeere – so fein sie ist, so diffizil ist sie leider im Anbau. «Sommergrüner Scheinstrauch» - klingt nur schon dem Namen nach ziemlich anspruchsvoll. Sie ist einer der Hauptgründe, warum wir nicht Bio produzieren. Himbeeren sind sehr anfällig auf Pilzkrankheiten. Und auf Schädlinge. Beides ist nach Bio-Standard sehr schwierig in den Griff zu bekommen. Vor allem wenn man – wie wir – Himbeeren auf offenen Flächen anbaut und nicht im geschützten Gewächshaus. Dazu kommt, dass die Himbeere an sich schon sehr kurz haltbar ist. Nur wenige Tage nach der Ernte fällt sie in sich zusammen und beginnt zu schimmeln.

Der Himbeer-Anbau ist – auch ohne die Biostandards zu erfüllen – sehr anspruchsvoll.

In privaten Gärten kann sich die wilde Himbeere allerdings zum hartnäckigen Unkraut verwandeln, da sie sich durch «unterirdische Kriechsprosse» vermehrt und sich invasiv ausbreiten kann.

IM NORDEN ZUHAUSE

Die Himbeere ist ein eher nordisches Gewächs, das sich ursprünglich in Westsibirien und im kaltgemässigten Europa wohlfühlt. An den Alpen ist Schluss. Zumindest was die wilde Himbeere anbelangt. Kühle Sommertemperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit und Schatten sind ihr Ding.

HEILPFLANZE

Was vielen Beeren gemein ist: Sie sind seit dem Altertum als Heilpflanzen bekannt. Wie auch bei der Heidelbeere ist der Vitamin C- und Kaliumgehalt der körperlichen Abwehr und der Wundheilung zuträglich. Aus den Blättern der Himbeere wird Tee gekocht, der bei der Frau zyklusregulierend wirken soll. Ausserdem soll er Geburtswehen fördern und den Gebärmutterhals weichmachen.

LECKEREIEN MIT HIMBEEREN

Von Juni bis Oktober begleitet uns die Himbeere auf dem Speiseplan. Und sie ist mindestens genauso beliebt für feine Dessert-Rezepte wie die Erdbeere. Ausserdem kann man tolle Konfi daraus machen und der beliebteste Sirup-Geschmack ist wohl auch der Himbeer-Sirup. Eingeschworene Fans machen sogar Himbeer-Saucen zu ihrem Fleisch.

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie mag schöne Texte und hat vor der Geburt ihres zweiten Kindes das Kommunikationsteam von Jucker Farm geleitet (Zum Portrait).

Beiträge von Valérie
Noch keine Kommentare zu “Himbeere: nordische Diva”

    Weitere Berichte

    Bleistiftzeichung Marienkäfer

    Schädlinge & Nützlinge 2: Marienkäfer

    Saison Lexikon von Valérie

    Im Obstbau kreucht und fleucht es – wir stellen euch in einer Reihe die wichtigsten…

    Weiterlesen
    Abgeschnittene Apfelbaumstämme

    Tabula rasa bei den Apfelbäumen

    Feldbericht von Valérie

    Manch einem Besucher des Juckerhofs dürfte es ins Auge gestochen sein: Entlang der Dorfstrasse hinter…

    Weiterlesen
    Teller Nüsslisalat mit 2 Birnenhälften

    #FeldFood N°34: Nüsslisalat mit Gorgonzola-Birnen

    FeldFood Rezepte von Valérie

    Auf dem Spargelhof in Rafz wächst reihenweise frischer Nüsslisalat im Freiland. Das Besondere daran…

    Weiterlesen
    Juckershop - der Jucker-Online-Shop

    Der Hofladen geht online

    Hofleben von Nadine

    Wir haben Neuigkeiten! Und zwar haben wir seit kurzem unseren eigenen Online-Shop. Auf…

    Weiterlesen
    Palmkohl Blätter auf Holztisch

    Palmkohl – Auferstehung nach dem Ende

    Saison Lexikon von Valérie

    Nachdem der Spargelhof in Rafz letztes Jahr wegen Befall mit der weissen Fliege einen…

    Weiterlesen
    Blattläuse und Ameise

    Schädlinge & Nützlinge 1: Blattlaus

    Feldbericht von Valérie

    Obstbäume sind vielfältige Lebensräume. Hier kreucht und fleucht es was das Zeug hält. Manche Tierchen…

    Weiterlesen
    ×