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Schädlinge & Nützlinge 2: Marienkäfer

Im Obstbau kreucht und fleucht es - wir stellen euch in einer Reihe die wichtigsten Exponenten rund um den Obstbau vor. Heute ist der Marienkäfer dran.

Jeder liebt Marienkäfer. Sie sind ein Symbol der Liebe und des Glücks. Auch vom Obstbauern sind sie gern gesehene Gäste. Denn Marienkäfer - vor allem ihre Larven - fressen Blattläuse, die dem Obstbauern sehr unangenehm werden können.

Die süssen Käfer sind zwischen 1 und 6 mm gross, ihre Larven können bis zu 15 mm lang werden. Sie leben am liebsten in Wäldern, Wiesen, Mooren, Heiden, Parks oder Gärten auf den Blättern der Pflanzen - wo auch immer es Nahrung (Läuse) hat.

In ihrem Leben verzehrt eine Marienkäferlarve zwischen 200 und 600 Blattläuse - eine sehr effiziente Methode, die ungeliebten Blattläuse ohne Spritzmittel loszuwerden. Marienkäfer leben 1 Jahr, manche Arten können bis zu 3 Jahre alt werden.

Feinde des gepunkteten Tierchens sind Vögel, Eidechsen, Spitzmäuse oder Frösche. Oder die Brackwespe, die ihre Eier in den Körper der Marienkäfer setzt und deren Larven sich durch sein Inneres fressen. Aber Achtung: Gibt es zu wenig Nahrung, mutieren Marienkäfer zu Kannibalen und fressen sich gegenseitig auf.

Überwintern an der Wärme

Überwintern tun sie unter Rinden, an Hausmauern, in Fensterläden oder Reisbesen - überall dort, wo sie vor der Kälte geschützt sind. Wenn sie im Frühling erwachen, paaren sie sich. Von jedem Tier gibt es bis zu 400 Nachkommen. Diese befinden sich 30 bis 60 Tage im Larvenstadium. Marienkäferlarven sehen aus wie kleine Skorpione: Schwarze, kleine Käfer mit 6 Beinen vorne und einem etwas längeren Hinterteil. Bis sie sich verpuppen, verspeisen sie enorme Mengen an Blatt- oder Schildläusen. Nach vier bis neun Tagen schlüpft aus der Puppe ein ausgewachsener Käfer.

2, 7 oder mehr Punkte

Eigentlich wären in Europa nur zwei- oder siebenpunktige Marienkäfer heimisch. Doch heute findet man fast nur noch den mehrpunktigen, asiatischen Marienkäfer. Er wurde in den 80er Jahren eingeschleppt und hat die hiesigen Arten verdrängt. Dies ist nicht direkt ein Problem für die Kulturen bei Jucker Farm. Es kann jedoch zu einem werden. Bei mangelnder Nahrung kann der Käfer auf den Zucker von Weintrauben ausweichen und dabei die Beeren verletzen. Verbleibt er zudem auf den Trauben, kann das im Weinbau zu geschmacklichen Einschränkungen führen. Ein Käfer pro Kilogramm Weintrauben reicht, um die komplette Ernte ungeniessbar zu machen.

Sein schwarzer Bruder

Der schwarze Marienkäfer ist ebenfalls als Nützling sehr geschätzt. Er frisst zwar keine Läuse, dafür Spinnmilben. Auch die sind unangenehme Schädlinge im Obstbau. Allerdings ist er etwas kleiner als seine gepunkteten Brüder und bleibt komplett schwarz.

 

Fazit: Der Marienkäfer ist der Lieblingskäfer im Obstbau.

NÜTZLICHKEIT AUF EINER SKALA VON 1 BIS 10: 9

 

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PFLANZENSCHUTZTHEMA

Der Pflanzenschutz ist derzeit ein Thema, das in der Öffentlichkeit breit diskutiert wird. Da wir hier nahe am Puls der Praxis sind, wollen wir aufzeigen, welche Problemstellungen sich täglich stellen und warum wir entscheiden, wie wir entscheiden. Damit der Konsument erkennt, wie seine Einkaufsentscheide die Art der Produktion beeinflussen.

In einem Übersichtsartikel fächern wir die verschiedenen Aspekte der Thematik auf. Momentan befinden wir uns in der Diskussion hier:

Juckerfarm Infografik Pflanzenschutz Schaedlinge

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie mag schöne Texte und offene Worte. (Zum Portrait).

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