Unterhosen werden vergraben auf dem Juckerhof
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Wir vergraben Unterhosen

Mittwoch, 7. April 2021, es ist eiskalt auf dem Juckerhof, der Winter ist nochmals zurückgekehrt. Petra Hager, Obstbauchefin hier in Seegräben, steht mit dem Spaten auf dem Feld und vergräbt zwei Paar weisse Unterhosen in der kalten Erde. Kein Witz.

Wie gesund ist unser Boden?

Die Aktion «Unterhosen vergraben» wurde von Agroscope und der Uni Zürich lanciert. In der ganzen Schweiz werden rund 2’000 Unterhosen vergraben, um die Bodenqualität zu erforschen. Denn es gilt; je zersetzter die Baumwollunterhose ist, desto gesünder ist der Boden. Hierzulande ist der Unterhosen-Test noch ziemlich unbekannt, in Kanada wird er schon länger als Indikator für die Bodengesundheit eingesetzt. Allerdings ist der Test nicht wissenschaftlich belegt. Deshalb vergräbt man zusammen mit den Unterhosen auch zweierlei Teesorten – da weiss man nämlich, wie lange sie zum Zersetzen brauchen. Zudem entnimmt jede*r Teilnehmende an der gleichen Stelle eine Bodenprobe, die dann zusammen mit den Unterhosen untersucht wird.

Gestern auf dem Juckerhof wurden also Unterhosen und Teebeutel vergraben. Petra Hager hat ein 30cm tiefes Loch gegraben, eine Bodenprobe entnommen, die zwei Unterhosen plus die Teebeutel vergraben und die Stelle markiert. In einem Monat wird das erste Unterhosen-Tee-Paar ausgegraben, in zwei Monaten das Zweite. Dann wird alles eingeschickt und im Labor analysiert. «Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse und hoffen natürlich, dass sich die Unterhosen bei uns schön zersetzen», sagt Hager. «Falls nicht, erhoffen wir uns vom Forschungsteam Einblicke und Verbesserungsvorschläge, wie wir die Bodengesundheit erhöhen können.»

Nur eine Stichprobe

Man dürfe allerdings nicht verkennen, dass diese Probe nur eine Stichprobe sei, erklärt Hager. Denn der Boden kann 50 Meter weiter rechts wieder ganz andere Eigenschaften aufweisen. «Wenn das Experiment aber erfolgreich ist, könnten wir den Unterhosen-Test auch selbstständig an anderen Orten durchführen und so erfahren, wie gesund der Boden ist», so Petra Hager.

Petra Hager hat ein Loch für die Unterhosen gegraben.

Zwei Unterhosen und je 6 Teebeutel bleiben jetzt einen resp. zwei Monate unter der Erde.

Der Unterhosen-Spot liegt im neuen Permakulturgarten auf dem Juckerhof.

Wertvoller Boden

Der Boden ist für uns Bäuerinnen und Bauern ein wertvolles Gut. Denn er ist die Grundlage für die Lebensmittel, die wir anbauen. Deshalb tun wir gut daran, uns um ihn zu kümmern. Darauf wurde in der Vergangenheit allgemein zu wenig geachtet. Sei das wegen fehlendem Wissen oder auch, weil man anderes im Fokus hatte (Grüne Revolution).

Die Unterhosen wurden auf dem Feld vergraben, auf dem bis vor kurzem noch Heidelbeersträucher zum Selberpflücken wuchsen. Vor ca. einem Jahr wurden die schon etwas in die Jahre gekommenen Sträucher entfernt und eine Gründüngung gesät. Gründünungen sind Pflanzen, bei denen nicht die Ernte das Ziel ist, sondern die Verbesserung der Bodenqualität.

Dieses Jahr begannen wir mit dem Anbau eines Permakulturgartens (Was ist eine Permakultur?), im Rahmen unserer Umstellung auf Regenerative Landwirtschaft. Bei dieser Produktionsart steht die Bodengesundheit im Zentrum, Hummus soll aktiv auf- statt nur abgebaut werden. Das dauert jedoch Jahre. «Vielleicht wiederholen wir ja in ein paar Jahren den Test wieder an der gleichen Stelle, dann können wir gleich kontrollieren, ob unsere Massnahmen den Boden effektiv gesünder gemacht haben», sagt Petra Hager.

Stay tuned - in einem Monat gibt’s ein Update!

Züriost.ch war beim Vergraben mit dabei und hat darüber berichtet:

Nadine kam von der Bank zum Bauernhof. Sie ist seit 2016 Marketing- und Kommunikationschefin bei Jucker Farm. Ihre Spezialität ist die digitale Kommunikation. Neben Ihrem Job reist sie leidenschaftlich gerne (Zum Portrait).

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