Zu Jucker Farm
von Valérie

Valentina – Ihr Hof ist ihr Hobby

Wie von Steffi gewünscht, stellen wir euch heute Valentina vor. Doch sind wir ehrlich: So eine wie Valentina Gasser hätten wir euch so oder so vorgestellt, denn wie sich in dem Gespräch herausstellt, ist sie wirklich eine Granate. Steffi hatte nicht zu viel versprochen 😊.

Aufgewachsen ist Valentina (nein, nicht auf einem Bauernhof) im nördlichsten Zipfel des Kantons Zürich, in Feuerthalen. Als Kind war sie aber oft auf dem Bauernhof ihrer Grosstante zu Besuch in Rafz und wusste schon früh: «Ich will mal Landwirtin werden.»

Und so kam es auch. Heute lebt sie auf genau diesem Hof und hat ihn von ihrer Tante gepachtet. 2 Rinder und 14 Geissen zur Fleischproduktion, 100 Legehennen und Ackerbauflächen - insgesamt 15 HA Land - halten sie auf Trab. An sich gäbe das schon genug zu tun. Doch ohne Nebenjob reicht es finanziell nicht. Das ist der Hauptgrund, warum sie bei uns ist. Wie es genau dazu kam und was Valentina uns so macht, lest ihr im Interview:

SEIT WANN ARBEITEST DU HIER?

Fix angefangen habe ich im November 2022. Jahre zuvor (ich glaube es war 2015) hatte ich schon mal ein Praktikum auf dem Spargelhof gemacht, aber das zählt nicht wirklich 😉.

WIE BIST DU BEI JUCKER FARM GELANDET?

Den Spargelhof kannte ich wie gesagt wegen meines Praktikums damals. Im Sommer 2022 war ich dann mal einkaufen im Hofladen und bin Wälle (Ex-Hofchef, Mitinhaber Jucker Farm AG) über den Weg gelaufen und habe mich mit ihm unterhalten. Damals war ich noch in der Landi angestellt, aber der weite Weg machte mir schon etwas zu schaffen und ich war am Überlegen, deswegen etwas Neues zu suchen.

Im Oktober habe ich mich dann entschieden, es mal zu versuchen. Der Spargelhof lag natürlich viel näher an meinem Zuhause und bot mir die Möglichkeit, meine Arbeit viel flexibler einzuteilen. Bei einem Kaffee habe ich dann mit Wälle über die Möglichkeiten gesprochen und nach einem Gespräch mit Beni ging es ziemlich fix. Aktuell bin ich zu 80% auf dem Spargelhof angestellt.

WAS IST DEIN JOB?

Ich bin stellvertretende Produktionschefin. Sozusagen die rechte Hand von Piotr. Ich unterstütze ihn vor allem im Büro und betreue das Landwirtschaftsprogramm, erledige also den Papierkram, der den meisten Landwirten jeweils so ein Graus ist. Mein Job ist es, alle Aktivitäten und Massnahmen zu dokumentieren. Zudem überwache ich die Zeiterfassung unserer Mitarbeitenden und unterstütze Piotr auf dem Feld, gehe nach den Kulturen schauen etc. Unter der Woche bin ich täglich vor Ort, die Sonntage teilen wir uns etwas auf.

WAS GEFÄLLT DIR HIER?

Das Team! Das ist echt super. Unser Produktionsteam mit Piotr, Peter, Karol und Sven, das «fägt» echt. Aber auch das Büroteam ist cool. Wir haben es super untereinander. Und die Arbeit ist sehr vielseitig.

WAS GEFÄLLT DIR NICHT SO?

Also an der Kommunikation untereinander können wir sicher noch arbeiten. Da passieren noch viele Doppelspurigkeiten. Aber wir arbeiten dran 😉

Was ist dein liebstes Jucker-Produkt?

Der Kürbiskern-Hofriegel. Den find ich mega.

UND WAS MACHST DU IN DEINER FREIZEIT? Hast du überhaupt noch Freizeit?

Haha, ja schon nicht viel, das stimmt. Eigentlich ist mein Hof mein Hobby.

Aber ich gebe noch Meitliriege. Und einen Freund habe ich auch noch. Zudem ist mir meine Familie auch sehr wichtig. Sie kommen oft vorbei und helfen mir im Betrieb. Ohne sie ginge es gar nicht.

Aber ja, meine Kollegen kommen schon etwas zu kurz. Trotzdem: Bereut habe ich meine Jobwahl keine Sekunde. Ich bin Landwirtin mit Leib und Seele.

WO IST DEIN LIEBLINGSORT?

Auf meinem Hof. Wir wohnen sehr schön, etwas abgelegen, mit einem wunderschönen Blick in die Berge. Die Berge mag ich eh gern…

WAS FÜR ZUKUNFTSTRÄUME HAST DU?

Mein Freund und ich haben einen VW-Bus umgebaut. Es wäre schon cool, wenn wir mal 2 Wochen am Stück damit wegkönnten. Letztes Jahr waren wir eigentlich schon unterwegs, 10 Tage haben wir es geschafft. Aber dann kriegte eine meiner Ziegen Vierlinge und wir mussten abbrechen und heimfahren.

Uff, das klingt schon etwas anstrengend. Hast du dir schonmal überlegt, den Betrieb umzustellen? Ev. auf Tierhaltung zu verzichten?

Ja schon. Letzten Sommer war’s echt viel. Da habe ich mir ernsthaft überlegt, ob ich was ändern könnte. Aber der Betrieb ist halt auf Tierhaltung ausgelegt. Mal schauen. In Zukunft habe ich vielleicht mal nur noch Legehennen und Rinder. Ziegen sind schon viel Aufwand und geben im Verhältnis wenig Ertrag…

 

Liebe Valentina, vielen Dank für deine Zeit und den Einblick!

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie mag schöne Texte und offene Worte. (Zum Portrait).

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