
Wie ziehe ich einen Riesenkürbis?
Wer sich selber mal an einem Riesenkürbis versuchen möchte, muss spätestens im Frühling aktiv werden!
Das brauchst du, um einen orangen Giganten zu züchten:
- Einen Pflanzblätz von mindestens 10 x 10 Metern für 1 Riesen-Kürbispflanze (für einen kleinen Halloween-Kürbis reicht ca. 1 m2)
- Blumentopf min. 12 cm Durchmesser
- Normale Pflanzenerde
- Natürlicher Dünger, Kompost oder Mist
- unlackierter Tontopf mit 1 Loch im Boden, mit mindestens 20 cm Durchmesser
- Viel Zeit (im Sommer auch mal 2 Stunden an einem Tag)
- Eine Wasserquelle in der Nähe, vorzugsweise einen Schlauch, oder starke Oberarme und grosse Giesskannen 😉
- Minimum 2 Samen von Riesenkürbissen (kriegte man mit etwas Glück an der Kürbisschlachtete auf dem Bächlihof oder bei kcb-Samen).
- Evt. Styroporplatte (1 m2, evt. Baupalette, falls du an die Meisterschaften im Kürbiswiegen kommen willst.
Geistige Vorbereitung – für das richtige Mindset 😉
Um sicher zu gehen, dass es klappt, empfiehlt es sich, mindestens 3-4 Kürbispflanzen zu ziehen, damit – im Fall dass eine Pflanze kaputtgeht oder sich nicht gut entwickelt – immer noch Reserve da ist.
Für Profis/Fortgeschrittene:
Du brauchst 2 Kürbispflanzen, um die eine mit der anderen zu bestäuben. Warum? Jede Kürbispflanze hat einen männlichen und einen weiblichen Geschlechtsteil. Ziel ist es, den männlichen Pollen des einen Kürbisses auf die weibliche Blüte des anderen Kürbisses zu übertragen. (Für Anfänger*innen reicht es, diesen Teil den Bienen zu überlassen ;-))
1. Samen keimen lassen und setzen
Wir starten gleich mit einem kostenlosen Profi-Trick: Nimm ein nasses Küchenpapier und leg den Samen für einen Tag da drauf, dann keimt er besser. Am besten so warm wie möglich, bei gut 30 Grad.
Danach setzt du ihn in einen mindestens 12 cm grossen Topf, der mit normaler Pflanzenerde gefüllt ist. Gut wässern und an einem warmen Ort stehen lassen (idealerweise zwischen 25 und 30 Grad, nicht wärmer). Wichtig: Einfach schön feucht halten. Nach 6 bis 10 Tagen werden erste Pflänzchen sichtbar.
Die Pflänzchen kannst du so lange in dem Topf wachsen lassen, wie sie reinpassen. Grundsätzlich gilt: Je grösser die Pflanze beim Aussetzen ins Freie, desto besser.
2. Setzlinge aussetzen
Irgendwann Ende Mai/ Anfang Juni ist es dann soweit: Du kannst die Pflänzchen ins Freiland aussetzen. Wichtig: Tu das erst dann, wenn es garantiert keine Frostnächte mehr geben wird! Warte ab, bis die Eisheiligen durch sind, denn Frost ist Gift für die kleinen Pflanzen.
Die Setzlinge können auch auf dem Mist oder auf einem (verrotteten!) Komposthaufen wachsen. Das mag der Kürbis am liebsten. Viele Nährstoffe sind das A und O!
Für das Aussetzen buddelst du ein Loch, das etwas grösser als der Blumentopf ist. Nimm den Setzling aus dem Topf und brich unten die Wurzeln etwas auf. Das hat den Zweck, dass die Wurzeln schön nach unten wachsen und aus der «Topf-Form» rauskommen. Dann setzt du die Pflanze ins Loch und drückst die Erde rundherum schön satt an. Noch grosszügig einwässern, damit die Erde sich gut um den Setzling legt.
3. Wässern/Pflege/Warten
Ab jetzt musst du dafür sorgen, dass der Kürbis immer genug Wasser hat. Trick 77: Einen mindestens 20 cm grossen, töneren, unlackierten Blumentopf mit einem Loch unten neben deiner Pflanze eingraben und mit Wasser füllen. Das einzige, was du nun machen musst, ist schauen, dass immer Wasser im Topf ist.
Der Kürbis zieht automatisch genau so viel Wasser, wie er braucht. Es kann aber sein, dass du den Topf 3x am Tag auffüllen musst.
Falls der Kürbis nicht auf dem Misthaufen oder dem Kompost wächst, solltest du ihn grosszügig düngen. Am besten mit Mist oder Kompost.
Aber Achtung: Wenn der Kürbis einen starken Wachstumsmotor hat und sehr viel Wasser kriegt, kann es auch sein, dass er zu schnell wächst. Dann kriegt er Risse. Hier abzuschätzen, was die richtige Menge ist, ist Wissen, das sich die Kürbiszüchter-Profis, die jedes Jahr an die Schweizer Meisterschaften kommen, in all den Jahren aneignen mussten.
Eventuell ist ein Sonnenschirm o.Ä. als Sonnenschutz sinnvoll im Sommer, denn auch Kürbisse können Sonnenbrand kriegen. Pass auch auf, falls ein fieses Hagelgewitter angesagt ist. Hagel kann Kürbisse ganz schön zerfetzen und verletzte Kürbisse faulen rasch.
4. Befruchten (nur für Profis)
Normalerweise übernehmen die Bienen das Befruchten. Man könnte aber theoretisch, falls man 2 Kürbispflanzen ausgesetzt hat.
Falls man darauf Einfluss nehmen möchte, nimmt man (mit einem feinen Pinsel) den Pollen vom grösseren Kürbis und bepinselt damit den Stempel in einer oder zwei Blüten einer anderen, vital aussehenden Pflanze.
5. Der Entscheid
Irgendwann erscheinen die ersten Früchte. Wenn sie tennisball-gross sind, ist es Zeit, zu entscheiden, welche davon dein Riesenkürbis werden soll.
Dabei gilt es zu beachten: Welche Ranke ist die dickste? Davon suchst du eine gesunde Frucht, die vom Wurzelballen mindestens 3-4 Meter entfernt sein soll!! Damit die Ranke genügend Spielraum hat, wenn der Kürbis wächst.
Das ist dein Riesenkürbis und alle anderen Blüten und Früchte müssen weg! Denn je mehr andere Früchte wachsen, desto mehr entziehen diese die Kraft der Pflanze, die sie in den Riesenkürbis stecken könnte.
6. Vollgas geben bei der Pflege
Jetzt kommt die arbeitsintensivste Zeit. Alle 2 bis 3 Tage musst du vorzu neue Blüten und Früchte abschneiden. Und natürlich weiterhin gut Wasser geben.
Spezialtrick für Fortgeschrittene:
Bei zusätzlichen Ranken bei Blattachseln die nach oben zeigen eine Schaufel Erde draufwerfen, dann bildet der Kürbis da wieder Wurzeln --> zusätzliche Versorgung für den Riesenkürbis.
Die zusätzlichen Ranken, so lange sie lose sind, so anordnen, dass sie möglichst viel von den 10 x 10 Metern mit Wurzeln bedecken, damit sie aus jeder Ecke Nährstoffe ziehen können.)
Achtung: Wenn dein Projekt gut läuft und du eventuell an die Schweizer Meisterschaft kommen möchtest, dann hiev den Kürbis – so lange das noch von Hand geht - auf eine Styroporplatte und diese wiederum auf ein Palett. Das erleichtert den Abtransport. Der Kürbis muss aber an den Ranken dranbleiben, um weiter wachsen zu können.
7. Kürbiswiegen anmelden
Wenn du im August siehst, dass der Kürbis gut gediehen ist, kannst du dich für die Schweizer Meisterschaften im Kürbiswiegen Anfang Oktober anmelden. Geht hierfür einfach auf die Jucker Farm Website.
8. Ernten/Transport
So spät wie möglich, so früh wie nötig vor der Meisterschaft (in der Regel einen Tag davor) schneidest du die Ranke ab. Nicht den dicken Storzen am Kürbis abschneiden, sondern von der Ranke muss noch ein 3-4 cm langes Stück mit dran sein. Die meisten Kürbiszüchter haben einen grossen Kofferraum oder einen Anhänger und befestigen den Kürbis mit einem Spannset am Palett. Oft wickeln sie ihn in eine Wolldecke, um ihn vor Verletzungen zu schützen.















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