
Kürbis vs. Räbeliechtli – wer leuchtet besser?
Zwischen Ende Oktober und Anfang November ist Gemüse schnitzen hoch im Kurs. Die einen machen gruselige Kürbisköpfe, andere ritzen Sonne Mond und Sterne in Rüben. Aber wieso eigentlich? Und was ist besser – Kürbisse schnitzen oder Räbeliechtli kreieren?
Das Räbeliechtli war zuerst
Das Räbeliechtli schnitzen ist vor allem ein alemannischer Brauch. In unseren Breitengraden waren Rüben ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Geschnitzt wurden sie als eine Art Erntedank-Tradition, wenn die letzten Feldfrüchte vor dem Winter eingeholt waren. Das Schnitzen fand meistens im Kreise der Familie und vor allem auf Bauernhöfen statt. Heute schnitzen vor allem Kinder die Räbeliechtli in der Schule oder im Kindergarten.
Der Kürbis ist hingegen ursprünglich kein einheimisches Gewächs. Er schipperte im 15. Jahrhundert von Amerika nach Europa. Mit dem Kürbisse schnitzen sollen irische Einwanderer*innen in den USA begonnen haben, weil es dort anstelle von Rüben schlicht mehr Kürbisse gab. In Irland war es nämlich Tradition am Abend vor Allerheiligen – also dem 31. Oktober – Räbeliechtli zu Gedenken der Verstorbenen aufzustellen. Man könnte das Räbeliechti also auch als den Vorfahren des Halloweenkürbisses bezeichnen.
Harte Rübe, hohler Kürbis
Einen klassischen Halloweenkürbis zu schnitzen, ist eindeutig weniger Aufwand, als ein Räbeliechtli zu kreieren. Der Halloweenkürbis ist nämlich innen hohl. Nur ein bisschen Kürbisfäden (aka Gschlabber) und Kürbiskerne müssen raus, bevor das Schnitzen losgehen kann. So schnitzt du einen Halloweenkürbis.
Die Rübe hingegen besteht komplett aus hartem Fruchtfleisch. Gutes Werkzeug und stabile Handgelenke sind nötig, um sie auszuhöhlen. Ausserdem sticht man beim Schnitzen in der Regel nicht komplett durch die Rübe, sondern entfernt nur so viel Fruchtfleisch, bis das Licht durchschimmert. Das braucht ein bisschen Geschick und Geduld.
Für alle, denen Gschlabber nichts ausmacht und die statt langem Aushöhlen, lieber gleich schnitzen wollen, eignet sich der Kürbis also besser.
25 Tonnen Rüben für den Räbeliechtliumzug
Nicht nur das Räbeliechtli schnitzen, auch der Räbeliechtliumzug, an dem die eigenen Werke präsentiert werden, ist eine sehr gesellige Sache. An den Umzügen kommt häufig der ganze Ort zusammen, um entweder selber mit einem Räbeliechtli mitzulaufen oder sich die leuchtenden Laternen der anderen anzusehen. Der grösste Räbeliechtliumzug findet jedes Jahr in der Zürcher Gemeinde Richterswil statt. Rund 25 Tonnen Rüben werden dafür angebaut.
Ein solches Spektakel gibt es – zumindest in der Schweiz – rund um den Halloweenkürbis nicht. Zwar wird auch der Kürbiskopf häufig in der Familie oder mit Freunden angefertigt, aber ganz so gross wie beim Räbeliechtliumzug ist der Trubel nicht.
Wenn du mit mehreren Leuten zusammen Halloweenkürbisse schnitzen und ein Feld aus leuchtenden Kürbissen sehen möchtest, solltest du unbedingt einmal an unsere Pumpkin Light Night auf dem Juckerhof kommen.
Sehr schnell schrumpelig
In Bezug auf die Haltbarkeit hat ganz klar der Kürbis die Nase vorn. Ist das Räbeliechtli einmal geschnitzt, verliert es schnell Wasser. Schon nach 1 Tag kann es zu schrumpeln beginnen. Indem man es in einem Eimer kaltem Wasser aufbewahrt, ist es ein bisschen länger schön.
Ein Halloweenkürbis kann hingegen 1-2 Wochen lang schön sein. Je nachdem, wie dünn er geschnitzt wurde und wie sehr er der Witterung ausgesetzt ist.
Das kann man noch essen!
Sowohl der Halloweenkürbis als auch die Rübe sind problemlos essbar. Wenn sie allerdings schon einen Umzug hinter sich haben oder geschnitzt über eine Woche lang den Hauseingang geziert haben, wandern sie besser auf den Kompost als in den Magen.
Und wer gewinnt jetzt?
Als Kürbisexperten sind wir da natürlich nicht ganz neutral. Aber auch wir müssen zugeben, dass das Räbeliechtli - genauso wie unser Lieblingsgemüse - gewisse Vorteile hat. Ausserdem war es in der Schweiz zuerst da. Aber wir bleiben trotzdem unseren Kürbissen treu. Wie wir so Fan vom Herbstgemüse geworden sind, findest du heraus im Artikel:















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