
Erdbeeren mit Dach über dem Kopf
«Der Jucker, der hat Freilanderdbeeren.» Dieser Satz stimmt immer noch. Zumindest wenn’s um die späteren Sorten geht. 2026 bauen wir unsere frühen Erdbeeren aber erstmals in grossen Wandertunnels an.
Unsere Beerenbau-Chefin Valentina Gasser sieht im geschützten Anbau die Zukunft. Sind die Erdbeeren überdacht, ist man grundsätzlich weniger wetterabhängig. Eine Woche starker Regen oder ein heftiges Gewitter kann im Freiland die ganze Ernte zerstören. Den Erdbeeren im Tunnel macht das hingegen gar nichts.
Zugegeben, es war eine ziemliche «Büez» bis die Tunnels aufgebaut waren. Über einen Monat arbeiteten Valentina und ihr Team bei winterlicher kälte, bis die 10 Konstruktionen nahe dem zu Jucker Farm gehörenden Spargelhof in Rafz aufgestellt waren. 100 Meter lang sind die Tunnels aus Metallstangen und Plastikblachen. Jedes von ihnen beherbergt 5 Erddämme, auf denen die Erdbeeren wachsen.
Einfacheres Erdbeeren Ernten
Abgesehen davon, dass die Erdbeeren jetzt geschützt wachsen, wird auch die Ernte im Tunnel viel einfacher. Weil es unter dem Plastikdach immer trocken ist, kommen die Erntehelfenden schneller voran, als wenn sie durch schlammige Zwischendämme waten müssen. Im Tunnel kann es zwar auch warm werden, aber hier knallt niemandem die pralle Sonne auf den Kopf. Bis es richtig heiss wird, sollten unsere überdachten Erdbeeren sowieso abgeerntet sein. Noch ein wichtiger Vorteil: Im Tunnel können schon im Winter Arbeiten erledigt werden, für die man im Freiland auf trockenes Wetter warten müsste.
Im Innern unserer neuen Errungenschaften herrscht ein ganz anderes Klima als im Freiland. Es kann unter dem Plastikdach sehr feucht/warm werden, darum ist regelmässiges Lüften enorm wichtig, wie Valentina erklärt. Das andere Klima wird auch andere Schädlinge und Pflanzenkrankheiten anlocken. Und jetzt wo kein Regen mehr auf die Erdbeeren fällt, müssen sie gut bewässert werden. Bei uns passiert das über einen Tropfschlauch.
Wie unsere Spargeln werden auch die Erdbeeren im Tunnel mit Sensoren überwacht. Die Temperatur im Erddamm, die Feuchtigkeit und die Lufttemperatur kann unsere Beerenbau-Chefin so direkt übers Handy im Auge behalten.
Jedes Jahr ist zügeln angesagt
Da wir die Erdbeeren jedes Jahr auf einem anderen Feld neu setzen, müssen auch ihre Behausungen zügeln. Das bedeutet, dass unsere Beeren-Crew die Tunnels nach jeder Saison abbaut, mehrere Monate einlagert und dann im Winter wieder neu aufbaut. Dieser Aufwand macht Valentina ein bisschen Bauchschmerzen. «Hier würde es sich schon lohnen, wenn man mal eine Möglichkeit hätte, 2 Jahre auf dem gleichen Feld zu bleiben», sagt sie.
Von remontierenden Erdbeeren – du erinnerst dich vielleicht an unsere gescheiterten Versuche von 2025 – möchte Valentina übrigens nichts mehr hören. «Solange ich die Beeren unter mir habe, werden wir davon keine mehr haben», versichert sie.
Sind die Erdbeeren gespritzt?
Unsere Erdbeeren bauen wir komplett ohne Herbizid (Unkrautvernichter) an. Stattdessen kommen Folien auf den Erdbeerdämmen zum Einsatz, die dem Unkraut keinen Platz zum Wachsen lassen. Was doch durchdringt, wird von Hand oder mit der Hacke entfernt.
Wenn notwendig kommt bei uns Insektizid oder Fungizid zum Einsatz. Aber immer sehr gezielt und so sparsam wie möglich. Ausserdem probieren wir ständig neue Methoden aus, wie wir diese Mittel in den nächsten Jahren möglichst reduzieren können.












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