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Musik im Boden

Wenn’s im Boden kreucht und wuselt geht’s ihm gut. Je mehr unterschiedliche Lebewesen sich im Boden befinden, desto gesünder ist er. Um einen Eindruck zu gewinnen, wie es in unseren Böden so aussieht, haben wir letzte Woche in unsere Böden reingelauscht. Es ist bereits das zweite Mal, dass wir an dem Projekt «Sounding Soil» teilgenommen haben.

Mit einem hochsensiblen Mikrofon werden während 24 Stunden die Geräusche, die in der obersten Schicht des Bodens auftauchen, aufgezeichnet. Diese «Hörprobe» reichen wir dann wieder an Sounding Soil ein, die ihren Datensatz damit ergänzen, unter anderem zur wissenschaftlichen Untersuchung.

Zudem lädt Sounding Soil die Proben auf ihre Website hoch, damit sich alle einmal quer durch die Schweizer Böden lauschen können.

Hier kann reingehört werden: www.soundingsoil.ch/zuhoeren

Was ist Sounding Soil?

«Sounding Soil» ist ein Wissenschafts- und Kunstprojekt der Zürcher Hochschule der Künste in Zusammenarbeit mit der Stiftung Biovision, dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBl, der ETH Zürich, der eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL und der nationalen Bodenbeobachtung. Es hat sich zum Ziel gesetzt, die Vorgänge im Boden wahrnehmbar zu machen.

«Wir nehmen den Boden zu unseren Füssen nicht bewusst wahr – er ist einfach da und wird oft als lebloses Material gesehen und auch so behandelt. Eines der wichtigsten Ziele unseres Projekts Sounding Soil ist es daher, die Prozesse und das Leben im Boden sinnlich erfahrbar zu machen und damit das öffentliche Bewusstsein für gesunde Böden zu stärken», heisst es auf der Website von Sounding Soil.

Messungen wurden seit 2017 durchgeführt. Diese waren aber noch nicht aussagekräftig genug, um durch die Geräusche Rückschlüsse auf die Bodengesundheit zuzulassen. «Mit erneuten Messungen bis Ende 2021 sollen die gewonnen Resultate zeigen, ob sich akustische Bodenaufnahmen eignen, um zukünftig die Aktivität der Lebewesen und die Biodiversität im Boden einfach und schnell messen zu können. Ist dies der Fall, könnten solche Aufnahmen zukünftig als Monitoring-Werkzeug eingesetzt werden», schriebt Sounding Soil weiter.

Warum machen wir da mit?

Der Boden interessiert uns. Denn er ist die Grundlage für unsere Arbeit. Gerade im Zuge unserer Ausrichtung auf die regenerative Landwirtschaft steht im Moment der Boden bei uns stark im Fokus. Sich gut um den Boden zu kümmern zahlt sich aus, vor allem auf lange Sicht. Deshalb zum Beispiel auch die Teilnahme am Unterhosenprojekt  und die Herstellung von eigener Terra Preta. Petra Hager erzählt von ihren bisherig gemachten Erfahrungen mit dem Projekt:

Welche Erkenntnisse gab es von den Aufnahmen letzten Herbst?

Die erste Messung letzten Herbst fand ca. Ende Oktober statt. Es war schon recht kalt, und deshalb nicht viel los. Eine Rückmeldung von Sounding Soil zur Qualität unseres Bodens gab es noch nicht. Sie sind ja erst in der Testphase für dieses neue wissenschaftliche Werkzeug.

Sounding Soil Gerät

Der Sensor wird mit dem Gerät verbunden und 5-8 cm tief in den Boden gesteckt.

Ziel der Untersuchungen ist es herauszufindne, ob Bodengeräusche ein geeigneter Indikator für Bodengesundheit sein können.

Wo hattest du die Aufnahme genau gemacht das erste Mal?

Die erste Aufnahme habe ich in einem alten Ameisenhaufen gemacht, bei den jungen Apfelbäumen Richtung See. Ich erhoffte mir davon eine etwas erhöhte Aktivität. Aufgrund der Kälte war dann aber in der obersten Schicht doch nicht so viel los.

Und dieses Jahr? Wo hat die Messung letzte Woche stattgefunden?

Im neu angelegten Permakulturgarten bei den Johannisbeeren. Das nahm mich besonders wunder. Dieses Mal war schon mehr los. Ich denke aber, das lag an den wärmeren Temperaturen. Der Permakulturgarten ist noch zu frisch, um einen Effekt auf das Bodenleben zu haben. Spannend wär’s natürlich, in ein paar Jahren den Vergleich zu machen.

Was war deine persönliche Motivation, an dem Projekt teilzunehmen?

Also erstens war ich selber neugierig, wie’s in unserem Boden aussieht und zweitens ist es mir ein Anliegen, die Wissenschaft bei solchen Projekten mit meiner Arbeit zu unterstützen. Wir kommen nur Hand in Hand weiter.

Der wissenschaftliche Teil des Projekts sei Ende 2021 abgeschlossen, sagt Anna Schöpfer, die bei Biovision verantwortlich für das Projekt «Sounding Soil» ist: «Wie es mit dem Projekt weiter geht, ist noch offen. Die Nachfrage nach unseren Aufnahmegeräten im Naturbildungsbereich ist sehr hoch. Wir sind gespannt, was die Zukunft noch bringt.»

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie mag schöne Texte und offene Worte. (Zum Portrait).

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