Reben runterbinden
Feldbericht von Valérie

Die richtige Erziehung für unsere Reben

Auch unsere Rebpflanzen durchlaufen eine (gute! ;-)) Kinderstube. Damit sie später genügend Ertrag abwerfen, müssen sie schon jetzt in Form gebracht werden. Und zwar GENAU jetzt. Ist es kälter, sind die Zweige zu sperrig. Wartet man zu lange, nimmt der Baum es einem übel. Immer im Winter werden die Reben – wie andere Obstbäume – geschnitten. Dabei schneidet man diejenigen Zweige zurück, die im vergangenen Jahr gewachsen sind (sog. einjährige Zweige). Nach dem Schneiden der Bäume ist es wichtig, diese möglichst rasch an einen Draht herunter zu binden.

WARUM?

Wartet man zu lange, kommt mit der Wärme der Stoffwechsel des Baums in Gang und produziert einen klebrigen Saft, der aus der Anschnittstelle heraustropft. Wenn der Ast weiter nach oben wächst, läuft der Saft am Ast herunter und verklebt die darunterliegenden Knospen. Also auch keine Blütenblätter und somit keine Trauben.

Am meisten Trauben produziert der Baum, wenn der Ast waagerecht platziert wird. Deshalb bindet man den Trieb auch hangabwärts. Würde man ihn hangaufwärts oder gerade nach oben wachsen lassen, investiert der Baum ins Wachstum der Triebe. Richten sich die Triebe hangabwärts, wird die Fruchtbildung gefördert.

Rebstöcke anbinden

1) Ungeschnittener, unerzogener Trieb einer Weinrebe

Reben herunterbinden

2) Der geschnittene Trieb wird sanft gebogen

Reben herunterbinden

3) Mit Gummibändern werden die Triebe am Draht befestigt

Erziehung Reben

4) Ein korrekt beschnittener und herunter gebundener Trieb

Mit dem "Runterbinden" haben die Trauben optimale Bedingungen, sich voll zu entfalten und hängen nicht auf den Boden herunter.

Im nächsten Jahr wird der alte Trieb entfernt und ein neuer Einjähriger an den Draht runter gebunden. Die einjährigen Triebe tragen jeweils am meisten Früchte. Bei optimalen Bedingungen kann es sein, dass unsere Pflanzen, die erst letztes Jahr gesetzt wurden, bereits dieses Jahr erste Trauben produzieren.

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenns "brennt". Die Medienwissenschaftlerin hat vor der Geburt ihres zweiten Kindes das Kommunikationsteam von Jucker Farm geleitet.

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