Zu Jucker Farm
Haferrahm und Hafermilch selber herstellen
von Nadine

Hafermilch und Haferrahm selber machen

Pflanzliche Milchalternativen boomen. Allen voran Hafermilch (resp. Haferdrink - "Milch" gehört der Kuh, aber zum besseren Verständnis sprechen wir hier dennoch von Milch). Ich persönlich bin kein Fan – bis jetzt habe ich im Handel einfach noch kein Produkt gefunden, das mich überzeugt hat. Deshalb habe ich mich an einer hausgemachten Version versucht. Und da ich eigentlich nicht so die Milch-Trinkerin bin, jedoch gerne cremige Saucen zu meinen Teigwaren zubereite, habe ich auch Haferrahm hergestellt. Die Zutaten sind praktisch dieselben, es gibt nur zwei kleine entscheidende Unterschiede bei der Zubereitung.

Warum überhaupt Alternativen verwenden? Ich selber bin z.B. nicht strikt vegan. Dennoch möchte ich meinen Konsum an Milchprodukten reduzieren. Aus ethischen und ökologischen Gründen. Valérie hat hier auf dem FarmTicker bereits mehrfach über die Milchherstellung berichtet.  Aber abgesehen davon – Alternativen bringen auch immer Abwechslung in die Küche und es lohnt sich, diese auszuprobieren! Und jetzt, wo wir sowieso viel zu Hause sind, hat man ja Zeit für sowas, nöd wahr?

Übrigens; Hafermilch muss keine Konkurrenz zur Kuhmilch sein, wie dieser Beitrag der NZZ zeigt.

Warum Hafer? Weil er regional angebaut wird – auch wir bauen selber Hafer an auf dem Spargelhof in Rafz. Die Haferflocken gibt’s im Hofladen. Soja – Sojamilch war eine der ersten bekannten Milchalternativen - kommt meistens aus dem Ausland, ebenso wie Reis oder Mandeln. Hafer ist zudem sehr gesund; er enthält Zink, Eisen und eine ganze Reihe an B-Vitaminen (z.B. Biotin), ausserdem ist er glutenarm, ballaststoffreich und hält lange satt.

Runterscrollen - da geht's zu den Rezepten!

Haferdrink vom Bauernhof

Keine Lust zum Selbermachen? Kein Problem, wir haben nämlich auch fix fertigen Haferdrink im Sortiment. Ohne komische Zusatzstoffe, ganz natürlich, frisch und regional.

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Los geht’s… Ihr braucht für beide Rezepte einen guten Mixer, einen kleinen Kochtopf, mehrere Schälchen und Aufbewahrungsbehälter (für die Milch eine Flasche und für den Rahm z.B. ein grosses Einmachglas).

Hafermilch - eine gesunde und regionale Alternative zu tierischer Milch.

Die Grundzutat: Hafer. Wir selber bauen Hafer auf unserem Spargelhof in Rafz an.

No Food Waste: Sogar den übrig gebliebenen "Hafertrester" kann man weiterverwenden.

How to: Hafermilch

Zuerst die Hafermilch. Dazu benötigt ihr folgende Zutaten:

  • 100 g Haferflocken
  • 1 l kaltes Wasser (ggf. 2 Eiswürfel)
  • 1 TL Rapsöl
  • 1 Prise Salz
  • Bei Bedarf: Süssungsmittel (z.B. Honig, Birkenzucker o.ä.)

Zubereitung:

Die ganzen Haferflocken im möglichst kalten Wasser mind. 20-30 Minuten einlegen. Dann salzen, Rapsöl beigeben, bei Bedarf süssen und ab in den Mixer. Wichtig ist, dass das Wasser nicht zu warm wird beim Mixen! Denn sonst geliert der Hafer – das machen wir dann beim Rahm. Wenn euer Wasserhahn also eher Pfäffikersee-im-Hochsommer-warmes als Hirnfrost-im-Bergsee-kaltes Wasser von sich gibt, dann lohnt es sich zwei Eiswürfel mitzumixen.

Die Hafer-Wasser-Masse ca. 2-3 Minuten mixen. Anschliessend durch ein Sieb (oder idealerweise ein Durchseih-/Passiertuch) in die Flasche füllen, damit man keine Stückchen in der Milch hat. Die Milch ist im Kühlschrank ca. 2-3 Tage haltbar, am besten schmeckt sie aber frisch! Der Trester, also die Stückchen, die man ausgesiebt hat, können z.B. als Müesli, in Smoothies oder als Haferkekse verwertet werden. No Food Waste und so 😉

Haferrahm und Hafermilch selber herstellen

Der Haferrahm ist im Gegensatz zur Hafermilch dickflüssiger, da er geliert ist und wengier Wasser enthält.

Ideal für Saucen und diverse Desserts. Ideen sind erwünscht!

 How to: Haferrahm

Nun geht’s zum Rahm… Es gibt zwei wichtige Unterschiede zur Herstellung von Hafermilch; erstens das Verhältnis zwischen Wasser und Haferflocken und zweitens die Temperatur des Wassers.

Ihr braucht für Haferrahm folgende Zutaten:

  • 100 g Haferflocken
  • 700 ml Wasser
  • 1 EL Rapsöl
  • 1 Prise Salz

Zubereitung:

Die Haferflocken mit dem Salz zusammen mixen, so dass ein feines Mehl entsteht. Die Hälfte des Wassers aufkochen und das Hafermehl dazumischen. Das Ganze ziehen und etwas abkühlen lassen. Anschliessend die zweite Hälfte des Wassers beigeben und zusammen mit dem Öl im Mixer gut mischen. Hier darf der Mixer warm werden, je lnger ich die Masse mixt, desto cremiger wird der Rahm. Anschliessend nochmals 10 Minuten quellen lassen.

Man merke – mit heissem Wasser «gelieren» die Haferflocken, mit kaltem nicht.

Je nachdem wie gut euer Mixer ist, muss der Rahm vor dem Abfüllen noch abgesiebt werden. Mich persönlich stört es nicht, wenn der Rahm nicht 100% glatt ist. Bei der Milch hingegen sind Stückchen nicht wirklich erwünscht.

Der Haferrahm ist im Kühlschrank ca. 1 Woche haltbar.

 

Mein Fazit? Ich bin immer noch kein riesen Fan von pflanzlicher Milch. Trinke meinen Kaffee sowieso lieber schwarz wie die Nacht 😉 Dennoch – die selbergemachte Variante schmeckt mir viel besser als viele der Milchalternativen, die ich bis jetzt ausprobiert habe. Und vom Rahm bin ich voll überzogen. Mein Rezepttipp: Zwiebeln in Rapsöl andünsten, Pilze dazu, dann mit einer saftigen Portion Haferrahm mischen, gut salzen und pfeffern und zu den Vollkorn-Fusilli aus der HofManufaktur servieren. En Guete!

Hast du die zwei Rezepte ausprobiert? Dein Feedback würde mich sehr interessieren! Auch was du damit gekocht hast! Schreibe es doch in die Kommentare. Danke!

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Nadine kam von der Bank zum Bauernhof. Sie ist seit 2016 Marketing- und Kommunikationschefin bei Jucker Farm. Ihre Spezialität ist die digitale Kommunikation. Neben Ihrem Job reist sie leidenschaftlich gerne (Zum Portrait).

Beiträge von Nadine
12 Kommentare zu “Hafermilch und Haferrahm selber machen”
    IK

    Wenn ich mit der selbstgemachten Hafermilch heisse Schokolade mache, wird die Milch so dick, dass es nicht mehr appetitlich ist. Wie kann ich das ändern?

    Antworten
    Valérie Sauter

    Hmm, das können wir uns nicht erklären, warum das so ist. Mit unserer Hafermilch klappt es hervorragend.

    Antworten
    Anton

    Ich mache schon länger Haferdrink zuhause und am besten klappt es jetzt seit der Verwendung von Enzymen! So wird es richtig lecker, wie der gekaufte. Ich habe sie gefunden bei NECTARBAR.de die auch in die Schweiz verschicken.

    Und ich finde es super, dass Jucker, jetzt auch einen frischen Haferdrink anbietet :-)

    Antworten
    Nadine Gloor

    Danke für den Tipp. Wir verwenden in der Produktion in der Manufaktur auch Enzyme - siehe juckerfarm.ch/haferdrink!

    Antworten
    Ellen Helbling

    Hallo
    Meine Fage zur Hafermilch/Haferrahm wäre:
    Warum Rapssöl? soll ja nicht so gut sein.
    Ich habe hochwertiges Leinöl oder Olovenöl, haben aber leichten Eigengeschmack? Danke für eine Antwort

    Antworten
    Nadine Gloor

    Einerseits geht's um den Geschmack - Rapsöl ist relativ neutral. Wenn dich der Nebengeschmack nicht stört, kannst du auch z.B. Leinöl verwenden. Wir achten halt zudem darauf, möglichst regionale Produkte zu verwenden. Raps wächst in der Schweiz - und sogar auf unseren Feldern.

    Antworten
    Sara

    Guten Tag, freu mich schon den Haferdrink auszuprobieren. Welcher Hafer eignet sich am besten für den Drink/Rahm? Vielen Dank

    Antworten
    Valérie Sauter

    Hmm, das spielt glaub nicht so eine Rolle. Am besten so lokal wie möglich! ;-)

    Antworten
    Anja

    Danke für das ansprechende Rezept. Kann ich auch eine grössere Menge Hafermilch zubereiten und einen Teil einfrieren?

    Antworten
    Nadine Gloor

    Ja das kannst du - aber die Konsistenz ändert sich nach dem Auftauen. Ob sie dann noch wirklich roh trinkbar ist, bezweifle ich. Aber z.B. zum Porridge machen oder zum backen eignet sie sich bestimmt noch.

    Antworten
    Doris

    Guten Abend. Ich probiere die selbstgemachte Hafermilch seit einiger Zeit aus (umständehalber) mit glutenfreiem Hafer. Ich mag sie sehr, gerade beim Kochen. Den Haferrahm werde ich demnächst einmal ausprobieren: Gerne möchte wissen, warum es Öl darin braucht. Vielen Dank für die Rückmeldung. Doris

    Antworten
    Nadine Gloor

    Hmm Öl braucht's nicht unbedingt, macht das Ganze etwas geschmeidiger. Und auch in Milch resp. Rahm hat es einen Fettanteil, daran ist das angelehnt. Aber du kannst es auch weglassen. Viel Spass beim Ausprobieren!

    Antworten

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