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Schädlinge & Nützlinge 3: Ameisen

Im Obstbau kreucht und fleucht es - wir stellen euch in einer Reihe die wichtigsten Exponenten rund um den Obstbau vor. Heute sind die Ameisen dran.

Vorab: Die Ameise richtet am Baum selber zwar keinen Schaden an, aber sie lebt in Symbiose mit der Blattlaus. Wo Ameisen an Obstbäumen auftreten, ist auch die Blattlaus nicht weit. Deshalb sind Ameisen an Apfelbäumen nicht gern gesehen, wenn sie auch keine direkten Schädlinge sind.

In Symbiose mit der Blattlaus

Wenn sich auf dem Apfelbaum viele Ameisen tummeln, sind auch die Blattläuse nicht weit. Warum? Die Ameisen ernähren sich vom «Honigtau» der Blattläuse. Das sind ihre Ausscheidungen, die sie tröpfchenweise an ihrem Hinterteil absondern. Die Ameisen «melken» die Läuse richtiggehend, indem sie ihr Hinterteil massieren, um an den Honigtau zu kommen.

Ausser Honigtau fressen Ameisen auch tote Raupen, Schmetterlinge oder Fliegen. Ihre ärgsten Feinde sind Vögel, Spinnen oder kleine Schlangen. Eine Ameise kann ca. zwei bis drei Jahre alt werden.

Und das sieht so aus:

Zu viele Ameisen können zum Problem werden

Ein grosser Ameisenstaat aus mehreren Hundert Tieren kann mit seiner Burg allerdings durchaus Schaden anrichten. Wenn sich dieser nämlich - und das ist öfter der Fall - direkt um den Wurzelballen eines Obstbaums befindet, kann er den Baum im schlimmsten Fall umstürzen lassen. Die Erde ist nämlich durch den Ameisenbau aufgelockert und verliert durch die Hohlräume der Gänge an Stabilität (Quelle: Gartenjournal.net)

Stefan Bächli, leitender Obstbauer bei Jucker Farm haben die Ameisen bisher nie gestört. «Sie sind persönlich mein Lieblingstier. Da sie nur auf die Bäume kommen, wenn Läuse da sind, muss man eigentlich nur die Läuse im Griff haben und die Ameisen bleiben im Boden und fressen die toten Insekten. Für uns im Obstbau sind durch Ameisenkolonien umstürzende Bäume eher kein Problem, da unsere Bäume ja ein Baumgerüst haben und so gar nicht einfach umfallen können.» Scheinbar gebe es versuche, die Bäume um den Stamm herum zu säubern, damit Vögel freie Sicht haben auf allfällige «Ameisenautobahnen» am Stamm. So könnten sich Vögel nur noch hinsetzen und wie am Fliessband eine Ameise nach der anderen wegpicken.

Hausmittel gegen Ameisen

Wem die Ameisen im Garten doch lästig werden, dem hat Bächli einen guten Tipp. Die gängige Methoden mit Backpulver oder Hefe funktioniere seiner Meinung nach nicht. Jedoch folgendes: «Natron mit Puderzucker gemischt lieben die Ameisen und dies vertragen sie wirklich nicht gut, somit werden sie ziemlich dezimiert.»

NÜTZLICHKEIT AUF EINER SKALA VON 1 BIS 10:
5  - oder so. Sie sind weder nützlich noch schädlich.

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie mag schöne Texte und offene Worte. (Zum Portrait).

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