Kürbisverkauf
Hofleben von Nadine

Langfinger auf dem Hof

Man glaubt es kaum, aber auf unseren Höfen herrscht nicht nur immer eine Einhorn-Glitzer-Regenbogen-Heile-Welt… Gerade während der Kürbiszeit, wo wir sehr viele Gäste haben, wird öfters mal geklaut, Sachen kaputt gemacht und Littering betrieben… Wir haben da mal ein paar Beispiele gesammelt.

«Nur ein, zwei Äpfel…»

Öfters wird bei den Äpfeln oder bei den Kürbissen einfach zugelangt, ohne die Produkte zu bezahlen. Die Ausrede ist oft, dass es ja so viele hat und man habe ja nur wenig genommen. «Wenn jeder nur einen oder zwei Äpfel einfach nimmt, ohne dafür zu bezahlen, läppert sich ein ganz schöner Betrag für uns zusammen,» sagt Andreas Good. Er ist verantwortlich für unsere Hofläden und die Gastronomie. Er spielt regelmässig «Polizist» auf den Höfen und spricht Langfinger direkt an. «Ich habe schon Mütter beobachtet, die den ganzen Kinderwagen mit Kürbissen füllen und dann weglaufen,» erzählt er.

Im Hofrestaurant scheinen vor allem die Ballonflaschen mit Öpfelmoscht die Langfinger zu motivieren. Immer wieder wird von den Restaurant-Angestellten beobachtet, dass sich Gäste teilweise Literflaschen Most oder Tee abfüllen und einfach rauslaufen. Gerade wenn viel los ist, können sie nicht immer gleich reagieren. Beim Pauschalangebot BuureZmorge mussten wir Armbändeli einführen statt Kleberli, weil die Gäste pro Familie nur eine Pauschale lösten und die Kleberli dann an die ganze Sippe weitergegeben haben…

«Ganze Kindewägen werden mit Äpfeln und Kürbissen gefüllt, die nicht bezahlt werden.»

Andreas Good, Leiter Hofläden & Gastronomie
Mosten

Beim Mosten wird auch geklaut...

Mosten Mit Kindern

Kein Problem, wenn die Kids, die helfen, einen Apfel nehmen.

Auch Erika Tschümperlin, unsere Most- und ÖpfelGarte-Verantwortliche hat hier einige Geschichten zu erzählen. «Wenn ich jeweils moste auf dem Hof, sehe ich häufig Leute, die ganze Tüten füllen mit meinen Äpfeln,» berichtet sie. «Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn die Kinder, die mir beim Mosten helfen, sich einen Apfel schnappen, aber alles andere geht zu weit. Das sind Kiloweise Äpfel die mir fehlen.» Beim ÖpfelGarte ist es ähnlich, sagt sie. Viele bezahlen den Eintritt nicht, laufen einfach rein. Deshalb machen wir regelmässig Stichproben.

Fast unvorstellbar ist teilweise der Zustand des ÖpfelGarte nach einem besucherreichen Tag. Zettel liegen herum, Tafeln sind verschmiert, Dekoration zerstört. «Aktuell räume ich jeden Tag den ÖpfelGarte auf,» sagt Erika. «Aber eigentlich müsste ich fast stündlich den Gästen hinterherräumen.» Aber Bilder sagen bekanntlich mehr als 1000 Worte:

ÖpfelGarte Mucki

Zustand im Irrgarten MUCKI

ÖpfelGarte Wunschzettel

Wunschzettel im Labyrinth

«Ich höre oft, dass wir die heruntergefallenen Äpfel im ÖpfelGarte wegräumen sollen,» sagt Erika. «Das Problem ist, dass die Äpfel nicht alle gleichzeitig reif sind. Oft reissen Kindergruppen, vor allem wenn sie ohne Erwachsene im ÖpfelGarte sind, die Äpfel von den Bäumen ab und schmeissen sie rum. Mir flog schon einmal ein Apfel sehr knapp am Gesicht vorbei.» Und die Äpfel im ÖpfelGarte haben nicht nur einen dekorativen Zweck, die verwenden wir zum Mosten.

«Sind ja nur Kürbisse…»

Auch sonst wird viel zerstört auf den Höfen. Die Kürbisfiguren werden mit Schnur abgesperrt, doch das hindert einige trotzdem nicht, nahe an die Figuren ranzugehen und sie zu berühren. Auch die grossen Kürbisse, die ausgestellt wurden nach der Schweizermeisterschaft im Kürbiswiegen werden nicht verschont. «Diese Woche habe ich ein Kind beobachtet, wie es auf einem der Riesenkürbisse sass und mit einem Stecken Löcher hineingebohrt hat,» erzählt Hannes Schmutz, unser Leiter Hofgestaltung. «Die Mutter stand daneben und hat fotografiert.» Diese Kürbisse haben einen Wert von mehreren hundert Franken und werden für das Kürbisschnitzfestival am 20. Oktober benötigt…

«Letztes Jahr habe ich zwei Kinder beobachtet, die mit einem Kürbis Fussball spielten,» erzählt Miri Widmer aus dem Hofrestaurant. «Ich habe sie darauf hingewiesen, dass der Kürbis so kaputt geht und dass sie damit nicht spielen sollen. Die Mutter kam auf mich zu, hat mir 20 Franken vor die Füsse geworfen und den Kids gesagt, sie dürfen weiterspielen.»

«Die Mutter hat danebengestanden und fotografiert.»

Hannes Schmutz, Hofgestaltung
Riesenkürbisse

«Da stehen ja schon 10 Tabletts…»

Unsere Restaurants funktionieren im Selbstbedienungsprinzip, so kann sich jede und jeder schöpfen, was und wie viel er oder sie möchte. Das bedingt aber auch, dass jede und jeder sein Tablett wieder selber abräumt. Die Abräumstation ist auf dem Juckerhof und dem Bächlihof gut beschildert. Trotzdem ist der Weg dahin einigen Leuten zu weit. Dann stellen sie ihr Tablett einfach irgendwo ab. «Das löst eine Kettenreaktion aus,» sagt Andreas Good. «Stellt einer sein Tablett auf den Boden neben dem Schürli, ist das ein Freipass für ein Dutzend andere, ihr Tablett auch einfach dorthin zu stellen.» Das führt zu massivem Mehraufwand für unsere Abwasch-Crew und stört zudem das Hofbild für die anderen Gäste.

Abräumstation Chaos

Das sind nur einige Beispiele – unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben noch ganz viele weitere Geschichten auf Lager… Wir möchten niemanden an den Pranger stellen! Trotzdem bitten wir um Respekt. Wir als Unternehmen finanzieren uns durch den Verkauf von unseren Produkten und Dienstleistungen, dafür verlangen wir z.B. für die Kürbisausstellung keinen Eintritt, erlauben aber auch z.B. das PickNicken nicht. Und schlussendlich ist uns aus diesem Grund jeder einzelne Apfel wichtig.

Zum Schluss noch eine sehr amüsante Episode:

«Ich habe an einem Kürbissonntag dieses Jahr einen Mann zweimal darauf hingewiesen, dass er seinen Hund in der Menschenmenge bitte an die Leine nehmen soll,» erzählt Andreas Good schmunzelnd. «Zwei Stunden später kommt der gleiche Mann auf mich zu und fragt mich im vollen Ernst, ob ich seinen Hund gesehen hätte!»

Nadine kam von der Bank zum Bauernhof. Sie ist seit 2016 Marketing- und Kommunikationschefin bei Jucker Farm. Ihre Spezialität ist die digitale Kommunikation. Neben Ihrem Job backt sie leidenschaftlich gerne.

Beiträge von Nadine
4 Kommentare zu “Langfinger auf dem Hof”
    Tresi

    Ich hatte beobachtet eine ganze Familie von Grossvater bis Enkel kindern Äpfel pflückten. Sie schuteln den Baum und sammeln alle in den kinderwagen.Ein Apfel fählt genau auf dem Kopf eines enkelkindes, Ich rufe leise: Haleluja! Ich habe dann den Ältere mann darauf angesprochen dass es nicht richtig so was zu machen.Er hat nacher sofort aufgehört.

    Antworten
    Rita

    Ich bin gerne ab und zu auf dem Bächlihof,was mir aufgefallen ist das zwei frauen mit vier kindern an einem tisch sassen und etwas gegesen haben . Die kinder haben auf dem Tisch die Spatzen gefüttert und die Mütter sassen friedlich dabei und haben geplappert. Sorry aber das find ich eine riesengrosse schweinerei und dazu kommt das, das den Vögel überhaubt nicht gut tut. Aber scheinbar haben die Mütter heutztage keinen anstand und respekt mehr .Übriegens ist das personal sehr freundlich und allemanschein sehr geduldig 👍

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    Roli

    Ich arbeite im technischen Unterhalt und verwundere mich nicht ob dem Verhalten von leider sehr vielen Menschen. Nach mir die Sintflut. Letztes Jahr habe ich eine Frau dabei erwischt wie sie mutwillig einen Münzschlitz verstopft hat. Im Beisein von ca. 20 Personen habe ich sie als dumme Egoistin bezeichnet. Sie fing sofort zu heulen an; hoffentlich etwas gelernt. Mein Tipp: Seid mutig und stellt solche Menschen öffentlich bloss, auf Facebook und das Gesicht unkenntlich gemacht. Anhand der Kleider erkennen sich die betroffenen Menschen selber und ändern hoffentlich ihr Verhalten.

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    Corinna

    Kürzlich war ich im Apfel-Labyrinth in Seegräben. Ich liebe dieses meditative Labirinth. In der Mitte war ein Riesen-Chaos. Blätter, die aus dem Briefkasten genommen und verstreut wurden. Ich konnte die Mitte dort erst geniessen, als ich alles aufgeräumt hatte. Es gibt mir schon zu denken, wie wenig Achtung einige Menschen vor den Wunsch-Briefen haben.

    Antworten

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