JuckerFarm Manufaktur Haferdrink
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Haferdrink vom Hof

Produkte aus Hafer sind absolut im Trend. Nicht nur bei Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren oder Allergien auf Milchprodukte haben. Viele wechseln auch aus ökologischen oder ethischen Gründen auf vegane Alternativen. Auch ich bin ganz angetan von Milchalternativen aus Hafer. Deshalb habe ich vor einer Weile eine Anleitung für die Herstellung von Hafermilch und -rahm zu Hause hier auf dem FarmTicker veröffentlicht.

Wir bauen auf dem Spargelhof in Rafz eigenen Hafer an. Dieser wird in der HofBäckerei und -Manufaktur zu Guetzli, Müesli oder Riegel verarbeitet. Nun hat sich unsere HofManufaktur auch ans Thema Hafermilch gewagt und war – wie so oft – äusserst erfolgreich!

Hafer, Weizen, Gerste - was ist der Unterschied? Hier geht's zur Getreidekunde!

Hafermilch oder Haferdrink?

Zuerst einen kurzen Exkurs zu den Begrifflichkeiten… Der Begriff «Hafermilch», wie er im Volksmund verwendet wird, ist nämlich nicht korrekt. Denn laut Artikel 38 der schweizerischen Lebensmittelverordnung darf der Begriff «Milch» nur im Zusammenhang mit einer Kuh verwendet werden: «Milch ist das ganze Gemelk einer Kuh oder mehrerer Kühe, die regelmässig gemolken werden». Stammt die Milch von einem anderen Tier, z.B. einer Ziege, muss dies so gekennzeichnet werden. Hafer ist bekanntlich ein Getreide, kein Tier, somit darf laut Gesetz «Hafermilch» nicht als solche bezeichnet werden. Wir sprechen also von «Haferdrink».

Wie entsteht der Jucker-Haferdrink?

Für den Gebrauch zu Hause reicht meine Anleitung völlig aus. Viel mehr Werkzeug hat man/frau normalerweise auch nicht zur Hand. Für die Produktion im grösseren Stil, geeignet für den Verkauf, mit einer gewissen Haltbarkeit, ist diese Methode jedoch ungeeignet. Also wie wird denn der Jucker Haferdrink hergestellt? Dazu habe ich mit Nik Fehlmann, Stellvertretendem Leiter der HofManufaktur gesprochen.

«Der Hauptunterschied ist, dass wir in der Manufaktur Enzyme hinzufügen»

Nik Fehlmann, HofManufaktur

Aber beginnen wir von vorne, Schritt für Schritt:

Schritt 1: Der Hafer wird in Rafz auf den Feldern rund um den Spargelhof angebaut. Nach der Ernte kommt das Getreide in die Mühle und wird zu Mehl verarbeitet.

Schritt 2: Das Hafermehl und Wasser werden vermischt. Hier kommt der erste Satz Enzyme hinzu. Diese bauen die Stärke im Hafer ab, damit man das Hafer-Wasser-Gemisch erhitzen kann, ohne dass es verschleimt (diesen Fakt habe ich mir bei meinem Haferrahm zunutze gemacht).

Schritt 3: Das zuvor erhitzte Gemisch wird abgekühlt und ein zweites Enzym kommt hinzu. Dieses spaltet die im Hafer enthaltenen Kohlenhydrate auf und es bildet sich Zucker. Durch diesen Vorgang schmeckt der Haferdrink etwas süsslich, ohne dass Kristallzucker oder Ähnliches hinzugegeben werden muss. Auch Kuhmilch enthält Zucker: Die Lactose. Neben den Enzymen werden zudem etwas Salz und Rapsöl beigegeben – ebenfalls für den Geschmack.

Schritt 4: Hat das Enzym genügend Zucker gebildet, wird die Flüssigkeit erhitzt, damit der Prozess unterbrochen wird. Danach wird der Drink filtriert und homogenisiert. Auch Kuhmilch wird homogeniesiert – sonst würden sich das Fett und Wasser trennen.

Schritt 5: Der Haferdrink wird in 1L Glasflaschen abgefüllt. Diese werden im Steamer sorgfältig pasteurisiert und anschliessend schockgekühlt. Dann kommt das Etikett drauf. Der ganze Prozess dauert rund 5 Stunden.

«Der grosse Unterschied unseres Haferdrinks ist, dass er nur pasteurisiert ist» erklärt Fehlmann. «Die meisten Haferdrinks die man im Handel findet, sind UHT. Das heisst, sie wurden innert kurzer Zeit sehr stark erhitzt und sind so lang ungekühlt haltbar.» Frischer ist er also, der Jucker Haferdrink. Ausserdem wird er in wiederverwendbares Glas abgefüllt und es werden regionale Zutaten zur Herstellung verwendet und keine Konservierungsstoffe beigefügt.

Hafermehl und Wasser wird vermischt, dann Enzyme, Salz und Öl hinzugefügt.

Vor dem Abfüllen wird der Haferdrink passiert, damit keine Feststoffe in der Flasche landen und der Drink schön weiss und geschmeidig ist.

Der Drink wird in 1L Flaschen abgefüllt und dann schockgekühlt.

Der Haferdrink kann sogar aufgeschäumt werden, für den perfekten Hafer-Macchiato!

Und wie schmeckt der Haferdrink?

Ich durfte den Haferdrink natürlich degustieren. Und war sofort begeistert. Leicht süsslich, geschmeidig und cremig, doch leicht und farblich aamächelig. Der Haferdrink kann sogar aufgeschäumt werden – für den perfekten Hafer Macchiato! «Mit dem Geschmack und der Konsistenz sind wir schon ganz zufrieden» sagt Nik Fehlmann. Am Herstellungsprozess müsse man noch feilen, meint er. Aber man befinde sich auch erst in der Testphase und sei auf das Feedback der Kundinnen und Kunden gespannt.

Der Haferdrink ist in unseren Hofläden und auch bald in den Hofrestaurants erhältlich. Zudem wird der Haferdrink per Morgen Samstag, 14. August, im PopUp von unserem neuen Partner Rüedu im Zürcher Hauptbahnhof (Lageplan) zu finden sein!

Nadine kam von der Bank zum Bauernhof. Sie ist seit 2016 Marketing- und Kommunikationschefin bei Jucker Farm. Ihre Spezialität ist die digitale Kommunikation. Neben Ihrem Job reist sie leidenschaftlich gerne (Zum Portrait).

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