
Ist Spargel wirklich so schlecht für den Boden?
Wenn die Vögel wieder zwitschern und die ersten Blumen blühen, beginnt auch die Spargelsaison. In der Schweiz kommen die ersten weissen Stangen meist Ende März oder in den ersten Apriltagen aus dem Boden. Bis die Regale aber richtig voll sind, dauert’s jeweils noch 2-3 Wochen länger.
Spargel gilt allgemein als sehr intensive Kultur für den Boden. Kein Wunder, schliesslich wird von April bis zum 24. Juni (dem Johannistag) Non-Stop durchgeerntet. Eine Spargelpflanze bildet immer wieder neue Stangen, wenn die alten abgeerntet sind. Das braucht ordentlich Nährstoffe - insbesondere Phosphor, Kalium und Stickstoff.
Zudem bleiben die Pflanzen mindestens 10 Jahre im gleichen Feld und der Boden wird intensiv mit relativ schwerem Gerät bearbeitet. Anders kriegt man die Spargeldämme (in denen die weissen Spargeln wachsen) einfach nicht hin.
Spargel klingt wie der ultimative Gegner der regenerativen Landwirtschaft. Aber so muss es nicht sein. Auch beim Spargelanbau lassen sich mehrere regenerative Prinzipien umsetzen, die den Boden wiederaufbauen.
So kommen die Nährstoffe zurück ins Spargelfeld
Schauen wir erst einmal, wie die Nährstoffe wieder zurück in den Boden kommen. Einerseits hilft hier der Erntestopp am Johannistag. Lässt man die Spargelpflanze in Ruhe, spriesst ein krautiges Gewächs – das Spargelkraut. Es kann bis zu 2 Meter hoch werden und betreibt wie alle Grünpflanzen Fotosynthese. Das gibt der Spargelpflanze schon einmal ziemlich viel Energie zurück.
Während man in der konventionellen Landwirtschaft zusätzlich zu Mineraldünger greifen würde, setzt die regenerative Landwirtschaft auf natürliche Methoden. Eine Kombination aus Gründüngung und Terra Preta versorgen den Boden auf den Feldern von Jucker Farm wieder mit Phosphor und Kalium. Stickstoff wird bei uns künstlich in kleinen Mengen über den Tropfschlauch – der auch zur Bewässerung der Spargelpflanzen dient – zurück in den Boden gebracht. Hier haben wir noch keine wirksame natürliche Alternative gefunden.
Eine zusätzliche Variante dem Boden Nährstoffe zurückzugeben, ist die sogenannte «Gründüngung». Dabei werden zusätzlich zur Hauptkultur – in diesem Fall den Spargeln – noch andere Pflanzen gesät, die Nährstoffe im Boden binden. Wir säen zwischen den Spargeldämmen Hafer.
Der Hafer bindet nicht nur Nährstoffe, er sorgt auch für eine gute Durchwurzelung des Bodens. Die wiederum fördert die abertausenden von wichtigen Mikroorganismen in der obersten Erdschicht und stabilisiert den Boden ausserdem. In sehr niederschlagsreichen Wochen wäre die Ernte ohne das zusätzliche Wurzelnetzt unmöglich.
Verschiedene Farben, verschiedene Probleme
Weisse und grüne Spargeln werden nicht gleich angebaut. Während weisse Spargeln im Damm wachsen, reifen grüne Spargeln überirdisch auf flachen Feldern. Darum haben Landwirt*innen beim Anbau auch mit unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen.
Unerwünschtes Beikraut (aka Unkraut) ist bei weissen Spargeln kein Thema. Denn die Spargeldämme sind die meiste Zeit von Flies oder Folien bedeckt, um die Temperatur im Damm zu regulieren. Da wächst abgesehen von Spargel nichts.
Anders beim Grünspargel. Gerade die Ackerwinde und die Wicke ranken sich gerne um die grünen Stangen. Um sie vom Feld zu vertreiben, hilft auch wieder Hafer. Gezielt eingesät lässt er dem Beikraut keinen Platz zum Wachsen. Nützt auch das nichts, haben wir noch ein Ass im Ärmel: Milch. Die Bakterien in frischer Kuhmilch schaden den Spargeln nicht, vertreiben aber das Beikraut. Auch gegen Schädlinge hilft die Milchkur.
Um die Titelfrage zu beantworten: Jein. Es stimmt, dass der Spargelanbau den Boden relativ stark belastet. Es kommt aber vor allem darauf an, wie man damit umgeht. Denn auch Spargel lässt sich so anbauen, dass am Ende ein gesundes Feld zurückbleibt.
Jetzt weisst du, was Spargeln mit dem Boden anstellen. Aber wie gesund sind sie eigentlich als Lebensmittel und welchen Einfluss haben sie auf das menschliche Mikrobiom? Diese Fragen beantwortet der Beitrag von unserem Content-Partner Soil to Soul.
Jucker Farm und Soil to Soul
Bei Jucker Farm betreiben wir Landwirtschaft, die dem Boden und damit auch den Menschen gut tut. Immer wieder experimentieren wir darum mit neuen Anbauweisen. Unser so angesammeltes Wissen teilen wir gerne. Deshalb freuen wir uns sehr über die Content-Partnerschaft mit Soil to Soul. Gemeinsam setzen wir uns für eine Landwirtschaft ein, die nicht nur den Boden respektiert, sondern auch die Menschen, die von ihm leben.
Als Wissensplattform stellt Soil to Soul wertvolle Informationen für Konsument*innen, Produzent*innen und die Gastronomie rund um Bodengesundheit und Ernährung zur Verfügung, organisiert Events, vernetzt relevante Akteure und motiviert zum nachhaltigen Handeln.
Jucker Farm und Soil to Soul verbindet die gemeinsame Vision: Ernährung beginnt im Boden – und gesunde Böden sind die Grundlage für gesunde Menschen.















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