Mann und Frau mit Hühnern
Hofleben von Valérie

Besuch beim «Osterhasen»

Ostern stehen vor der Tür. Der Juckerhof lädt zum Brunch – wie auch ganz viele andere Restaurants. Wer seine Eier nicht auswärts geprellt bekommt, der tut es halt zuhause. Auf dem Juckerhof bestellen wir für die Ostertage jeweils ca. die vierfache Menge Eier als sonst.

Aber woher kommen sie denn eigentlich, all die Ostereier, die ihr auf dem Juckerhof und teilweise auch auf dem Bächlihof kauft oder esst?

Der Osterhase aus Saland

Der «Osterhase» des Juckerhofs wohnt im Esterli in Saland (13 km vom Juckerhof entfernt) und hat 13'600 Hennen. Im Schnitt legen sie ca. 12'000 Eier pro Tag. «Der Osterhase», das sind eigentlich Pascal und Angela Rusch und ihre Mitarbeiter der Stöckli Ei AG, die tagtäglich ihre Eier an diverse Betriebe in die Umgebung ausliefern. Unter anderem eben auch an den Juckerhof. «Ungefähr die Hälfte vermarkten wir selber, die andere Hälfte geht an einen Grossabnehmer», erklärt Angela Rusch.

Der Juckerhof gehört zu den grösseren Kunden der Stöckli Ei AG, er bezieht pro Woche im Schnitt rund 750 Eier für Laden und Restaurant, alles aus Freilandhaltung. Neben Eiern aus Freilandhaltung verkaufen die beiden auch Bodenhaltungseier. Pascal Rusch muss etwas ausholen: «Unser Vorgänger produzierte einen grossen Teil der Eier in konventioneller Bodenhaltung. Als wir den Betrieb Anfang 2017 übernahmen stellten wir die Produktion komplett auf Freiland um».

braunes Huhn

Zack! So ein Huhn vor die Linse zu kriegen ist gar nicht einfach!

Wiese vor Hühnerstall

Eine der Auslaufwiesen bei der Stöckli Ei AG

Eier bei Ausgabestelle

Die Eier kommen via Förderband aus dem Stall...

Sortierte Eier

...und werden in einem speziellen Raum sortiert und für die Kunden bereit gestellt.

Eier mit Mängeln

Auch unperfekte Eier werden als "Aufschlag" günstiger weitergegeben. Nichts wird weggeworfen.

Mehr Eier an Ostern

Auch bei der Stöckli Ei AG werden an Ostern deutlich mehr Eier gebraucht als sonst. Wie viele, das kann Rusch nicht sagen. Es hänge stark davon ab, wie spät oder eben wie früh im Jahr Ostern seien. Das Ostergeschäft beginnt auch nicht erst in der Woche vor Ostern, sondern schon 1-2 Monate vorher. Je nachdem ist die «Osterzeit» etwas länger oder kürzer. Deshalb ist die Spitze auch nicht so extrem, wie man als Laie vielleicht denkt. Eine zweite Absatzspitze kommt dann jeweils vor Weihnachten. „Wir versuchen, möglichst vorausschauend zu planen. Mit unseren 4 Herden, die zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr gewechselt werden, haben wir die Möglichkeit unsere Produktionsmenge der Nachfrage entsprechend zu steuern. Ein Betrieb mit nur einer Herde hat diesen Vorteil nicht“, erklärt Pascal Rusch.

Das Kochen und Färben ihrer Eier überlässt die Stöckli Ei AG einer Partnerfirma, da dies sehr viel Platz, Zeit und vor allem Knowhow benötigt. „Ostereier richtig gut zu kochen und zu färben ist eine Kunst die nur wenige beherrschen“, erzählt Angela Rusch.

«Die Stöckli-Eier sind die besten»

Das ist jetzt keine Schleichwerbung. Ich habe mir tatsächlich von verschiedenen Seiten sagen lassen, die Eier von der Stöckli Ei AG seien die besten. Woran das denn liegen könnte, frage ich die beiden. Schmunzelnd sagen sie, das könnten sie mir nicht so genau sagen. Neben der sauberen Verarbeitung und der fast unschlagbaren Frische (die Eier werden am Tag nach dem Legen beim Kunden abgeliefert) könnte vielleicht noch etwas anderes dahinterstecken: «Ein grosser Einfluss hat bestimmt auch unser Futter, das wir speziell für unseren Betrieb herstellen lassen. Da unsere Hennen wie Hochleistungssportler sind, brauchen sie auch eine optimale Ernährung. Nur mit einem optimalen Futter sind sie in der Lage, jeden Tag ein schmackhaftes Ei zu legen», meint Angela Rusch.

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie liebt schöne Texte und hat vor der Geburt ihres zweiten Kindes das Kommunikationsteam von Jucker Farm geleitet (Zum Portrait).

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