Avocado Alternative

24. Mai 2017 Valérie

In den letzten Jahren ist die Avocado zum Lieblings-Superfood der Foody-Szene avanciert. Und sie begeistert ein immer breiter werdendes Publikum. «Alles was Avocado drin hat ist gesund und sieht gut aus», so der populäre Tenor.

Nur leider ist die Produktion der Avocado gar nicht nachhaltig, wie es in Mainstream-Medien zunehmend thematisiert wird. Ganz abgesehen davon, dass sie eben tausende Kilometer von hier produziert wird, braucht sie unheimlich viel Wasser. Und zwar rund 1000 Liter pro Kilo. Zum Vergleich: Salat braucht etwa 130 Liter, Tomaten ungefähr 180 Liter pro Kilo. Was allerdings immer noch besser ist, als 15'000 Liter für 1 kg Rindfleisch.

Ressourcen fressende Diva

Zweiter Fakt: Mamsell Avocado ist zudem ziemlich «etepetete». Nicht nur was die Produktion anbelangt. So richtig diffizil wird es beim Transport. Sie hat ein sehr enges Reifefenster. Das bedingt einen gekühlten Transport, was wiederum CO2-Ausstoss generiert. Und sie muss sorgfältig eingepackt werden, da sie sehr druckempfindlich ist. Generiert Abfall.

Wie es die Zeit-Autorin Elisabeth Raether in ihrem Artikel treffend beschreibt: «Sie ist eine Frucht, in deren Produktion die Erde mehr Energie steckt, als sie auf Dauer zur Verfügung hat».

Schön und gut! Langsam ist man sich also einig, dass die Avocado nicht die unbescholtene Superfrucht und Lösung aller Ernährungsprobleme sein kann. Nur ist die Liebe zur Avocado ist nicht unbegründet. Die Avocado und ihre miese Ökobilanz schlechter reden, als sie vielleicht ist, ist das eine. Aber der Konsument braucht eine echte Alternative.

Alternativen von hier

Und das ist gar nicht so einfach. Was ist es denn, was an der Avocado so toll ist? Was kann sie, was andere nicht haben? Wir haben die Fakten herausgeschält, und versuchen, hier regionale und saisonale Alternativen aufzuzeigen.

Wir sehen: Es gibt keine Alternative, die die Avocado in all ihren Eigenschaften ersetzen kann. Aber mehrere saisonale, lokale Produkte, die einzelne Eigenschaften abdecken können.

Fetthaltiger, veganer Brotaufstrich
Brotaufstrich aus Randen und Walnüssen, oder aus Rüebli und Kürbiskernen

Sämiger Dip
Knobli-Kartoffel-Paste

Feine Salatbeilage
Heidelbeeri, Spargel, Flower Sprouts, Nüsse, Sonnenblumen- oder Kürbiskerne

Smoothie
Alle Beeren, Randen, Gurken, Federkohl (rot und grün), Spinat Hier haben wir sogar ein Rezept dafür.

Gesund (ungesättigte Fettsäuren, Vitamine, Mineralstoffe)
Walnuss, Kürbis, Heidelbeere

Gesund und hübsch: Heidelbeeren
Nahrhaft und lecker: Walnuss

Nahrhaft
Walnuss, Kartoffeln, Hafer, Bohnen

Unaufdringlicher Geschmack (nussig, süss)
Kürbis, Heidelbeere, Birnen

Leicht zu verarbeiten
Heidelbeere

Cremige Konsistenz
Pastinaken, Nüsse, Erbsen

Optisch schön
e HeidelbeereHeidelbeere, Randen, Rüebli, roter Federkohl, Erdbeeren

Rezepte folgen ;-)

Es ist wirklich nicht einfach. Diese Liste ist keineswegs komplett und eher als Anstoss zu begreifen, sich nach lokalen und saisonalen Alternativen umzusehen. Weitere Ideen sind herzlich willkommen und dürfen jederzeit an valerie.sauter(at)juckerfarm.ch mit dem Betreff «Avocado-Alternative» gesendet werden.

Es zeichnet sich aber ab, dass Walnüsse und Heidelbeeren einen Grossteil der Superfood-Eigenschaften der Avocado abdecken können.

Kleiner Nachtrag

Das Schreiben dieses Artikels hat uns ins Grübeln gebracht. Denn gerade bei der Avocado ist es nicht die Frucht an sich, die das Problem ist. Wirklich problematisch ist, sobald die breite Masse durch einen globalen Food-Trend auf ein Produkt einsteigt. NICHTS ist nachhaltig, wenn es in solchen Massen produziert wird. Vor allem dann nicht, wenn es nicht überall auf der Erde kultiviert werden kann.

Der einzige nachhaltige, globale Trend wäre jener, LOKAL und SAISONAL zu konsumieren. Und daran arbeiten wir. 

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