Kirschen Selberpfluecken Daniela Popoaie
Hofleben von Valérie

Endlich wieder Kirschen

In etwa 10 Tagen ist es soweit: Man kann wieder Kirschen selber pflücken bei uns auf dem Juckerhof. Das ist ungewöhnlich früh, denn in der Regel heisst es: «Kirschen rot – Spargel tot». Und dem wäre gemäss dem bäuerlichen Kalender erst am 24. Juni der Fall.

Das freut uns dieses Jahr umso mehr, als dass es letztes Jahr wegen des Frosts im April leider GAR keine Kirschen zu Pflücken gab (wir berichteten).

TOLLER FRÜHLING

Gemäss unserem Obstbauchef sieht es ganz so aus, als ob wir dieses Jahr besonders viele und qualitativ gute Kirschen haben werden. Dem fantastischen Frühling sei Dank. Der trockene, heisse Frühling führte dazu, dass mit Wild- und Honigbienen genügend Bestäuber unterwegs waren, trotz der sehr kurzen, aber intensiven Blütezeit. Kirschen mögen trockenes Wetter, auch weil sie dann Ruhe vor Pilzkrankheiten haben. Pilze mögen es eher feucht. Dank unserer Tropfleitungen hatten die Kirschen trotzdem immer genügend Wasser, ohne dass die Blätter nass wurden.

BIS IM JULI

Insgesamt gibt es vier Hauptsorten zu pflücken. Jede Sorte ist zu einem etwas anderen Zeitpunkt reif, so dass es möglichst lange Kirschen hat. Die erste Sorte, die bereit ist, sind die «Merchant»-Kirschen, 7 Tage später sind die «Giorgia» bereit, 10 Tage danach sind die «Kordia» reif. Die «späteste» Sorte «Regina» wird nochmal eine Woche später bereit sein.

Mit den Kirschen startet unsere «Selberpflück-Saison» auf dem Juckerhof. Selberpflücken ist eigentlich eine alte Idee und bis vor wenigen Jahren gab es auch Erdbeeren zum Selberpflücken auf dem Juckerhof. Das ist heute nicht mehr so…

WARUM KEINE ERDBEEREN MEHR?

Der Hauptgrund war fehlende landwirtschaftliche Flächen. Man hatte zunehmend Mühe, die Fruchtfolge einzuhalten. Es fehlte an Landwirtschaftsfläche zum Abtauschen. Auf Feldern, die immer wieder mit der gleichen Kultur bebaut werden, steigt der Krankheitsdruck. Das hat wiederum zur Folge, dass immer mehr Pflanzenschutz nötig war.

So haben sich die Jucker-Brüder zusammen mit Obstbauchef Stefan Bächli schlussendlich aus ökologischen Überlegungen 2013 dann dazu entschlossen, auf dem Juckerhof keine Erdbeeren mehr anzubauen. Dies taten sie schweren Herzens, denn das Selberpflücken war und ist bis heute ein wichtiger Wert ihres Erlebnishofs. Heute setzt man auf permanente Kulturen wie Chriesi und Kulturheidelbeeren, bei denen keine Fruchtfolge eingehalten werden muss. Die bleiben 30 Jahre am gleichen Ort.

SELBERPFLÜCKEN HEUTE

Nun gibt es noch Kirschen und Heidelbeeren zum Selberpflücken. Jede Kultur ist wetterabhängig. Zur aktuellen Information haben wir eine Infoline: +41 44 934 34 88 (Deutsch).

Für den Zutritt zur Anlage bezahlt man 5.- (Kinder 3.-). Dafür kann man auch nach Lust und Laune schlemmen. Alles was man mit raus nimmt, bezahlt man nach Gewicht.

Mehr Infos:

Mit den Heidelbeeren geht es dann Anfang bis Mitte Juli los. Je nach nachdem, wie das Wetter mitspielt.

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenns "brennt". Die Medienwissenschaftlerin hat vor der Geburt ihres zweiten Kindes das Kommunikationsteam von Jucker Farm geleitet.

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